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Tiefer Fall

zykluskurvejan2017Ein paar schreckliche Tage liegen hinter mir. Am Samstag hatte ich noch ein wenig Hoffnung. Ziehen im Bauch, Mittags müde und der wohl für mich typische Schwangerschaftsunterzuckung beleitet von leichter Übelkeit. Doch die Tests wollten einfach nicht stärker werden. Ab Sonntag nahm ich dann keinerlei Anzeichen mehr wahr. Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein blödes Gefühl…so eine Ahnung, dass da einfach nichts lebendes in mir entsteht.

Montag schlug der Urintest dann wieder an, aber nicht stärker oder schneller, als die Tage zuvor. Der Strohhalm an dem ich mich bis dahin festgeklammert hatte, zerbrach, als ich mir beim DM einen Presense kaufte, der blütenweiß blieb. Danach saß ich erst mal eine halbe Stunde im Auto und hab geheult. In der Nacht hatte ich bereits so ekelhaft geschwitzt. Jetzt passte das alles zusammen. Zu allem Überfluss bekam ich eine SMS von meinem Bruder, dass Kind Nummer vier geboren wurde. „Nach langem Warten“….Worauf lang gewartet? Neun Monate bis zur Entbindung? Oder die eine Woche vom errechneten Termin bis zur Geburt? Oder die vier Wochen vom Absetzen der Spirale bis zum Ausbleiben der Menstruation?

In der darauffolgenden Nacht war ich komplett durchnässt. Am Morgen dann die Überraschung: Meine Temperatur legte einen rekordverdächtigen Anstieg hin. Also doch nicht alles vorbei? Können alle Schwangerschaftstests lügen? Nein, sagte mir mein naturwissenschaftlicher Verstand. Eigentlich ist es ganz logisch:  Östrogen fällt zuerst ab, das verursacht bei mir das Schwitzen. Im Verhältnis überwiegt dann Gestagen, was an einem Anstieg der Kurve erkennbar ist. Östrogenspitzen hingegen lassen die Körpertemperaur sinken, beispielsweise ein bis zwei Tage vorm Eisprung.

Der Krimi musste ein Ende haben. Ich brauchte Klarheit und ließ mir in der Kiwu Blut abnehmen. Ein paar Stunden später kam der Anruf: Das HCG ist leider gefallen. Es lag bei 11. Da konnte ich endlich loslassen und heute Mittag habe ich auch schon meine Periode bekommen. Bis jetzt ist es nicht großartig anders, als sonst. Die Schmerzen sind nicht stärker als sonst und die Blutung nicht viel heftiger. Ab und an krampft es stärker in der Eierstockgegend. Es waren ja aber auch nur ein paar Tage, die ich ein bisschen schwanger war. Ich habe mich dann sofort in der KiWu gemeldet, weil ich noch ein paar Fragen zum weiteren Verlauf hatte. Folgendes haben wir nun verabredet:

  • Ab 3. Zyklustag wird wieder mit 50 IE Puregon stimuliert
  • Am Montag Blutentnahme, um zu schauen, ob jegliches HCG verschwunden ist
  • Am 9. ZT Ultraschall und Blutentnahme
  • Als rh- Frau brauch ich übrigens in einem so frühen Stadium noch keine Rhesus-Prophylaxe

