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Vitamine in der Kinderwunschzeit

Es gibt tausend Dinge mit denen ich mir die Zeit bis zum Tag der Wahrheit vertreiben könnte, dennoch wird es endlich mal Zeit über ein paar Hilfsmittel bei unerfüllten Kinderwunsch bzw. Fertilitätsstörungen zu sprechen. Bevor ihr es von jemand anderen erfahrt: Ich bin selbst in der Vitamin-Branche tätig, möchte aber meinen Arbeitgeber hier nicht erwähnen, da ich nicht möchte, dass mein Chef mich in vierzehn Tagen anruft und fragt, ob der Test positiv war. Ich werde im Artikel verschiedenen Präparate nennen unter denen auch Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel meines Arbeitgebers sind. Der Vorteil für euch Leser ist, dass ich wirklich viel Erfahrung mit Substitutionstherapie habe. Nicht nur, weil ich die Mittel selbst hin und wieder oder auch regelmäßig einnehme, sondern auch, weil ich von meinen Ärzten und Heilpraktikern erfahre, wo sie Substitutionstherapeutika einsetzen und welche Erfahrungen sie damit machen. Der Nachteil liegt darin, dass ihr mir Befangenheit vorwerfen könnt.Allerdings tue ich das hier ganz freiwillig und mir wurden nie Geld oder andere Vorteile für mein Schreiben versprochen.  Lest am besten erst einmal und entscheidet dann, welche Information ihr für euch nutzen möchtet.

Pinzipiell kann ich euch nur nahe legen, Substitutionspräparate in der Apotheke zu kaufen. Auch wenn der Griff ins Supermarktregal einfach und günstig erscheint, zahlt man bei vielen Dingen drauf. Die Pharmaindustrie mag einen schlechten Ruf haben, der bisweilen auch begründet ist, dennoch kennen sie sich mit Medikamenten und deren Zusammensetzung aus. Sie stellen selber her oder setzen auf Hersteller, die auf kontrollierte Wirk- und Hilfsstoffe achten. Viele Firmen lassen ihre Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland produzieren.Gerade auf dem „Vitamin-Markt“ mischen zudem noch etliche mittelständische und Familienunternehmen mit, sodass die Euronen doppelt gut investiert sind. Die Supermarkt-Mittelchen hingegen werden aus schlecht zu resorbierenden Bestandteilen zusammengesetzt, deren Ursprung kaum nachzuvollziehen ist.

