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Pu+3

Gestern Abend saßen mein Mann und ich beim Tatort und spekulierten über unseren höchst persönlichen Krimi. Wie viele Eizellen werden wohl reif gewesen sein? Ob sich überhaupt was befruchten ließ? Sind schon alle abgestorben? Wir überlegten, ob wir nicht hätten einen Anruf bekommen sollen. Hatte die Ärztin gesagt, wir würden nur dann informiert werden, wenn der Transfer am Mittwoch nicht stattfindet? Wirklich? Seltsam….dann googelte ich noch eine Weile „Anruf von Kiwu nach Punktion“ und offensichtlich rufen die meisten Kliniken einen Tag nach Pu an und geben einen kurzen Bericht durch. Also fasste er den Entschluss, heute zum Telefonhörer zu greifen (gibt es eigentlich noch Telefonhörer?). Vorher bekam er die Anweisung, mich nicht während der Arbeit mit schlechten Nachrichten zu konfrontieren. Macht so gar keinen Spaß beim Kunden mit verheulten Augen und Schniefnase zu sitzen. Trotzdem rief er mich an und berichtete folgendes: Von 15 Eizellen ließen sich 11 befruchten, sieben 2-PN-Zellen (pro-nucleus-Zellen) wurden bereits gefrostet, vier werden nun zu Blastozysten weiterkultiviert. Zwei davon sollen sich angeblich recht gut machen, während die anderen beiden etwas lahm daher kommen. Das sind -würde ich alter Pessimist sagen- doch erst mal ganz gute Nachrichten. Nun müssen wir nur noch bangen, dass am Mittwoch noch etwas zum transferieren übrig ist. Eine Statistik, die besagt, wenn es die „Viel“-Zeller bis dahin geschafft haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit so und so hoch, dass eine Blastozyste entsteht, würde mich an dieser Stelle beruhigen. Kenn aber grad keine. Ich habe mich gefragt, ob es Sinn macht, nur eine eintźige Blastozyste einzufrieren. In Forenbeiträgen vergangener Jahre sprechen viele Frauen davon, dass ihnen davon abgeraten worden sei, da die Chance auf Weiterentwicklung für eine Blastozyste relativ gering sei. Zwei sollten es schon sein. In unserer Kiwu wurde dagegen von keiner Einschränkung gesprochen.

Körperliche Beschwerden habe ich übrigens kaum welche. Gestern Morgen hatte ich eine Migräne-Attacke mit Aura, die sich aber schnell wieder verkrümelt hat. Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet, da die Basal-Temperatur hoch gegangen ist, was ich als Östrogenabfall interpretiert habe (nicht zu verwechseln mit „Östrogenabsacker“, der in der zweiten Zyklushälfte auftritt). Auf schwankende Östrogenwerte reagiere ich oft mit Migräne. Eine Ibuprofen hat gute Dienste getan und mir auch die Bauchbeschwerden bis zum Mittag genommen. Abends werden die Bauchschmerzen stärker, sind aber tendenziell eher rückläufig. Ich trinke weiterhin, wie ein Kamel Wasser und zwei Mal täglich eine Proteinshake. Am Ende der Woche werde ich wohl jede Arzt-Toilette in ganz Südbaden kennen. Mein Bauch ist zum Glück nicht auffällig geschwollen. Für mich sieht er zwar etwas deformiert aus, bisher hat mich aber niemand gefragt, ich welchem Monat ich bin.