HCG 28

„Es ist noch zu früh. Kommen Sie in einer Woche noch mal zum Bluttest.“ Am Freitag lag mein HCG-Wert im Blut also bei 28…ein eher ernüchterndes Ergebnis. Wenn ich es versuche positv zu betrachten, dann bedeutet das in erster Linie, dass es geklappt hat. Demnach scheint es doch gute Chancen für uns zu geben, schwanger zu werden. Bei meiner ersten Insemination aus der schließlich das kleenen Froillein hervor ging, lag der HCG-Wert an IUI+15 bei 112. Nun, an IUI+13 ein Wert von 28. Wenn man dann noch einkalkuliert, dass der Eisprung vom Bauchgefühl her, erst 24-36 Stunden nach IUI stattgefunden hat, dann besteht vielleicht doch Hoffnung, dass sich alles gut entwickelt. Was mich jedoch besorgt, sind die Schwangerschaftstest, die so gar keine schöne Testreihe ergeben. Zu Beginn der ersten Schwangerschaft hatte ich noch die super-duper Nadal-Tests. Jeden Morgen wurde die Linie stärker und stärker und ich war weitestgehend beruhigt. Diesmal teste ich zwar auch mit Tests vom Hersteller „Nal von MInden“, die Nadal, wie sie früher einmal waren, gibt es jedoch nicht mehr für Privatanwender zu kaufen. Die neuen „Nadal“ brauchen bei mir ewig, eh sich der Strich wirklich umfärbt. Sobald er getrocknet ist, ist kaum noch eine Intensität erkennbar, weil sich der Farbtoff zu einer dunklen Haarlinie zusammenzieht. Wahrscheinlich hängt das mit der geringen Konzentration des HCG im Urin zusammen. Nach der Auslöse-Spritze hat der Test jedenfalls total schnell und mit intensiver Färbung reagiert. Nun gut, bis durch meine Adern 5000 IU HCG geistern, gehen noch ein paar Tage ins Land. Dann muss ich wohl noch mal eine Schiffsladung voll Schwangerschaftstests bestellen…

Ein Hauch von Hoffnung

Als notorische Frühtesterin, kann ich mich glücklich schätzen, im Zeitalter des Shopping 3.0 zu leben. Heute 50 Schwangerschaftstests verbraucht und morgen schon wieder 300 Stück geliefert…für n Appel und n Ei. Wenn ich mir vorstelle, stattdessen auf Kröten pinkeln zu müssen und auf deren Ablaichen zu warten, wirds mir ganz grün im Hirn. Wo sollten wir jeden Zyklus all die Kröten unterbringen? Wahrscheinlich müssten wir in den Sumpf ziehen. Welche Sensitivität besitzen Kröten eigentlich? Fangen die schon bei 10 IU an Eier zu legen oder erst kurz vorm Entbindungstermin?

Die Woche war ein auf und ab. Ich habe also eine Art Testreihe gemacht, um den Abbau des gespritzten HCGs nachzuvollziehen. Ende letzter Woche (war es Freitag?) habe ich damit begonnen. Also gut eine Woche nachdem ich ausgelöst habe. Am Montag ging es für drei Tage auf ein Meeting und natürlich habe ich mir Teststreifen eingepackt. Und ja, natürlich habe ich vorm losfahren noch mal getestet. Und tatsächlich war da immernoch ein feiner Schatten erkennbar, der sofort in der Ablesezeit erschien. Tagsdrauf habe ich wieder einen Test gemacht und war mir sicher, der würde klar und deutlich zeigen, was ich damals bei meinem kleenen Froillein schon gesehen habe. Da war ich ja auch erst IUI+10. Diesmal jedoch war nichts zu erkennen. Mit verheulten Augen hab ich dann im Hotel beim Frühstück gesessen. „Ja, ja alles in Ordnung. Nur die Kontaklinsen und die Erkältung *hüstel* weißt schon…“ Wie man halt in so einer Situation versucht, besorgte Kollegen abzuschütteln. Nichts wäre wohl unpassender, als mit den Kollegen in Hörweite der Vorgesetzten über Kinderwunschbehandlungen zu sprechen.

Das mit der Erkältung war übrigens gar nicht geschwindelt. Wie bei der Entstehung meiner Tochter, war ich nämlich ab IUI+7 erkältet. Nicht dramatisch und ohne Fieber, aber genug, um das Wochenende zu versauen. Auch deshalb war ich ganz hoffnungsvoll gestimmt. Und dann der blöde Test… Dank meiner ambitionierten Kollegen war ich am Abend emotional wieder soweit hergestellt, dass ich ordentlich feiern konnte. Auf rohen Fisch, Mettwurst und Alkohol habe ich trotzdem verzichtet. Nur auf Tanzen nicht! Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich die Kröten im Waschbeutel lassen. Sie haben aber so laut gequakt, dass ich doch auf eine gepiselt habe. Und da zeigte sich so langsam ein zarter Hauch. Heute morgen war er schon ganz gut ohne zusammengekniffene Augen erkennbar. Morgen gehts zum Bluttest *toi toi toi*. Und mein Fazit: Tanzen fördert die Einnistung! 🙂

Ach ja, gibt es Anzeichen?

