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Archiv für das Schlagwort “Vitamin D”

Vitamine in der Kinderwunschzeit

Es gibt tausend Dinge mit denen ich mir die Zeit bis zum Tag der Wahrheit vertreiben könnte, dennoch wird es endlich mal Zeit über ein paar Hilfsmittel bei unerfüllten Kinderwunsch bzw. Fertilitätsstörungen zu sprechen. Bevor ihr es von jemand anderen erfahrt: Ich bin selbst in der Vitamin-Branche tätig, möchte aber meinen Arbeitgeber hier nicht erwähnen, da ich nicht möchte, dass mein Chef mich in vierzehn Tagen anruft und fragt, ob der Test positiv war. Ich werde im Artikel verschiedenen Präparate nennen unter denen auch Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel meines Arbeitgebers sind. Der Vorteil für euch Leser ist, dass ich wirklich viel Erfahrung mit Substitutionstherapie habe. Nicht nur, weil ich die Mittel selbst hin und wieder oder auch regelmäßig einnehme, sondern auch, weil ich von meinen Ärzten und Heilpraktikern erfahre, wo sie Substitutionstherapeutika einsetzen und welche Erfahrungen sie damit machen. Der Nachteil liegt darin, dass ihr mir Befangenheit vorwerfen könnt.Allerdings tue ich das hier ganz freiwillig und mir wurden nie Geld oder andere Vorteile für mein Schreiben versprochen.  Lest am besten erst einmal und entscheidet dann, welche Information ihr für euch nutzen möchtet.

Pinzipiell kann ich euch nur nahe legen, Substitutionspräparate in der Apotheke zu kaufen. Auch wenn der Griff ins Supermarktregal einfach und günstig erscheint, zahlt man bei vielen Dingen drauf. Die Pharmaindustrie mag einen schlechten Ruf haben, der bisweilen auch begründet ist, dennoch kennen sie sich mit Medikamenten und deren Zusammensetzung aus. Sie stellen selber her oder setzen auf Hersteller, die auf kontrollierte Wirk- und Hilfsstoffe achten. Viele Firmen lassen ihre Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland produzieren.Gerade auf dem „Vitamin-Markt“ mischen zudem noch etliche mittelständische und Familienunternehmen mit, sodass die Euronen doppelt gut investiert sind. Die Supermarkt-Mittelchen hingegen werden aus schlecht zu resorbierenden Bestandteilen zusammengesetzt, deren Ursprung kaum nachzuvollziehen ist.