Hier noch mein Zyklusblatt:

Erster IVF-Zyklus

 

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Die eierlegende Wollmilchsau

Der Osterhase hat in diesem Jahr ein ganz besonders dickes Nest versteckt: 15 potentielle Kandidaten wurden gestern beim Ultraschall entdeckt. Nun soll ich morgen zur nächsten Kontrolle kommen, dann wird entschieden, ob die Punktion am Donnerstag oder Freitag stattfinden kann. Obwohl das ein ganz stattliches Ergebnis für schlappe 75 I.E. Puregon ist, gibt es einen Wehrmutstropfen. Es könnte sein, dass der Transfer erst im nächsten Zyklus gemacht werden kann, um die Gefahr eines schweren Überstimulationssyndroms möglichst zu vermeiden. Abgesehen davon, dass meine Gesundheit natürlich Vorrang hat, wäre das für mich extrem ungünstig, da wir planen nach Pfingsten Urlaub zu machen. Dann wäre ich mit verzögerten Transfer erst in der 4.-6. SSW und es wäre kaum absehbar, wie sich das alles entwickelt. Ein Horror-Urlaub wäre also schon allein wegen der psychischen Anspannung vorprogrammiert. Da bliebe also nur die Option das Vorhaben -im wahrsten Sinne- auf Eis liegen zu lassen und erst Ende Juni zu transferieren. Nun gut, über ungelegte Eier soll man nicht reden und über unbefruchtete Eizellen schon gar nicht. Ich bin seit Jahren erfolgreicher Pessimist und daher halte ich es durchaus für möglich, dass die Mehrzahl der Follikel leer ist, die Eizellen eine schlechte Qualität haben oder sich nicht befruchten lassen oder sich nach Befruchtung nicht weiterentwckeln. Es gibt tausend Dinge, die schief gehen können. Und schließlich muss es ja einen Grund für unsere Sterilität geben.

Abgesehen von meinen vetrauten negativen Gedanken, plagen mich kaum körperliche Beschwerden. Es zieht hin und wieder links und rechts im Unterleib, wie ich es von der Zeit um den Eisprung herum kenne. Beim Essen versuche ich auf Laktose und Blähendes zu verzichten. Die beiden Tennisbälle in meinem Bauch brauchen schon genug Platz und jedes Gasblässchen fühlt sich an, als würde sich eine Dampfwalze durch meine Eingeweide zwängen. Ich gehe stark davon aus, dass sich das bis Ende der Woche kaum bessern wird. Zum Glück wirken die Hormone wie Appetitszügler, weshalb es keinerlei Ansrengung bedarf, mich dahingehend zusammen zu reißen. Als richtig fiese Mistdinger haben sich allerdings die Orgalutran-Spritzen heraus gestellt, die den Eisprung unterdrücken sollen. Da hat wohl jemand die Spitze bei den Nadeln vergessen?! Das Bedarf schon sehr viel Schwung und Überzeugung für die gute Sache, um die Nadeln in die Bauchfalte zu befördern. Hat man es einmal geschafft wird man mit langem Brennen an der Einstichstelle belohnt….und hoffentlich mit ein paar ordentlichen Eizellen!

Also dann: Auf in Legeposition! Fertig! Los!

Weiß wie Schnee

…die Schwangerschaftstests und schwarz wie Ebenholz meine Stimmung. Es hat also wieder nicht funktioniert und was lehrt uns dieser Zyklus? Eine Traumkurve macht noch keine Schwangerschaft.

ovuview-cycle-2017-02-08

Temperaturkurve stimuliert mit Puregon. Ausgelöst am 15. Zyklustag mit Brevactid. Inseminiert am 16. Zyklustag. 

Allerdings hatte ich von Beginn an ein eher mäßiges Gefühl. Trotz Stimu hat sich mein Eisprung bis zum 16. Zyklustag rausgezögert.