  • wenig Nachtschweiß und wenn ich schwitze, stinkt es nicht so prämenstruell
  • Brustspannen fast komplett weg, dann wieder ganz heftig, dann wieder ok
  • die Temperaturkurve ist bei mir nicht zu gebrauchen, wenn ich vor 7 Uhr aufstehe
  • Ab und an Ziehen im Unterleib, aber derzeit viel weniger, als in 1. Schwangerschaft
  • die Erkältung natürlich
  • ich komme schneller aus der Puste (liegt das am Gestagen?)
  • ich sehe gerade irgendwie gut aus 😉

 

 

hCG 112

Soeben kam der Anruf aus der Kinderwunschklinik: Laut Blutergebnis bin ich schwanger. Meine Werte sind vollkommen in Ordnung. Und dann hagelte es auch schon wieder ein ganzes Bataillon Anweisungen: Ab heute muss ich – wegen einer Thrombophlebitis in der Vergangenheit, Heparin spritzen. Am Montag wird dann geschaut, ob ich die Spritzen vertrage und am Freitag ist voraussichtlich Ultraschall.

Für alle, die heiß auf visuelle Stimulation sind, gibt es ein paar Fotos meiner Testreihe. Der letzte Test von heute sieht im nassen Zustand schwächer aus. Getrocknet sieht man dann die Linie aber extrem stark.

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 in getrocknetem Zustand.

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 im getrockneten Zustand.

Da ich mich all die Jahre des Übens und bereits davor, als mir eine Schwangerschaft noch nicht Recht gewesen wäre, gefragt habe, wie sich denn nun anfühlt schwanger zu sein, habe ich hier mein Schwangerschaftsanzeichen-Kuriositäten-Kabinett zusammen gestellt:

  • Mensartige Bauchkrämpfe ab ES+9
  • Brustspannen kommt meist abends, Brustspannen geht, wann es lustig ist
  • Übelkeit, von der man nicht weiß, ob sie aus dem Kopf oder dem Magen kommt und die einen zu jeder Tages- und Nachtzeit überfallen kann
  • Tagsüber frieren; zur Simpsons-Zeit auf dem Sofa bekomm ich dann heiße Ohren
  • Verdauungsstörungen als wäre Prüfungszeit
  • nächtliche Nervosität mit Herzrasen
  • immer müde, nur nicht Nachts
  • Joe Cocker hat mich zum Weinen gebracht

Und all das nehme ich gerne in kauf 🙂

Wer ist es und wenn ja, wie viele?

Puh…wo soll ich anfangen?

Aaaalso: Nachdem meine Erkältung so einigermaßen überstanden war, fing mein Bauch plötzlich an zu rumoren. Das ging dann soweit, dass ich morgens von Luftblasen, die meine Darmschlingen auf und ab gewandert sind, wach wurde. Darauf folgten Durchfall mit Bauchkrämpfen. Außerdem hatte ich ein fieses Stechen in der rechten Seite, auf Höhe der Nieren, wie ich es nur von meinem letzten Crohn-Schub kenne.  Für meine Selbstdiagnose habe ich mir zwei Möglichkeiten zurecht gelegt: Entweder meldet sich der Morbus Crohn zurück oder ich habe eine Überstimulationsyndrom. Letzteres ist eigentlich bei IUI extrem selten…dennoch erfülle ich alle Parameter eine Überstimulations-Kandidatin zu sein. Deshalb habe ich so viel getrunken, wie möglich und mir alle Eier reingeknallt, die der Kühlschrank hergab. Jede Menge Eiweiß und Flüssigkeit sollen helfen das OHSS (Ovarielles Hyperstimulationssyndrom) in Schach zu halten und Rührei verträgt sich bestens mit einer darmschonenden Diät.