  • Selen sollte auf dem Speiseplan aller Schilddrüsenunterfunktions-Kinderwünschlerinnen stehen. Bei mir selbst hat sich bereits vor der Einnahme von L-Thyroxin der TSH-Wert von 3,8 µU/ml auf 2,5 µU/ml gebessert. (Zusätzlich habe ich noch Zink und Vitamin D eingenommen) Mein Mittel der Wahl war bisher Cefasel 100 nutri
  • Vitamin D: Was Vitamin D betrifft, wurde in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype losgetreten. Nach wie vor halte ich die Substitution von Vitamin D in gewissen Lebensphasen für außerordentlich wichtig, an das Allheilmittel glaube ich jedoch nicht. Mit Kinderwunsch und als Schwangere sollte ausreichend Vitamin D aufgenommen werden, da es für eine optimale Schilddrüsenfunktion unabdingbar ist und möglicher Weise der Entstehung von Schwangerschaftskomplikaionen vorbeugen kann. Als gut werden Werte ab 30 ng/ml eingeschätzt, wobei auch hier die Meinungen auseinander gehen. Die Praxis zeigt, dass die Symptomatik entscheidend ist. Wer also Vitamin D zuführen möchte, hat eine riesige Auswahl an Mitteln, die von 1000 I.E. bis 7000 I.E. freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Meine Empfehlung ist, statt ein sehr hoch dosiertes Präparat (über 7000 I.E.) einmal wöchentlich oder gar einmal monatlich einzunehmen, sollte man lieber täglich oder alle zwei Tage mittelhohe (5600-7000 IE) bis niedrigdosierte (1000-2000 IE) Mittel einsetzen. Damit steigt der Spiegel zwar langsamer an, nimmt aber einen physiologischeren Verlauf, als wenn man selten sehr hoch dosiert. Oder legt ihr euch einmal die Woche für fünf Stunden in die Sonne und versteckt euch dann sechs Tage im Keller? Des Weiteren könnnen nicht alle Prozesse im Körper auf den Vitamin-D-Speicher in der Leber zurückgreifen. Gerade die Fortpflanzungsorgane sind auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb die Fruchtbarkeit im Winter abnimmt? Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Bedeutung von Magnesium für einen funktionierenden Vitamin-D-Stoffwechsel. Ohne das Mineral läuft hier nämlich gar nichts. Fast alle Enzyme, die Vitamin-D umwandeln und transportieren arbeiten Magnesium-abhängig. In der Praxis erlebe ich oft, dass mir von Patienten berichtet wird, die nach Vitamin-D-Hochdosistherapie unter Wadenkrämpfen leiden. Wahrscheinlich steckt dann ein Magnesiummangel dahinter, da das Mineral im Vitamin-D-Stoffwechsel verbraucht wurde. Das einzige Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke, was diese Kombination enthält ist Vitagamma Duo. Es hat zwar nur 1000 I.E. Vitamin D, dafür enthält es eine sehr hochwertige Magnesium-Verbindung. Monopräparate gibt es hingegen unendlich viele. Hier sollte auf gut verträgliche Inhaltsstoffe geachtet werden und welche Dosierung gebraucht wird. Für Kinder praktisch finde ich die Gummidrops von Hevert, die ebenfalls 1000 IE Vitamin-D enthalten. Die Büchse sollte dann jedoch wirklich weit weg von den Kleinen stehen.
  • Magnesium: Nicht nur der Vitamin-D-Stoffwechsel ist auf Magnesium angewiesen, auch viele andere enzymatische Vorgänge wären ohne Magnesium undenkbar. Obwohl der Magnesium-Status im Blut gemessen werden kann, macht er kaum eine Aussage darüber, wie es um den Magnesiumgehalt auf Zellebene tatsächlich bestellt ist. Daher spielen hier die Symptomatik und die Lebensumstände eine tragende Rolle. Wadenkrämpfe, Nervosität, Migräne und Kopfschmerzen, Herzstolpern und Herzrasen können ihre Ursache in einem Magnesiummangel haben. Um so mehr, je stressiger der Alltag der Betroffenen ist. Auch eine Überversorgung mit Calcium kann einen Magnesiummangel zur Folge haben. Bei der Substitution sollte auf eine hochwertige Magnesium-Verbindung geachtet werden. Prinzipiell besser werden organische Magnesium-Salze aufgenommen. Dazu zählen u.a. -Orotate, -Aspartate und -Citrate. Eher gut für weichen Stuhl und als Abführmittel geeignet sind -Chloride, -Oxide und -Sulfate. Bei diesen anorganischen Verbindungen verbleibt das Magnesium zu großen Teilen im Darm und bindet dort Wasser. Als ich noch keine Ahnung von Magnesium-Aufnahme hatte, habe ich in der Schwangerschaft bei meinen harten Bäuchen massenhaft Magnesium aus dem dm gefuttert. Tatsächlich hatte ich nie Verstopfung, die harten Bäuche habe ich aber auch nicht wegbekommen. Heute bin ich schlauer. Wenn ich Krämpfe habe, Migräne vorbeugen will oder dieses unheimliche Herzstolpern bekomme, nehme ich ein Magnesium-Orotat. Erfahrungsgemäß hilft es auch deutlich besser als andere Verbindungen gegen harte Bäuche in der Schwangerschaft. Schon etliche Bekannte haben damit ihre harten Bäuche weich bekommen, während ein Magnesium-Citrat versagt hat. Aufgrund der unterschiedlichen Verbindungen und deren Eigenschaften ist es schwierig eine Aussage über die eigentliche Magnesium-Menge zu treffen. Magnerot classic beispielsweise enthält rund 33 mg Magnesium-Ionen. Dafür kommen aber fast alle Ionen dort an, wo sie gebraucht werden, während das Magnesium-Oxid aus dem dm an die 800 mg hatte und das meiste vermutlich zur Bildung von Toilettenkrusten beigetragen hat.
  • Zink: In erster Linie profitieren die zwei großen S davon: Schilddrüse und Spermiogramm. Aber auch viele weitere enzymatische Prozesse können nicht ohne Zink ablaufen. Besonders häufig ist ein Zinkmangel wohl auch mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern assoziiert. Daher kann ich jedem Kinderwunschpaar nur zum Absetzen dieser Mittel raten, wenn es nicht unbedingt nach Ansicht eures Arztes erforderlich ist. Wie bei Magnesium gilt auch bei Zink, auf eine organische Verbindung zu achten.
  • B12 : Kurz gefasst spielt B12 für Nerven und Blutbildung eine wichtige Rolle. Ohne B12 ist außerdem kein Folsäure-Stoffwechsel möglich. Wichtig zu wissen ist, dass Medikamente wie Protonenpumpen-Hemmer (PPIs) zu denen Omeprazol oder Pantoprazol zählen, aber auch chemische Anti-Azidita die Aufnahme von B12 aus der Nahrung fast komplett unterbinden. Sie stören den Säurehaushalt des Magens, wodurch der Intrinsic-Factor nicht wirken kann. Dieser Faktor ist jedoch für die Aufnahme von geringen Mengen B12, wie sie in der Nahrung oder gering dosierten Mitteln vorkommen, im oberen Dünndarm unabdingbar. Auch Metformin hat einen ähnlich ungünstigen Effekt. Ebenso gelten künstliche Hormone als B-Vitamin-Räuber. Daher sollten Frauen, die nach Pilleneinnahme in den Kinderwunsch starten, auf ihren B12-Status achten. Um einem B12-Mangel rechtzeitig auf die Schliche zu kommen, empfiehlt es sich, das Holo-Transcobalamin zu bestimmen. Es kostet zwar mehr, schlägt aber eher an, als das Gesamt-B12 im Serum. Bis vor einigen Jahren wurde in Deutschland noch ausschließlich die parenterale Substitutiontherapie -also mit Spritzen- bei Aufnahmestörungen propagiert. Diese Annahme ist auch nach wie vor richtig, wenn man versucht mit niedrig dosierten Mitteln zu substituieren. Wer einen starken Mangel mit entsprechend heftigen Symptomen aufweist, sollte sich tatsächlich B12 spritzen lassen. Wer jedoch noch keine klinischen Symptome aufweist, Mangel vorbeugen will oder nach Auffüllen seiner Speicher den Wert halten möche, kann auch auf Tabletten zurückgreifen. Dabei gilt es, die Dosis zu beachten. Bei verminderten Säuregehalt des Magens oder Entzündungen der Magenschleimhaut sollte auf Arzneimittel mit 1000 µg Cyanocobalamin zurückgegriffen werden. Welches Cobalamin enthalten ist, spielt übrigens keine Rolle. Jedes Cobalamin wird im Körper umgebaut, je nachdem, ob es gespeichert oder wieder für Stoffwechselvorgänge aktiviert wird. Als gut verträglich und relativ preisgünstig haben sich die B12 Ankermann Dragees bewährt.