Mein nächster Eisprung fällt voraussichtlich genau auf die Tage Mitte März, an denen wir beide nicht zu Zeugungszwecken zur Verfügung stehen. Daher stimuliere ich jetzt erst einmal nicht. Sollte sich dennoch ein Eisprung zur rechten Zeit ankündigen, werden wir unstimuliert inseminieren. In der Zeit komme ich vielleicht wieder etwas zu Kräften. In den letzten Wochen habe ich ein paar Kilos verloren. Die Hormonspritzen und das zusätzliche Progesteron schlagen mir auf den Magen. Wahrscheinlich kann ich mit dem Gewicht eine ordentliche Eizellreifung sowieso vergessen. Das soll nicht heißen, dass ich krankhaft untergewichtig wäre. Bei mir entscheiden zwei bis drei Kilo darüber, ob ich einen fast normalen 28 Tage- oder  Monsterzyklus mit 36 bis 40 Tagen habe. In der Zeit, als ich an die 58 Kg auf 170 cm gewogen habe, hatte ich die regelmäßigsten Zyklen meines Lebens. Mit 56 Kg wird es jeder zweite Zyklus bei mir länger und mit 53 kg -zuletzt vor 7 Jahren- bleibt meine Menstruation komplett aus.

Ich zieh mich dann mal mit einer Tafel Schokolade zurück. Gute Nacht 🙂

Von gekappten Wurzeln und ringelnden Röteln

Es scheint so, als bräuchte mein Körper nach dem vorangegangenen Turbo-Zyklus ein wenig Erholung. Diesmal ging alles recht schleppend voran: Erst an Zyklustag 16 konnte inseminiert werden. Ein einziger Follikel ist unter 50 Einheiten Puregon auf ca. 2 cm heran gewachsen. Sofern dieser die beste Eizelle ever enthält, reicht das eigentlich auch. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch -wie wir alle wissen- nicht besonders hoch. Das letzte Mal hab ich immerhin zwei Eizellen ausgebrütet, die sich am Schluss beide nicht weiter entwickeln konnten. Und wie ich nun mal so bin, lässt mich die Frage nicht los, weshalb es nicht klappen wollte. Zwei Dinge haben mir dabei keine Ruhe gelassen: Vor Weihnachten ist bei mir eine Zyste an der Wurzel eines Backenzahnes gesichtet worden. Der Zahnarzt riet mir -ohne von meinem Kinderwunsch zu wissen- die Wurzel kappen zu lassen. Etwas leichtsinnig habe ich seinen Rat erst einmal ignoriert. So kurz vor Weihnachten hätte ich eh keinen Termin mehr beim Zahnchirurgen bekommen, außerdem tat mir ja nichts weh. Eine Wurzelspitzenresektion für Januar anzusetzen, kam für mich ebenfalls nicht in Frage, weil wir da schließlich mit der Stimulation beginnen wollten und zusätzliche Termine dann noch schwieriger zu koordinieren gewesen wären. Also habe ich mich nicht weiter drum gekümmert. Der Zahn macht mir nun schon seit über zehn Jahren mal mehr, mal weniger Schwierigkeiten. Die Wurzel ist nach heftigen Kariesbefall schon lange entfernt worden und eine Zyste hatte sich ebenfalls schon mal gebildet, die sich nach einiger Zeit jedoch verknöchert hat und mir eine Wurzelspitzenresektion erspart geblieben ist. So könnte es ja auch diesmal laufen, dachte ich mir. Da es aber mit der Befruchtung, aber nicht mit der Einnistung geklappt hat, habe ich dann doch allen Mut zusammen genommen und mir einen Termin beim Zahnchirurgen geben lassen. Wie es kommen musste, ist die kleine Zahn-OP natürlich genau auf den Inseminations-Tag gefallen. Allerdings sahen darin weder die Kiwu-Ärzte, noch der Zahnarzt einen Konflikt. Der Kommentar von Frau Dr. F.: „Ach, wenn es Ihnen da oben weh tut, hat es ja nichts mit da unten zu tun.“ Und alle waren sich einig, dass wohl ein entzündeter Zahn für eine Schwangerschaft schlechter sei, als eine kleine OP mit lokaler Betäubung. Sicherheitshalber hat der Zahnchirurg auf das Röntgen verzichtet, obwohl -wie er befand- ohnehin aus physikalischer Sicht nur ein Quant bis zu meinen Gonaden vorgedrungen wäre. Wollen wir hoffen, dass nun alles gut abheilt. Bisher habe ich noch nicht einmal Schmerzmittel benötigt. Dafür halte ich mich wacker mit Arnica C30, Calendula D12 und Zinkorot25 für eine bessere Wundheilung und Desinfektion im Mund. Bis zur Einnistung hoffe ich, kiefermäßig wieder voll hergestellt zu sein.