Am Sonntag hatte sich das Problem auch schon erübrigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Stattdessen bekam ich Menskrämpfe und -obwohl ich mir vorgenommen hatte, es frühestens am Montag wieder zu tun, habe ich noch am Nachmittag getestet. Und da war definitiv ne Linie zu sehen. Aus Angst, wieder an ES+11 meine Tage zu bekommen, habe ich mir ne ordentliche Portion Utrogest gegönnt. Zum Glück….denn die Linien werden deutlich stärker. Da es den meisten nach Bildern dürstet, habe ich da mal was vorbereitet:

Testreihe_September

 

Sieht doch bisher ganz gut aus. Für ES+11 sogar ziemlich stark….so stark, dass wir bereits von den „Vierlingen“ sprechen. Und nun fängt das große Zittern an.

Meine bisherigen Anzeichen: Ich schaffe morgen nur noch ein Brötchen und erwache mit dem Sonnenaufgang…und das ist überhaupt nicht romantisch. Außerdem ziept und drückt es Im Unterleib, was mich -zugegebener Maßen- in verhaltene Panik versetzt.

 

Wie Sie sehen…

…sehen Sie nichts!

Das vergangene Wochenende war eine Katastrophe. Emotional betrachtet. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe doch so eine Art Testreihe angelegt. Da war dann auch schnell klar, dass es wieder nicht hat sollen sein. Und als ob das nicht schon alles Kacke genug wäre, bekam ich an ES+11/12 bereits meine Tage. Laut Lehrbuch, ist die Länge der zweiten Zyklushälfte noch im Rahmen. Nichts desto trotz finde ich es seltsam, unter Behandlung mit sonstwas für Hormonfirlefanz eine kürzere 2. Zyklushälfte zu haben, als für mich üblich. Meine Progesteron- und Östradiol-Werte müssten auch im akzeptablen Bereich gewesen sein, denn sonst -so wurde es vereinbart- hätte mich die Kinderwunsch-Praxis angerufen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Allerdings….würde es mich so ganz und gar nicht wundern, wenn das -upps- vergessen wurde. So wie es -upps- vergessen wurde, uns den Behandlungsplan für die Krankenkasse mitzugeben. Diesen Monat geht es also nicht weiter. Eine Stimulation ohne Insemination macht für mich unter diesen Umständen keinen Sinn. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Der Aufwand sind das erhöhte Krebsrisiko, die Müdigkeit, die Übellaunigkeit, die Appetitlosigkeit, die immens große Hoffnung und der Sturz ins Bodenlose, wenn es wieder nichts gebracht hat. Der Nutzen ist ein Strohhalm, der zerbricht, sobald ich mich daran versuche festzuklammern.

Testreihe August

Wenn der Schwangerschaftstest verdunstet…

In all den unzähligen Foren, die sich mit Kinderwunsch und Schwangerschaft beschäftigen taucht eine Frage gewiss abertausend Mal auf: „Ist mein Schwangerschaftstest positiv?“. Und nein, die fragenden Frauen sind in den meisten Fällen weder grenzdebil, noch leiden sie unter einem Verlust des Augenlichtes. Schlicht und ergreifend trauen sie dem, was ihnen ihr Gehirn als visuellen Eindruck vermittelt nicht. Und das nicht ganz zu unrecht.

Da viele Kinderwünschlerinnen  am liebsten noch eine Woche vor ihrem Eisprung (ES) wissen wollen, ob die Empfängnis erfolgreich gewesen sein wird, gibt es Schwangerschaftstests, die als „hochsensibel“ angepriesen werden und bereits ab einer Konzentration von 10 mIU HCG pro ml Urin ( 10er Tests) anschlagen sollen. Theoretisch wird dieser Wert frühestens ab dem 12. Tag nach Eisprung im Urin erreicht, wenn man einer Tabelle, die im Internet umher geistert Glauben schenken darf. Trotzdem gibt es immer wieder Frauen, die mit diesen Tests schon ab ES+9, andere erst ab ES+14 oder später ein positives Ergebnis erhalten. Dass dies möglicher Weise an zwei verschiedenen ß-HCG-Formen liegen könnte, habe ich schon an anderer Stelle beschrieben. Falsch negative Ergebnisse sind also kein „unerklärliches Phänomen“.