Im nächsten Teil werde ich  über meine Erfahrung mit weiteren hilfreichen Substanzen, wie Macca und Myo-Inosistol berichten.

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Präeklampsie und Vitamin D

Kein Angst ihr Lieben, bisher verläuft meine Schwangerschaft komplikationslos. Blutdruck, Pipi und Allgemeinbefinden sind im grünen Bereich und dennoch möchte ich mich heute einem Thema widmen, was ich lange aufgeschoben habe: Dem Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Risiko an einer Präeklampsie zu erkranken.

Mein Gerinnungsspezialist hat mich bereits zu Beginn der Schwangerschaft darauf hingewiesen, dass meine Vitamin-D-Werte im Keller sind und mir nahe gelegt, von nun an jeden Tag 1000 mg Vitamin D zu mir zu nehmen. An dieser Stelle komme ich nicht umhin, darauf hin zu weisen, in welchem Monat es bei uns geschnackselt hat. Der September wars! Und da sollte man doch eigentlich davon ausgehen, dass die Speicher dank frischer Luft und Sonnenlicht aufgefüllt sind. Doch allem Anschein nach, ist mein Vitamin-D-Metabolismus nicht gerade der Fleißigste und so musste ich eben wieder mit künstlichen Mittelchen aufstocken, wie ich es bereits während der Kinderwunschbehandlung getan habe.