Die zweite Geschichte, die mir keine Ruhe ließ, waren die Ringelröteln. Ein paar Tage vor der ersten Insemination, waren wir bei Freunden zum Abendessen eingeladen. Meine Bekannte ist gerade schwanger und äußerte sich sorgenvoll über das massenhafte Auftreten von Ringelröteln-Infektionen in den hiesigen Kitas. Ausgerechnet sie ist nun jedoch nicht gegen den Parvovirus B19, der die Ringelröteln auslöst, immun. Zur Sicherheit hat sie ihre Kinder sogar aus der Kita rausgenommen, damit sich keiner ansteckt. Denn sind erst einmal die Kinder infiziert, kommst du als Eltern nicht mehr drum rum. Das kennen wir ja nun von diversen Magen-Darm-Infekten. Am Tag, als ich meinen HCG-Bluttest hatte und dieser positiv ausgefallen ist, schrieb sie mir, dass nun leider feststünde, sie hätte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit dem Virus angesteckt. Scheiße. Das tat mir einerseits furchtbar für sie leid und andererseits machte ich mir nun Gedanken, ob wir uns die Ringelröteln ebenfalls eingefangen haben könnten. Als unsere Kinder miteinander gespielt haben, war ihre Familie mit Sicherheit noch infektiös. Meinen Immunstatus habe ich bei der ersten Schwangerschaft nicht checken lassen. Gegen die echten Röteln bin ich DDR-mäßig durchgeimpft und Toxoplasmose hatte ich definitiv bereits. Die tischtennisballgroßen Lymphknoten werde ich nie vergessen! Ringelröteln und CMV haben mich nicht interessiert, weil ich -damals noch kinderlos- kaum Kontakt zu unter 10-Jährigen hatte. Es ließ mir jedenfalls keine Ruhe und ich ließ auf Privatkosten (20,40€) meine IGG-Antikörper gegen Parvovirus B19 testen. Und tata: Ich hatte sie bereits! Wann, das kann ich jedoch nicht sagen. Bemerkt habe ich nie etwas. Bis IGG-Antikörper gebildet werden, dauert es 12-17 Tage. Ob nun eine akute Infektion vorgelegen hat oder der Erstkontakt mit dem  Virus schon Jahre her ist, kann nur über IGM-Antikörper geklärt werden. Diese treten 10-14 Tage nach Ansteckung auf und verschwinden mitunter sehr schnell wieder. Daher habe ich mir zusätzliche Kosten gespart. Sollte ich nun noch mal das Glück haben, schwanger werden zu dürfen, muss ich mir wenigsten um diese eine Sache (von Tausenden) keine Sorgen mehr machen.

Tiefer Fall

zykluskurvejan2017Ein paar schreckliche Tage liegen hinter mir. Am Samstag hatte ich noch ein wenig Hoffnung. Ziehen im Bauch, Mittags müde und der wohl für mich typische Schwangerschaftsunterzuckung beleitet von leichter Übelkeit. Doch die Tests wollten einfach nicht stärker werden. Ab Sonntag nahm ich dann keinerlei Anzeichen mehr wahr. Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein blödes Gefühl…so eine Ahnung, dass da einfach nichts lebendes in mir entsteht.

Montag schlug der Urintest dann wieder an, aber nicht stärker oder schneller, als die Tage zuvor. Der Strohhalm an dem ich mich bis dahin festgeklammert hatte, zerbrach, als ich mir beim DM einen Presense kaufte, der blütenweiß blieb. Danach saß ich erst mal eine halbe Stunde im Auto und hab geheult. In der Nacht hatte ich bereits so ekelhaft geschwitzt. Jetzt passte das alles zusammen. Zu allem Überfluss bekam ich eine SMS von meinem Bruder, dass Kind Nummer vier geboren wurde. „Nach langem Warten“….Worauf lang gewartet? Neun Monate bis zur Entbindung? Oder die eine Woche vom errechneten Termin bis zur Geburt? Oder die vier Wochen vom Absetzen der Spirale bis zum Ausbleiben der Menstruation?