Viel verwirrender ist es hingegen, wenn Schwangerschaftstests positiv werden, obwohl offensichtlich keine Schwangerschaft vorliegt, da die Menstruation einige Tage später einsetzt. Häufig sprechen die Frauen dann in Foren von „Verdunstungslinien“, wenn sie ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung über die vermeintlich falsch-positiven Tests Luft machen. Tatsächlich kann man bei vielen dieser Ergebnisse jedoch davon ausgehen, dass tatsächlich HCG nachgewiesen wurde, die frühe Schwangerschaft jedoch nicht intakt war und verloren ging. Daher wird häufig mit viel Unverständnis vom frühen Testen abgeraten, um sich unnötige Enttäuschungen zu ersparen. Trotzdem kann es für Frauen mit unerfüllten Kinderwunsch von großem Interesse sein, möglichst früh Erkenntnis über ihren Zustand zu erlangen. Zum Einen kann dann rechtzeitig auf schädliche Substanzen verzichtet werden (Auch wenn das „Alles-oder-Nichts-Gesetz“ in diesem Stadium der Schwangerschaft gilt, so möchten Viele doch endlich Alles und nicht Nichst!), zum Anderen kann so festgestellt werden, ob denn überhaupt eine Befruchtung stattfindet und das Problem letztendlich bei einer gescheiterten Einnistung liegt. Für das weitere Vorgehen ist diese Feststellung von nicht unwesentlicher Bedeutung.

Aus diesem Grund gehöre auch ich zu den notorischen Frühtesterinnen. Da mir die gängigen 10er Tests aus der Drogerie zu teuer sind, bestelle ich mir regelmäßig einen ganzen Packen billiger Streifentests  im Internet. Dem preislichen Niveau ist es wohl auch geschuldet, dass mit solchen Tests einige Heimexperimente durchgeführt werden, wie das Testen der Cola auf Vorliegen einer Schwangerschaft. Ich dagegen habe mich dazu hinreißen lassen, bereits an ES+6 damit zu testen- und zwar nicht mit einem Softdrink, sondern mit Urin. Und tatsächlich tauchte nach einiger Zeit eine rosa Linie auf. Bisher hatte ich nie, auch nicht annähernd ein „positives“ Ergebnis.

Getestet an ES+6, Linie kam nach >20 min

Getestet an ES+6, Linie kam nach >20 min

Obwohl ich damit überhaupt nicht gerechnet habe und für mich das Resultat eher ein Zeichen für die geringe Qualität der Streifen darstellte, denn so früh kann kein HCG im Urin vorliegen, habe ich jeden Tag weiter getestet. Bis ES+11 hatte ich immer wieder solche Linien auf den Streifen, mal mehr, mal weniger deutlich. Woran könnte es also gelegen haben?