Früher nannte man die Präeklampsie „Schwangerschaftsvergiftung“, da die typischen, krankhaften Symptome Bluthochdruck und Eiweißausscheidung erst während der Schwangerschaft auftreten und man daher schlussfolgerte die Schwangerschaft würde vom Körper nicht verkraftet werden und führte zu „Vergiftungserscheinungen“. Obwohl die Präeklampsie mit einem Auftreten von 3-10% weltweit zu den häufigsten Schwangerschaftskomplikationen gehört,  ist die tatsächliche Ursache für das Auftreten einer Präeklampsie bis heute unklar. Sehr viel Aufmerksamkeit von Seiten der Forscher wurde in den vergangenen Jahren dem Vitamin-D-Status der Schwangeren gewidmet. Gerade in den USA sind zahlreiche Studien erschienen, die einen signifikanten Zusammenhang zwischen Serum-Vitamin-D und Präeklampsie herstellen konnten. So wird der Verdacht gehegt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Präeklampsie zunimmt, wenn der 25 (OH)D-Gehalt im Blutserum ein Level von 50 nmol/L  unterschreitet. Dabei ist noch nicht geklärt, in welchem Stadium der Schwangerschaft die niedrigen Vitamin-D-Werte von Bedeutung sind. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung vorallem im zweiten Trimester von Bedeutung ist.

Inwiefern nun Vitamin-D die Entstehung einer Präeklampsie verhindern kann, ist zwar bisher nicht dargelegt, dennoch scheint die Aufgabe des Vitamins für das Aufrechterhalten einer gesunde Schwangerschaft logisch. Denn zum Einen greift es in die Regulation unseres Blutdruckes ein, indem es das in der Niere gebildete und blutdrucksteigernde Renin unterdrückt und die glatte Muskulatur der Blutgefäße beeinflusst. Daneben wirkt es auf Insulinhaushalt und  Blutgerinnung.

Die Entstehung einer Präeklampsie erfolgt in zwei Phasen. Zuerst zeigt sich an der Plazenta eine unzureichende Durchblutung, die mitunter durch fehlerhafte Einnistung der Eizelle zu Beginn der Schwangerschaft zustande kommen kann. Um diesem pathologischen Zustand entgegen zu wirken, werden daraufhin in der zweiten Phase  Stoffe produziert, die das Signal für weitere Maßnahmen des Organismus geben, diesem pathologischen Zustand entgegen zu wirken. So werden die Nierengefäße zu Veränderungen veranlasst, die sich letztlich in einer Ausscheidung von Eiweißen (Proteinurie) äußert. Häufig kommen aufgrund der veränderten Nierenfunktion Ödeme hinzu, die allerdings im Vergleich zu den immens hohen Blutdrücken, die Betroffene entwickeln, das geringste Problem darstellen. Da die aktivierte Form des Vitamins 1,25 (OH)2D auf molekularer Ebene zur Regulation gewisser Gene beiträgt, die maßgeblich an einer normalen Plazentation und Entwicklung des Mutterkuchens beteiligt sind, liegt die Vermutung nahe, dass unzureichende Vitamin-D-Level einen negativen Einfluss auf die gesunde Entwicklung einer Schwangerschaft haben können.

Gerade für Frauen, die sich aufgrund des PCO-Syndroms oder anderweitiger hormoneller Störungen einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, halte ich es für wichtig, die Vitamin-D-Versorgung auch bei Eintreten einer Schwangerschaft im Auge zu behalten. Das selbe würde ich Frauen empfehlen, die ein erhöhtes Risiko haben, eine Präeklampsie zu entwickeln. Vorallem Hebammen stehen der Versorgung mit künstlichen Vitaminpräparaten -mitunter zu Recht- kritisch gegenüber. Immer wieder wird zum Thema Vitamin-D argumentiert, dass es ausreichen würde, den Unterarm 20 Minuten in die Sonne zu halten, um seinen Tagesbedarf zu decken und wahrscheinlich trifft das auf die Mehrheit der Bevölkerung auch zu. Bei wem die Werte jedoch wiederholt, trotz ausgiebiger Spaziergänge an der frischen Luft zu niedrig waren, sollte mit seinem Arzt über die zusätzliche Einnahme von Vitamin-D während Kinderwunsch und Schwangerschaft sprechen.