  • Selen sollte auf dem Speiseplan aller Schilddrüsenunterfunktions-Kinderwünschlerinnen stehen. Bei mir selbst hat sich bereits vor der Einnahme von L-Thyroxin der TSH-Wert von 3,8 µU/ml auf 2,5 µU/ml gebessert. (Zusätzlich habe ich noch Zink und Vitamin D eingenommen) Mein Mittel der Wahl war bisher Cefasel 100 nutri
  • Vitamin D: Was Vitamin D betrifft, wurde in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype losgetreten. Nach wie vor halte ich die Substitution von Vitamin D in gewissen Lebensphasen für außerordentlich wichtig, an das Allheilmittel glaube ich jedoch nicht. Mit Kinderwunsch und als Schwangere sollte ausreichend Vitamin D aufgenommen werden, da es für eine optimale Schilddrüsenfunktion unabdingbar ist und möglicher Weise der Entstehung von Schwangerschaftskomplikaionen vorbeugen kann. Als gut werden Werte ab 30 ng/ml eingeschätzt, wobei auch hier die Meinungen auseinander gehen. Die Praxis zeigt, dass die Symptomatik entscheidend ist. Wer also Vitamin D zuführen möchte, hat eine riesige Auswahl an Mitteln, die von 1000 I.E. bis 7000 I.E. freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Meine Empfehlung ist, statt ein sehr hoch dosiertes Präparat (über 7000 I.E.) einmal wöchentlich oder gar einmal monatlich einzunehmen, sollte man lieber täglich oder alle zwei Tage mittelhohe (5600-7000 IE) bis niedrigdosierte (1000-2000 IE) Mittel einsetzen. Damit steigt der Spiegel zwar langsamer an, nimmt aber einen physiologischeren Verlauf, als wenn man selten sehr hoch dosiert. Oder legt ihr euch einmal die Woche für fünf Stunden in die Sonne und versteckt euch dann sechs Tage im Keller? Des Weiteren könnnen nicht alle Prozesse im Körper auf den Vitamin-D-Speicher in der Leber zurückgreifen. Gerade die Fortpflanzungsorgane sind auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb die Fruchtbarkeit im Winter abnimmt? Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Bedeutung von Magnesium für einen funktionierenden Vitamin-D-Stoffwechsel. Ohne das Mineral läuft hier nämlich gar nichts. Fast alle Enzyme, die Vitamin-D umwandeln und transportieren arbeiten Magnesium-abhängig. In der Praxis erlebe ich oft, dass mir von Patienten berichtet wird, die nach Vitamin-D-Hochdosistherapie unter Wadenkrämpfen leiden. Wahrscheinlich steckt dann ein Magnesiummangel dahinter, da das Mineral im Vitamin-D-Stoffwechsel verbraucht wurde. Das einzige Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke, was diese Kombination enthält ist Vitagamma Duo. Es hat zwar nur 1000 I.E. Vitamin D, dafür enthält es eine sehr hochwertige Magnesium-Verbindung. Monopräparate gibt es hingegen unendlich viele. Hier sollte auf gut verträgliche Inhaltsstoffe geachtet werden und welche Dosierung gebraucht wird. Für Kinder praktisch finde ich die Gummidrops von Hevert, die ebenfalls 1000 IE Vitamin-D enthalten. Die Büchse sollte dann jedoch wirklich weit weg von den Kleinen stehen.
  • Magnesium: Nicht nur der Vitamin-D-Stoffwechsel ist auf Magnesium angewiesen, auch viele andere enzymatische Vorgänge wären ohne Magnesium undenkbar. Obwohl der Magnesium-Status im Blut gemessen werden kann, macht er kaum eine Aussage darüber, wie es um den Magnesiumgehalt auf Zellebene tatsächlich bestellt ist. Daher spielen hier die Symptomatik und die Lebensumstände eine tragende Rolle. Wadenkrämpfe, Nervosität, Migräne und Kopfschmerzen, Herzstolpern und Herzrasen können ihre Ursache in einem Magnesiummangel haben. Um so mehr, je stressiger der Alltag der Betroffenen ist. Auch eine Überversorgung mit Calcium kann einen Magnesiummangel zur Folge haben. Bei der Substitution sollte auf eine hochwertige Magnesium-Verbindung geachtet werden. Prinzipiell besser werden organische Magnesium-Salze aufgenommen. Dazu zählen u.a. -Orotate, -Aspartate und -Citrate. Eher gut für weichen Stuhl und als Abführmittel geeignet sind -Chloride, -Oxide und -Sulfate. Bei diesen anorganischen Verbindungen verbleibt das Magnesium zu großen Teilen im Darm und bindet dort Wasser. Als ich noch keine Ahnung von Magnesium-Aufnahme hatte, habe ich in der Schwangerschaft bei meinen harten Bäuchen massenhaft Magnesium aus dem dm gefuttert. Tatsächlich hatte ich nie Verstopfung, die harten Bäuche habe ich aber auch nicht wegbekommen. Heute bin ich schlauer. Wenn ich Krämpfe habe, Migräne vorbeugen will oder dieses unheimliche Herzstolpern bekomme, nehme ich ein Magnesium-Orotat. Erfahrungsgemäß hilft es auch deutlich besser als andere Verbindungen gegen harte Bäuche in der Schwangerschaft. Schon etliche Bekannte haben damit ihre harten Bäuche weich bekommen, während ein Magnesium-Citrat versagt hat. Aufgrund der unterschiedlichen Verbindungen und deren Eigenschaften ist es schwierig eine Aussage über die eigentliche Magnesium-Menge zu treffen. Magnerot classic beispielsweise enthält rund 33 mg Magnesium-Ionen. Dafür kommen aber fast alle Ionen dort an, wo sie gebraucht werden, während das Magnesium-Oxid aus dem dm an die 800 mg hatte und das meiste vermutlich zur Bildung von Toilettenkrusten beigetragen hat.
  • Zink: In erster Linie profitieren die zwei großen S davon: Schilddrüse und Spermiogramm. Aber auch viele weitere enzymatische Prozesse können nicht ohne Zink ablaufen. Besonders häufig ist ein Zinkmangel wohl auch mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern assoziiert. Daher kann ich jedem Kinderwunschpaar nur zum Absetzen dieser Mittel raten, wenn es nicht unbedingt nach Ansicht eures Arztes erforderlich ist. Wie bei Magnesium gilt auch bei Zink, auf eine organische Verbindung zu achten.
  • B12 : Kurz gefasst spielt B12 für Nerven und Blutbildung eine wichtige Rolle. Ohne B12 ist außerdem kein Folsäure-Stoffwechsel möglich. Wichtig zu wissen ist, dass Medikamente wie Protonenpumpen-Hemmer (PPIs) zu denen Omeprazol oder Pantoprazol zählen, aber auch chemische Anti-Azidita die Aufnahme von B12 aus der Nahrung fast komplett unterbinden. Sie stören den Säurehaushalt des Magens, wodurch der Intrinsic-Factor nicht wirken kann. Dieser Faktor ist jedoch für die Aufnahme von geringen Mengen B12, wie sie in der Nahrung oder gering dosierten Mitteln vorkommen, im oberen Dünndarm unabdingbar. Auch Metformin hat einen ähnlich ungünstigen Effekt. Ebenso gelten künstliche Hormone als B-Vitamin-Räuber. Daher sollten Frauen, die nach Pilleneinnahme in den Kinderwunsch starten, auf ihren B12-Status achten. Um einem B12-Mangel rechtzeitig auf die Schliche zu kommen, empfiehlt es sich, das Holo-Transcobalamin zu bestimmen. Es kostet zwar mehr, schlägt aber eher an, als das Gesamt-B12 im Serum. Bis vor einigen Jahren wurde in Deutschland noch ausschließlich die parenterale Substitutiontherapie -also mit Spritzen- bei Aufnahmestörungen propagiert. Diese Annahme ist auch nach wie vor richtig, wenn man versucht mit niedrig dosierten Mitteln zu substituieren. Wer einen starken Mangel mit entsprechend heftigen Symptomen aufweist, sollte sich tatsächlich B12 spritzen lassen. Wer jedoch noch keine klinischen Symptome aufweist, Mangel vorbeugen will oder nach Auffüllen seiner Speicher den Wert halten möche, kann auch auf Tabletten zurückgreifen. Dabei gilt es, die Dosis zu beachten. Bei verminderten Säuregehalt des Magens oder Entzündungen der Magenschleimhaut sollte auf Arzneimittel mit 1000 µg Cyanocobalamin zurückgegriffen werden. Welches Cobalamin enthalten ist, spielt übrigens keine Rolle. Jedes Cobalamin wird im Körper umgebaut, je nachdem, ob es gespeichert oder wieder für Stoffwechselvorgänge aktiviert wird. Als gut verträglich und relativ preisgünstig haben sich die B12 Ankermann Dragees bewährt.