  • Ich habe überlegt, ob es sich vielleicht um eine Kreuzreaktion gehandelt haben könnte, bei der die Antikörper statt mit HCG mit einem anderen Molekül reagieren. Tatsächlich schließen die Hersteller bestimmter Schwangerschaftstests eine Kreuzreaktion mit LH, FSH und TSH bis zu einer gewissen Konzentration aus. Bei diesen SST wurde darauf in der Gebrauchsanleitung jedoch nicht hingewiesen. Dennoch halte ich das für unwahrscheinlich, da die Kunden-Bewertungen auf der Besteller-Hompage eher kritisieren, dass diese Tests zu schwach oder zu spät anschlagen würden.
  • Der „Fehler“, den ich wirklich begangen habe, war die späte Ablesezeit. Laut Hersteller sind Ergebnisse nach 10 Minuten nicht mehr auswertbar. Wartet man bis der Test getrocknet ist, kann es passieren, dass sich im Testfeld eine eingekerbte oder gelbliche Linie bildet. Vermeintlich „Echte“ Linien sind hingegen rosa oder pink, man sieht sie aus jedem Blickwinkel und sie bleiben auch noch über Tage oder Wochen bestehen. Diese Kriterien waren auch für meine Linien erfüllt. Ob sie unbedingt innerhalb von 10 Minuten erscheinen müssen, ist nicht sicher. Gerade bei kalter Raumtemperatur und noch sehr niedrigen HCG-Konzentrationen kann die Reaktion einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem werden bei billigen Tests nur geringe Mengen an Antikörpern eingesetzt. Kostet schließlich alles Geld.
  • Bei der Recherche im Internet bin ich über den Begriff „Phantom-HCG“ gestoßen. Dabei handelt es sich im Prinzip auch nur um eine Kreuzreaktion. Dabei gehen heterophile Antikörper, die eigentlich an die Oberfläche von Erythrozyten tierischer Herkunft binden, eine Reaktion mit den Molekülen des SST ein, da diese schließlich häufig ebenfalls von Tieren, wie z.Bsp. Mäusen stammen. „Phantom-HCG“ wird häufig jedoch im Blutserum festgestellt, da die Konzentrationen höher als im Urin sind.
  • Sehr oft lese ich in Foren, das HCG könne von einer Zyste gebildet worden sein. Sollte jemand tatsächlich eine Wucherung haben, die dieses Hormon ausschüttet, dann sollte er sich schleunigst einer Chemotherapie unterziehen. Denn HCG dient auch als Tumormarker, da es von einigen Krebszellen gebildet wird. Bei den Zysten, die am häufigsten bei Frauen vorkommen handelt es sich um harmlose Gebilde, die von nicht gesprungenen Follikeln oder dem Gelbkörper stammen. Eine Gelbkörperzyste könnte zwar das Einsetzen der Menstruation hinauszögern, HCG bildet sie mit Sicherheit nicht.
  • War ich vielleicht doch schwanger? Dafür spricht, dass die Tests nach ES+11 keine Gespenster-Linien mehr gezeigt haben. Vielleicht sind also meine Eizellen doch nicht so unreif und die dazugehörigen Spermien doch flinker, als wir dachten.

Was bleibt ist Ungewissheit…ein Dauerzustand für Menschen mit Kinderwunsch.

Test the Best

Mit der Anwendung eines Schwangerschaftstests mögen die meisten Frauen von Beginn ihrer Geschlechtsreife an vertraut sein. Egal, ob frau sich trotz Antibiotikaeinnahme nicht zügeln konnte oder, ob manche Erinnerungsfetzen nicht ausreichten, jedes Detail einer möglich verhängnisvollen Nacht zu rekonstruieren: Irgendwann interpretieren wir alle einmal ein saures Aufstoßen, eine plötzliche Weinattacke oder einen morgendlichen Schwindelanfall als vermeintlich frühes Schwangerschaftssymptom. Damals sind wir extra in den Drogeriemarkt außerhalb unserer Kleinstadt oder unseres kleinbürgerlichen Stadtteils gefahren, um dort minutenlang durch die Regalreihen zu schleichen. Schließlich fassten wir uns ein Herz und zogen den Test, natürlich den günstigsten, von seiner Halterung. Noch schnell ein paar Kleinigkeiten in den Korb gepackt, die dann sorgfältig auf dem Kassenband um das Corpus Delecti drapiert wurden. Zu Hause angekommen, wird der alltägliche Akt des Wasserlassens zum reinsten Nervenkrieg. Tausend Gedanken schießen zwischen den Hirnhälften hin und her, bis die fünfminütige Wartezeit verstrichen ist. Am Schluss zeigt der Test nichts, bis auf eine kräftige Kontrolllinie. Und wenn unsere Menstruation bis dahin noch nicht eingesetzt hat, wird sie es mit Sicherheit am nächsten Morgen tun. Und wir gestehen uns ein, etwas überreagiert zu haben und ärgern uns über die vergeudeten Ausgaben.