Meine Literaturquelle: M. Tabesh, A. Salehi-Abargouei, M. Tabesh, A. Esmaillzadeh: „Maternal Vitamin D Status and Risk of Pre-Eclampsia: A Systemic Review and Meta-Analysis“ J Clin Endocrinol Metab 98: 3165-3173, 2013

Sellerie, Sellera und Bienenstich

Bauch in der 32. SSW

Bauch in der 32. SSW

Mein schwangerer Körper hat sich einen neuen Spleen ausgedacht: Ich nenne ihn die verderbliche Sellerie-Lust. Seit unserer Einweihungsparty, zu der wir verschiedene Gemüse als Dipp-Snack zurecht geschnibbelt hatten, treibt mich der Heißhunger auf die köstlichen, zarten, grünen Stangen um. Nun könnte man ja meinen, der Körper versucht sich mit solchen Signalen zu holen, was ihm fehlt oder die Mär von den natürlichen Instinkten aufbeten…da meine sogenannten „Instinkte“ jedoch schon während meiner Lakritz-Phase total fehlgeleitet waren und ich derzeit gerne an allem schnüffeln würde, was seinen Ursprung in einem Chemiewerk hat, habe ich lieber mal Madame Google um Rat gefragt, was es denn mit meinem neuen Gaumenfreund auf sich hat. Und natürlich habe ich mit meiner Auswahl wieder einmal voll ins Schwarze getroffen! Sellerie enthält, wie viele Doldenblütler eine Menge ätherischer Öle, darunter das sogenannte Apiol, was im Mittelalter zum Schwangerschaftsabbruch verwendet wurde. Diese Substanz ist übrigens auch der Grund, weshalb Schwangere geraten wird, auf den übermäßigen Verzehr von Petersilie zu verzichten.

In Wirklichkeit ist es grober Unfug, dass der bloße Verzehr von Petersiliengarnierung zu einem Abort führen könnte. Die Engelmacher des Mittelalters haben das Apiol in hochkonzentrierten Mengen angewandt, um vorzeitige Wehen herbei zu führen. Selbst mit einem Süppchen aus Petersilienwurzeln, kann die Hobbyköchin vermutlich keine Geburt einleiten, sofern sie nicht literweise geschlürft wird. Klar, wer ohnehin schon unter vorzeitiger Wehentätigkeit leidet, sollte die Finger davon lassen.

Meinen Selleriekonsum habe ich dennoch heruntergefahren. Aber nicht, weil sich die harten Bäuche zurückgemeldet haben, sondern vielmehr, weil ich dann noch mehr Zeit im Badezimmer verbracht habe. Sellerie wirkt nämlich wunderbar harntreibend und verdauungsfördernd. Für die Hartleibigen -und damit meine ich nicht die Wehenden, also eine Möglichkeit dem harten Stuhlgang den Kampf mit dem grünen Lichtschwert der Doldenblütler anzusagen.