Im nächsten Teil werde ich  über meine Erfahrung mit weiteren hilfreichen Substanzen, wie Macca und Myo-Inosistol berichten.

Präeklampsie und Vitamin D

Kein Angst ihr Lieben, bisher verläuft meine Schwangerschaft komplikationslos. Blutdruck, Pipi und Allgemeinbefinden sind im grünen Bereich und dennoch möchte ich mich heute einem Thema widmen, was ich lange aufgeschoben habe: Dem Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Risiko an einer Präeklampsie zu erkranken.

Mein Gerinnungsspezialist hat mich bereits zu Beginn der Schwangerschaft darauf hingewiesen, dass meine Vitamin-D-Werte im Keller sind und mir nahe gelegt, von nun an jeden Tag 1000 mg Vitamin D zu mir zu nehmen. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, darauf hin zu weisen, in welchem Monat es bei uns geschnackselt hat. Der September wars! Und da sollte man doch eigentlich davon ausgehen, dass die Speicher dank frischer Luft und Sonnenlicht aufgefüllt sind. Doch allem Anschein nach, ist mein Vitamin-D-Metabolismus nicht gerade der Fleißigste und so musste ich eben wieder mit künstlichen Mittelchen aufstocken, wie ich es bereits während der Kinderwunschbehandlung getan habe.