In der darauffolgenden Nacht war ich komplett durchnässt. Am Morgen dann die Überraschung: Meine Temperatur legte einen rekordverdächtigen Anstieg hin. Also doch nicht alles vorbei? Können alle Schwangerschaftstests lügen? Nein, sagte mir mein naturwissenschaftlicher Verstand. Eigentlich ist es ganz logisch:  Östrogen fällt zuerst ab, das verursacht bei mir das Schwitzen. Im Verhältnis überwiegt dann Gestagen, was an einem Anstieg der Kurve erkennbar ist. Östrogenspitzen hingegen lassen die Körpertemperaur sinken, beispielsweise ein bis zwei Tage vorm Eisprung.

Der Krimi musste ein Ende haben. Ich brauchte Klarheit und ließ mir in der Kiwu Blut abnehmen. Ein paar Stunden später kam der Anruf: Das HCG ist leider gefallen. Es lag bei 11. Da konnte ich endlich loslassen und heute Mittag habe ich auch schon meine Periode bekommen. Bis jetzt ist es nicht großartig anders, als sonst. Die Schmerzen sind nicht stärker als sonst und die Blutung nicht viel heftiger. Ab und an krampft es stärker in der Eierstockgegend. Es waren ja aber auch nur ein paar Tage, die ich ein bisschen schwanger war. Ich habe mich dann sofort in der KiWu gemeldet, weil ich noch ein paar Fragen zum weiteren Verlauf hatte. Folgendes haben wir nun verabredet:

  • Ab 3. Zyklustag wird wieder mit 50 IE Puregon stimuliert
  • Am Montag Blutentnahme, um zu schauen, ob jegliches HCG verschwunden ist
  • Am 9. ZT Ultraschall und Blutentnahme
  • Als rh- Frau brauch ich übrigens in einem so frühen Stadium noch keine Rhesus-Prophylaxe

HCG 28

„Es ist noch zu früh. Kommen Sie in einer Woche noch mal zum Bluttest.“ Am Freitag lag mein HCG-Wert im Blut also bei 28…ein eher ernüchterndes Ergebnis. Wenn ich es versuche positv zu betrachten, dann bedeutet das in erster Linie, dass es geklappt hat. Demnach scheint es doch gute Chancen für uns zu geben, schwanger zu werden. Bei meiner ersten Insemination aus der schließlich das kleenen Froillein hervor ging, lag der HCG-Wert an IUI+15 bei 112. Nun, an IUI+13 ein Wert von 28. Wenn man dann noch einkalkuliert, dass der Eisprung vom Bauchgefühl her, erst 24-36 Stunden nach IUI stattgefunden hat, dann besteht vielleicht doch Hoffnung, dass sich alles gut entwickelt. Was mich jedoch besorgt, sind die Schwangerschaftstest, die so gar keine schöne Testreihe ergeben. Zu Beginn der ersten Schwangerschaft hatte ich noch die super-duper Nadal-Tests. Jeden Morgen wurde die Linie stärker und stärker und ich war weitestgehend beruhigt. Diesmal teste ich zwar auch mit Tests vom Hersteller „Nal von MInden“, die Nadal, wie sie früher einmal waren, gibt es jedoch nicht mehr für Privatanwender zu kaufen. Die neuen „Nadal“ brauchen bei mir ewig, eh sich der Strich wirklich umfärbt. Sobald er getrocknet ist, ist kaum noch eine Intensität erkennbar, weil sich der Farbtoff zu einer dunklen Haarlinie zusammenzieht. Wahrscheinlich hängt das mit der geringen Konzentration des HCG im Urin zusammen. Nach der Auslöse-Spritze hat der Test jedenfalls total schnell und mit intensiver Färbung reagiert. Nun gut, bis durch meine Adern 5000 IU HCG geistern, gehen noch ein paar Tage ins Land. Dann muss ich wohl noch mal eine Schiffsladung voll Schwangerschaftstests bestellen…