Bienenstich ist übrigens -abgesehen von seinen unzähligen Kalorien, auch für Schwangere erlaubt. Wie es sich jedoch mit den Stichen von Bienen in der Schwangerschaft auf sich hat, darüber habe ich mir bis vor Kurzem keine Gedanken gemacht. Nun trug es sich aber zu, dass ich von einer unserer Bienen (wir Imkern) in einem unachtsamen Moment gestochen wurde. Mein letzter Bienenstich ist solange her, dass ich mich gar nicht mehr richtig erinnern kann (wir imkern noch nicht sehr lange). Ich war vielleicht drei oder vier Jahre alt. Und mit Sicherheit habe ich geheult…denn ich habe oft geheult als Kind. Der Stich an sich tat kaum weh und ist auch nur minimal angeschwollen. Wenn ich da so an die Pestbeulen denke, die viele Pflanzenschutzmittel verpestete Mücken hinterlassen, war es optisch kaum der Rede wert. Dennoch kam ich nicht umhin mir Sorgen um das Baby zu machen. Immerhin hängt es ja an mir dran und könnte das Bienengift weniger gut wegstecken als ich. In der Tat wird Schwangeren ja mittlerweile sogar vom Verzehr von Erdnüssen abgeraten, wenn in der Familie gehäuft Erdnussallergien vorkommen. Um sicher sagen zu können, weder ich noch mein Partner sind von der Bienengiftallergie betroffen, sind wir einfach noch nicht häufig genug gestochen wurden. Sowas entwickelt sich ja meist erst später. Nun appliziert so ein Insekt jedoch gerade einmal eine geringe Giftmenge von ca. 0.1 mg. Mit jedem Griff in die Flippstüte würde man also mehr Allergen aufnehmen. Daneben verursacht der Bienenstich eine lokale Entzündungsreaktion und wirkt nicht systematisch, wie verschiedene Nervengifte, die beispielsweise bei einem Schlangenbiss in die Wunde gelangen. Ob das Bienengift also bis zum Ungeborenen vordringt, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Wer so einen Bienenstich also selbst gut wegsteckt, sollte sich um sein Baby im Bauch keine allzu großen Sorgen machen brauchen. Die Kleine war danach jedenfalls so mopsfidel wie zuvor.

Wer von einer Biene gestochen wird -egal ob schwanger oder nicht, sollte den Stachel sofort mit dem Fingernagel rauskratzen. Anders als bei Wespen, bleibt der Stachel in der Haut stecken und wird samt Giftdrüse aus dem Hinterteil der Biene gerissen. Während das Tier seinen mehr oder weniger ehrvollen Tod stirbt, pulsiert die Giftblase weiter und sondert noch fleißig Sekret ab. Also raus damit und zwar ohne drauf zu drücken, denn dann entlehrt sich noch mehr Gift in die Haut. Danach ist das beste Mittel der Wahl die Stelle sofort zu erwärmen. Denn bei Temperaturen über 40°C werden die Eiweiße aus denen das Bienengift hauptsächlich besteht, zerstört. Im Internet, der Apotheke oder im Imkereibedarf gibt es batteriebetriebene Stichheiler in Stiftform, die Wärme erzeugen und auf den Stich gedrückt werden. Da es, als mich die Biene stach, gerade Muttis Hühnersuppe gab, habe ich den Löffelstiel in die heiße Suppe getaucht und einige Minuten auf die Schwellung gehalten. Ein Stichheiler wäre praktischer gewesen und wird wohl demnächst Einzug in die Hausapotheke halten.

 

Besondere Umstände erfordern besondere…

Maßnahmen!

Ich weiß nicht, ob wir Schwangeren dieses Jahrtausends besonders weinerlich und schwach angerührt sind oder, ob wir einfach zu viel geben wollen und dann enttäuscht sind, wenn wir bereits im 5. Monat nicht mehr an die Fußspitzen ran kommen. Fakt ist jedenfalls, dass mir meine Körper jegliche Form körperlicher oder emotionaler Anstrengung im Handumdrehen heim zahlt. Zwei Arzttermine am selben Tag mit einer Fahrradstrecke zur S-Bahn reichen bereits aus, um mir am Abend und in der Nacht fiese Kontraktionen zu bescheren. Eine Fahrt zum Supermarkt mit meinem über andere Verkehrsteilnehmer geifernden Mann genügen, damit ich bereits am Tiefkühlregal einen harten Bauch nach dem anderen bekomme. Wie soll das bloß in ein paar Wochen werden, wenn der große Umzug aus dem hässlichen Hamburg ins schöne Leipzig ansteht?

Am Mittwoch muss ich wieder zum Kontrolltermin, da wird sich zeigen, ob diese harten Bäuche Veränderungen am Muttermund herbei geführt haben. Bisher habe ich tagsüber weitestgehend Ruhe. Und wenn ich wirklich auf mich Acht gebe und es schaffe meinen Ärger zu veratmen, dann werde ich sogar von den Abendbrotkontraktionen verschont. Nur Nachts oder zum frühen Morgen hin, treten sie fast immer auf. Eine gewisse Anzahl dieser „Übungswehen“ sollen ja durchaus im Rahmen liegen, ja sogar für eine gute plazentare Durchblutung sorgen und dem Uterus beim Wachsen helfen. 10 Stück pro Tag seien völlig normal. Ich frage mich nur, ob ich denn jede Einzelne mitbekomme.