Früher nannte man die Präeklampsie „Schwangerschaftsvergiftung“, da die typischen, krankhaften Symptome Bluthochdruck und Eiweißausscheidung erst während der Schwangerschaft auftreten und man daher schlussfolgerte die Schwangerschaft würde vom Körper nicht verkraftet werden und führte zu „Vergiftungserscheinungen“. Obwohl die Präeklampsie mit einem Auftreten von 3-10% weltweit zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen gehört,  ist die tatsächliche Ursache für das Auftreten einer Präeklampsie bis heute unklar. Sehr viel Aufmerksamkeit von Seiten der Forscher wurde in den vergangenen Jahren dem Vitamin-D-Status der Schwangeren gewidmet. Gerade in den USA sind zahlreiche Studien erschienen, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen Serum-Vitamin-D und Präeklampsie herstellen konnten. So wird der Verdacht gehegt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Präeklampsie zunimmt, wenn der 25 (OH)D-Gehalt im Blutserum ein Level von 50 nmol/L  unterschreitet. Dabei ist noch nicht geklärt, in welchem Stadium der Schwangerschaft die niedrigen Vitamin-D-Werte von Bedeutung sind. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung vorallem im zweiten Trimester von Bedeutung ist.

Inwiefern nun Vitamin-D die Entstehung einer Präeklampsie verhindern kann, ist zwar bisher nicht dargelegt, dennoch scheint die Aufgabe des Vitamins für das Aufrechterhalten einer gesunde Schwangerschaft logisch. Denn zum Einen greift es in die Regulation unseres Blutdruckes ein, indem es das in der Niere gebildete und blutdrucksteigernde Renin unterdrückt und die glatte Muskulatur der Blutgefäße beeinflusst. Daneben wirkt es auf Insulinhaushalt und  Blutgerinnung.

Die Entstehung einer Präeklampsie erfolgt in zwei Phasen. Zuerst zeigt sich an der Plazenta eine unzureichende Durchblutung, die mitunter durch fehlerhafte Einnistung der Eizelle zu Beginn der Schwangerschaft zustande kommen kann. Um diesem pathologischen Zustand entgegen zu wirken, werden daraufhin in der zweiten Phase  Stoffe produziert, die das Signal für weitere Maßnahmen des Organismus geben, diesem pathologischen Zustand entgegen zu wirken. So werden die Nierengefäße zu Veränderungen veranlasst, die sich letztlich in einer Ausscheidung von Eiweißen (Proteinurie) äußert. Häufig kommen aufgrund der veränderten Nierenfunktion Ödeme hinzu, die allerdings im Vergleich zu den immens hohen Blutdrücken, die Betroffene entwickeln, das geringste Problem darstellen. Da die aktivierte Form des Vitamins 1,25 (OH)2D auf molekularer Ebene zur Regulation gewisser Gene beiträgt, die maßgeblich an einer normalen Plazentation und Entwicklung des Mutterkuchens beteiligt sind, liegt die Vermutung nahe, dass unzureichende Vitamin-D-Level einen negativen Einfluss auf die gesunde Entwicklung einer Schwangerschaft haben können.

Gerade für Frauen, die sich aufgrund des PCO-Syndroms oder anderweitiger hormoneller Störungen einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, halte ich es für wichtig, die Vitamin-D-Versorgung auch bei Eintreten einer Schwangerschaft im Auge zu behalten. Das selbe würde ich Frauen empfehlen, die ein erhöhtes Risiko haben, eine Präeklampsie zu entwickeln. Vorallem Hebammen stehen der Versorgung mit künstlichen Vitaminpräparaten -mitunter zu Recht- kritisch gegenüber. Immer wieder wird zum Thema Vitamin-D argumentiert, dass es ausreichen würde, den Unterarm 20 Minuten in die Sonne zu halten, um seinen Tagesbedarf zu decken und wahrscheinlich trifft das auf die Mehrheit der Bevölkerung auch zu. Bei wem die Werte jedoch wiederholt, trotz ausgiebiger Spaziergänge an der frischen Luft zu niedrig waren, sollte mit seinem Arzt über die zusätzliche Einnahme von Vitamin-D während Kinderwunsch und Schwangerschaft sprechen.