Free Willy

Diese Woche geht es richtig rund. Beim Follikel-Kino am Montag wurden drei Potentielle Kandidatinnen gesichtet, die ich mit einer einmalig höheren Dosis Gonal f noch mal anschupsen sollte. Nach dem gestrigen Hormoncheck stand schließlich fest: heute wird Inseminiert. Also habe ich noch Mittwochnachmittag mit Brevactid ausgelöst, obwohl ich am Morgen noch Stimulanz gespritzt habe. Laut diverser Foren scheint das jedoch unproblematisch zu sein.

Der Ablauf der Insemination ist recht unspektakulär. Das spannendste waren die kleinen Flitzer meines Mannes, die ich mir vorher durchs Mikroskop anschauen durfte. Im Vergleich zu unseren heimischen Beobachtungen waren sie eindeutig flotter unterwegs! Selbst der Arzt war positiv über Menge und Beweglichkeit überrascht. Um Verwechslungen zu vermeiden, musste ich noch einen Blick auf die Beschriftung des Röhrchen werfen…denn die Ähnlichkeiten sind in diesem Stadium der Entwicklung noch nicht besonders groß. Und dann folgte das übliche Gyn-Prozedere: Es sich auf den Stuhl gemütlich machen, Spekulum rinn, um den Muttermund erreichen zu können, Einführen eines Inseminationsschlauches in den Zervikalkanal und dann Platzieren der Spermien.  Währenddessen Small-Talk mit dem Mann, der mir grad versucht ein Kind zu machen. Keine Kerzen, keine Kuschel-Rock-LP. Als kleine Entschädigung dürfen wir heute trotzdem noch romantisch werden. Um die Menge zu erhöhen und damit das ganze einen natürlicheren Touch bekommt, wie der Arzt meinte.

Eine weitere Untersuchung ist vorerst nicht geplant. Auch kein Progesteron-Check. Erst, wenn die Regel ausbleibt, muss ich wieder hin. Es bleibt also spannend.

Und jetzt schwimmt ihr Kleinen!

Wie Sie sehen…

…sehen Sie nichts!

Das vergangene Wochenende war eine Katastrophe. Emotional betrachtet. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe doch so eine Art Testreihe angelegt. Da war dann auch schnell klar, dass es wieder nicht hat sollen sein. Und als ob das nicht schon alles Kacke genug wäre, bekam ich an ES+11/12 bereits meine Tage. Laut Lehrbuch, ist die Länge der zweiten Zyklushälfte noch im Rahmen. Nichts desto trotz finde ich es seltsam, unter Behandlung mit sonstwas für Hormonfirlefanz eine kürzere 2. Zyklushälfte zu haben, als für mich üblich. Meine Progesteron- und Östradiol-Werte müssten auch im akzeptablen Bereich gewesen sein, denn sonst -so wurde es vereinbart- hätte mich die Kinderwunsch-Praxis angerufen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Allerdings….würde es mich so ganz und gar nicht wundern, wenn das -upps- vergessen wurde. So wie es -upps- vergessen wurde, uns den Behandlungsplan für die Krankenkasse mitzugeben. Diesen Monat geht es also nicht weiter. Eine Stimulation ohne Insemination macht für mich unter diesen Umständen keinen Sinn. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Der Aufwand sind das erhöhte Krebsrisiko, die Müdigkeit, die Übellaunigkeit, die Appetitlosigkeit, die immens große Hoffnung und der Sturz ins Bodenlose, wenn es wieder nichts gebracht hat. Der Nutzen ist ein Strohhalm, der zerbricht, sobald ich mich daran versuche festzuklammern.

Testreihe August

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