Meine Schwägerin, die immerhin schon drei Kinder ausgetragen hat, kannte dieses Problem der frühen Kontraktionen aus ihrer ersten Schwangerschaft nur zu gut. Wenn man in den Foren liest, dann fällt außerdem auf, dass es bei Erstgebärenden und sehr schlanken Frauen eher zu solchen harten Bäuchen zu kommen scheint. Liegt wohl daran, dass der Uterus in der ersten Schwangerschaft einfach noch ungeübt -und -gedehnt ist. Dazu merkt natürlich eine Frau mit geringerer Isolationsschicht jede einzelne Veränderung am Bauch. Wenn ich den harten Bauch nicht von außen spüren würde, käme ich womöglich auf die Idee, dieser leichte Druck und das sanfte Ziehen käme von einem verirrten Pups.

Beim letzten Gyn-Besuch hat mir die Ärztin zu Magnesium geraten. Also nehme ich derzeit 800 mg Magnesium aus der Drogerie. Das ist schon eine ziemlich hohe Dosis, aber mich hat über die Feiertage ein wenig die Panik gepackt und mein Verdauungsapparat hat sich bisher auch nicht beschwert. Eine Überdosis Magnesium kann nämlich auch zu Durchfall führen, was wiederum wehenfördernd wirkt. Daneben folge ich dem Rat der guten Frau Stadelmann und nehme 3x täglich 5 Globuli Bryophyllum. Das hat mir bisher -mit Verzicht auf alle möglichen Weihnachtsgewürze, am meisten Linderung verschafft. Nicht desto trotz nützen all die gut gemeinten Ratschläge nichts, wenn frau sich jeden Tag zu viel fordert. Das ist jetzt einfach nicht der richtige Zeitpunkt, um Heldin zu spielen. Vielmehr ist es DIE Chance für unsere Göttergatten ihren Heldenstatus zurück zu erlangen!

„Ihr Baby ist so groß wie ein Ingwer“

Das kleine Wesen in meinem Bauch hat -wenn man der App Glauben schenken soll, in dieser Woche eine Transformation von der Avocado zum Ingwer hingelegt! Viel spannender als diese Gemüsevergleiche finde ich jedoch, dass ich das Menschlein seit ein paar Tagen von außen, wie von innen spüre. Nun ist der Unterschied zwischen Pups im Darm und Kindsbewegungen eindeutig auszumachen. Am besten merke ich es, wenn ich mich flach auf den Rücken lege und beide Hände unterhalb des Bauchnabels platziere. Meist liegt es dann gebettet auf meiner Harnblase und tritt mich in die Leisten. Jetzt weiß ich auch, was da unten immer mal so ziept. Mit dem Holzstethoskop konnte mein Mann allerdings bisher noch nichts hören. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass seine Festival-geschädigten Ohren so ein zartes Herzchen blubbern hören können. Mit dem handelsüblichen Onkel-Doktor-Stethoskop, was ich ja aufgrund seiner Flexibilität selbst zum Aushorchen benutzen kann, waren unsere Bemühungen auch nicht von Erfolg gekrönt. Die Dinger sind viel zu empfindlich und lassen einen alles mögliche Hören, nur das Herzchen nicht. Zumindest nicht in dieser Schwangerschaftswoche.