Heute lässt die Anwendung eines Schwangerschaftstests unseren Adrenalinspiegel immer noch in die Höhe schnellen. Doch die Umstände haben sich drastisch geändert. Die Vorstellung ein positives Testergebnis in den Händen zu halten, lässt uns in rosa Träume von kugelbäuchiger Glückseligkeit schwelgen. Statt mit dem Kauf bis zum erwarteten Tag der Periode zu warten, decken wir uns schon vorher mit Teststreifen ein. Und weil wir nicht schon pleite sein wollen, bevor die Familienplanung richtig begonnen hat, bestellen wir gleich ein Hunderter-Pack für kleines Geld im Internet. Und natürlich lässt es unsere Ungeduld nicht zu bis zum Tag X zu warten. Wozu auch? Schließlich sind die Anzeichen eindeutig! Dann starren wir also gebannt auf den Test. Sehen zu, wie sich die Flüssigkeit langsam nach oben saugt. Viel zu langsam übrigens. Die Kontrolllinie erscheint. Doch sonst passiert nichts. Wir starren weiter auf den Test, halten ihn ins Licht, drehen und wenden ihn, warten noch einmal fünf Minuten und starren weiter bis selbst die Fliesen im Bad streifen bekommen. Aber nichts tut sich. Zum Glück gibt es das Internet, was selbst Antworten auf Fragen bietet, die nie gestellt wurden. Dort begegnen uns allerdings auch die größten Irrtümer. Wenn man Glück hat, ist man nach seiner Google-Orgie genauso klug, wie vorher. Meistens jedoch ist die Verwirrung nur noch größer.

Hier nun mein Versuch ein wenig Licht ins Dunkel über Schwangerschaftstest zu bringen:

  • Ab wann kann getestet werden?

Allgemein liegt der HCG-Wert im Blut zwischen 6 und 19 950 IU/l (Internationale Einheiten pro Liter) innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen. Mit diesem extremen Beispiel eines obskuren Wertes soll gezeigt werden, wie stark die HCG-Konzentrationen von Frau zu Frau schwanken können. Grundsätzlich sollte also wirklich bis zum Tag der erwarteten Periode gewartet werden, auch wenn die beste Freundin bereits sieben Tage nach Empfängnis positiv getestet haben soll. Die Geduld zahlt sich auch insofern aus, als dass ein eventuell stattfindender früher Abgang nicht bemerkt wird. Dazu sei bemerkt, dass nahezu jede Frau in ihrem Leben von einem solchen Ereignis betroffen ist.

  • Welcher Test ist der Beste?

Prinzipiell funktionieren sie alle nach dem gleichen Prinzip: Im Urin befindliches HCG bindet an einen passenden Antikörper. Durch Anheftung an einen Farbstoff wird die Testzone schließlich gefärbt. Lediglich in ihrer Sensitivität sollen sie sich unterscheiden. Die als Frühtest deklarierten Streifen sollen schon ab einer HCG-Konzentration von 10 IU/l ein positives Ergebnis zeigen. In diversen Foren finden sich allerdings kontroverse Diskussionen über einige dieser Frühtests. Manche sind damit sehr unzufrieden, weil diese Tests selbst mehrere Tage nach NMT nicht oder nur unzureichend angeschlagen hätten, selbst als „25er“ oder gar „50er“ schon fette Linien zeigten. Möglicherweise liegt die Begründung in den zwei verschiedenen HCG-Arten, die vom Körper gebildet werden. Denn HCG ist nicht gleich HCG. So überwiegt in den ersten Wochen der Schwangerschaft das sogenannte H-HCG (hyperglysolated HCG), eine größere Variante des gängigen HCG-Moleküls. Manche Schwangerschaftstests besitzen auf ihrer Oberfläche allerdings nur Rezeptoren für das allseits bekannte Hormon. Somit kann selbst ein hochsensibler Schwangerschaftstest mitunter negative Ergebnisse liefern, wenn er lediglich auf „normales“ HCG reagiert.