Meine Literaturquelle: M. Tabesh, A. Salehi-Abargouei, M. Tabesh, A. Esmaillzadeh: „Maternal Vitamin D Status and Risk of Pre-Eclampsia: A Systemic Review and Meta-Analysis“ J Clin Endocrinol Metab 98: 3165-3173, 2013

Vitamin D nicht nur für Kellerkinder

Es gibt so einige Vitamine und Mineralstoffe, die einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen sollen. Während Folsäure oder Vitamin E unter eifrigen Kinderwünschlern bereits bekannt sein sollten, ist die Einnahme von Vitamin D derzeit noch recht unpopulär. Wenn mir jemand vor einiger Zeit geraten hätten, nun zu meinem morgendlichen Pillen-Cocktail auch noch eine Prise Vitamin D einzuwerfen, dann hätte ich dankend abgelehnt. Schließlich bin ich ja nun kein Kellerkind und treibe mich täglich mit dem Hund im Tageslicht herum.Vor einiger Zeit bekam ich jedoch nach einer Blutuntersuchung beim Endokrinologen mitgeteilt, dass mein Vitamin D -Level zu niedrig sei. Das war Anlass genug das Web of Knowledge zu bemühen, mir ein paar Informationen über den neuesten wissenschaftlichen Stand zum Thema Vitamin D und Kinderwunsch auszuspucken. Und tatsächlich haben Wissenschaftler von der Uni Graz im vergangene Jahr alle Neuigkeiten darüber in einem Review zusammengetragen.

In der Tat werden 80 bis 90% des benötigten Vitamins aus einer Vorstufe, die sich in der Haut befindet, über Sonnenlicht als Vitamin D3 Freigesetzt. Nur ein Bruchteil wird als Vitamin D2 oder D3 über die Nahrung aufgenommen. Nun ist es aber kein Geheimnis, dass die Sonnenscheindauer gerade in den langen, kalten deutschen Wintern arg zu wünschen übrig lässt. Während wir im Sommer und Herbst noch über ausreichend hohe Vitamin D-Level verfügen, sind die Reserven spätestens im Frühjahr stark dezimiert. Das äußert sich mitunter in einem Anstieg der Empfängnisrate während der hellen Jahreszeit und führt folglich zu einem sprunghaften Zuwachs an Kinderwagen im Frühjahr. Im Winter wird also tatsächlich weniger ovuliert, ob das nun jedoch ausschließlich am Vitamin D liegt, ist ungewiss.

Für Frauen, die unter PCO-Syndrom leiden, dürfte die Erkenntnis, dass eine Vitamin D-Zufuhr die Menstruations-Frequenz erhöht und „metabolische Parameter“ optimiert, hilfreich sein. Gerade im Zusammenhang mit Insulinresistenz und Übergewicht soll eine Verbesserung beobachtet worden sein. Dagegen gibt es Hinweise auf eine reduzierte Bildung von Progesteron und Östrogen bei gesunden -sprich Nicht-PCO- Frauen, die hohe Vitamin D-Level aufweisen.

Auch für Männer mit eingeschränktem Spermiogramm kann ein Blick auf den 25(OH)D-Gehalt im Blut lohnenswert sein. Bei ihnen könnten sich Beweglichkeit und Morphologie verbessern. Daneben könnte die Zufuhr von Vitamin D zu einer Verbesserung des Testosteron-Status führen.

Bei 25(OH)D handelt es sich übrigens um das Produkt, was entsteht, wenn Vitamin D3 in der Leber umgewandelt wird und dazu dient, den Vitamin-D-Status im Blut zu bestimmen.

  • Vitamin D ist ausreichend od. im Übermaß vorhanden: 25 (OH)D >=30 ng/ml
  • Vitamin D ungenügend: 25 (OH)D 20-29 ng/ml
  • Vitamin D-Mangel: 25 (OH) D <20 ng/ml

Literatur:

E. Lerchbaum and B. Obermayer-Pietsch,“Vitamin D and fertility: a systematic review“; European Journal of Endocrinology; 2012; 166: 765-778

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