Da für in Deutschland erhältliche Schwangerschaftstests keine Übersicht zu finden war, welcher Test auf welche HCG-Art reagiert, kann auch hier nur das Warten auf den NMT empfohlen werden.

Wer übrigens dazu neigt, in jeden Streifen eine Verdunstungslinie hinein zu starren, sollte auf digitale Tests ausweichen, die eindeutig „Schwanger“ oder „Nicht schwanger“ auf das Display schreiben. Die Ausgaben sind jedoch vergebens, wenn man das Plastikgehäuse auseinanderbaut, in dem Glauben, der Test hätte einen belogen.

  • Wie sicher sind die Ergebnisse?

Bei einem positiven Testergebnis kann sich schon einmal vorsichtig gefreut werden. Schließlich kann nur das detektiert werden, was auch da ist! Ausnahmen gibt es immer. Bestimmte Medikamente oder manche fiese Tumore können zu einem positiven Test führen. Grundsätzlich sollte dies als Anlass genommen werden, einen Termin beim Frauenarzt zu machen.

Negativ zu testen ist für alle Frauen mit Kinderwunsch immer wieder ein Schlag ins Genick. Schnell greift man nach jedem Strohhalm, der einen hoffen lässt, bis man mit Einsetzen der Menstruation damit unter geht. In der Tat muss ein negativer Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft nicht ausschließen. Wie oben bereits erwähnt, schwanken die Schwangerschaftshormone in ihrer Art und Menge von Frau zu Frau und Bauch zu Bauch. Auch ein zu hoher Gehalt männlicher Hormone im Blut, kann wohl einen Test verfälschen. Sollte dennoch die Basaltemperatur mehrere Tage unter die Coverline sinken, die Periode einsetzen und ein Test wiederholt negativ sein, muss man wohl gedrungen in den nächsten Übungszyklus starten. Wie immer beseitigt der Besuch beim Frauenarzt letzte Zweifel.

  • „Selbst der Apfelsaft ist Schwanger, nur ich nicht!“

Kuriose Stories, die die Zuverlässigkeit mancher Tests in Frage stellen, finden sich in Foren en mass. Über die molekularen Vorgänge beim Eintauchen eines Schwangerschaftstest in Apfelsaft, Cola oder Gesichtswasser sollen sich die Chemiker Gedanken machen. Sollten diese Heimexperimente in Erfolg münden, kann wohl von einer ähnlichen Struktur zwischen Bestandteilen des Nicht-Urins und HCG ausgegangen werden. Solange die Cola-getränkten Fake-Tests nicht eingesetzt werden, seinen Liebsten zu schocken, ist im Prinzip dagegen auch nichts einzuwenden.

  • Ist mein Hund der bessere Schwangerschaftstest?

In der Tat sind Tiere in der Lage Veränderungen zu spüren, während wir noch völlig im Dunkeln tappen. Mit spüren ist weniger eine übersinnliche Kraft gemeint, als vielmehr die extreme Ausprägung aller Sinne. Tiere können besser hören, bisweilen besser sehen und vor allem besser riechen. Gerade letzteres erklärt vielleicht das merkwürdige Verhalten unserer oder der anderen Vierbeiner, sobald sich eine Schwangerschaft einstellt. In einigen Foren ist von Hunden und Katzen zu lesen, die ihrem Frauchen lange vor einem positiven Test nicht mehr von der Seite weichen oder genau das Gegenteil tritt ein und Frauchen wird neun Monate wie Luft behandelt. Nicht zuletzt Hunde besitzen, neben ihres hervorragenden Gerruchssinns, eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, die sie jede Gemütsregung registrieren lässt. Vielleicht sollte beim nächsten Übungszyklus mehr auf die Frühzeichen beim Haustier geachtet werden. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, vom Hineinhorchen in den eigenen Körper abgelenkt zu werden und anstatt selber Scheinschwanger zu werden, wird es dann der Hund.

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