Der Bauch nimmt nun auch so langsam Form und Größe an. Allerdings ist er noch nicht eindeutig als Schwangerschaftsmurmel zu erkennen, sodass noch nicht eingeweihte Freundinnen wohl überlegen: „Ist sie einfach nur fett oder schwanger?“. Nachdem ich sie aufgeklärt habe, macht die Kugel dann in deren Augen eine Verwandlung vom Schmer- zum Babybauch durch. Wieder ein Beweis, wie Erfahrung und Wissen unsere Wahrnehmung beeinflussen. Und es gibt mir einen Hinweis darauf, dass ich nicht mehr viel Zeit habe, einen Job zu finden. Ab Ende Januar wird es vermutlich schwierig werden, den Bauch unter einem bewerbungstauglichen Blazer zu verstecken. Auf dem Arbeitsamt wollte man mir übrigens erzählen, dass ich sowieso gekündigt werden würde, sobald der Arbeitgeber von der Schwangerschaft erfährt. Schließlich sei ich dann noch in der Probezeit und eine Kündigung ohne Angabe von Gründen möglich. Nun, ein kurzer Blick in die Google Suchergebnisse liefert ja schon die Antwort: „Wenn es in einem Unternehmen zu betrieblichen Kündigungen kommt, müssen laut dem Gesetzgeber die Mitarbeiter auf Probezeit zuerst entlassen werden. Geschützt werden nur Schwangere – diese sind bis einen Monat nach der Geburt des Kindes unkündbar.“ (Quelle: absolventa.de) Wie das Ganze jedoch in der Praxis umgesetzt wird, ist mir natürlich nicht bekannt. Im schlimmsten Fall muss man wohl sein Recht vor Gericht erstreiten. Nun gut, morgen ist erst mal Weihnachten und bis zum Ende des Jahres wird sich von Seiten der potentiellen Arbeitgeber nicht mehr viel tun.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Fest und besinnliche Feiertage!

Guten Morgen Übelkeit

Die ersten zwölf Wochen Schwangerschaft sind geschafft und eigentlich könnte ich dem Thema schwangerschaftsbedingte Übelkeit die kalte Schulter zeigen. Dennoch hat mich eine Forendiskussion dazu gebracht, mich der Studienlage zu diesem üblen Leiden zu widmen. Nicht zuletzt, weil mein Zugang zu wissenschaftlicher Literatur in Bälde der Vergangenheit angehören wird. Im Forum fragte eine besorgte Schwangere, ob es denn stimmen würde, dass morgendliche Übelkeit eine stabile Schwangerschaft anzeigen würde. Besorgt war sie deshalb, weil es ihr einfach zu gut ging und sie fürchtete, bald einen Abort zu erleiden. Die Information hatte sie wohl aus dem sog. „Mami Buch“. Auch wenn der Titel des Buches irgendwie nach Hausfrauenweisheiten und Babystuhlorakel klingt, kam mir die Sache doch irgendwie bekannt vor. Tatsächlich haben sich im Jahr 2000 eine paar Wissenschaftler die Mühe gemacht einen Zusammenhang zwischen morgendlicher Übelkeit und Schutz des Embryonen herzustellen. Vielleicht taten sie das, um ihre schwangeren Frauen aufzumuntern, die sich die Seele aus dem Leib reiherten.

Immerhin leiden 80 % aller Schwangeren an morgendlicher Übelkeit, manche mit, manche ohne Erbrechen. Dabei trifft es die Bezeichnung „morgendlich“ ganz und gar nicht. Vielmehr sollte es Ganztagsübelkeit genannt werden. Lediglich während der Schlafenszeit lässt die Plage einen Großteil der Frauen in Ruhe. Die Spitze des Eisberges wird übrigens zwischen der 10. und 15. SSW erreicht. In dieser Zeit leiden die meisten Frauen unter Übelkeit. Danach dürften die meisten von ihnen aufatmen und ihr Leben wieder genießen. Vor allem Lebensmittel der Kategorie Fisch, Fleisch und Eier lassen schwangeren Frauen die Haare zu Berge stehen. Süßigkeiten -wer hätte das gedacht- werden hingegen nur selten ausgeschlagen, genauso wie Getreideprodukte, Gemüse und Früchte. Ebenso wie das meiden bitterer oder stark riechender Lebensmittel, verfolgen diese Aversionen das Ziel giftige oder bakterienverseuchte Lebensmittel zu verschmähen und somit Mutter und Embryo zu schonen. Auffällig ist ebenfalls, dass die Übelkeit im ersten Drittel der Schwangerschaft in der Regel am stärksten ausgeprägt ist. In dieser Zeit werden die Organe des Ungeborenen angelegt, weshalb Störungen durch Infektionen oder Toxine meist zum Abort führen. Anhand der Daten, die beide Wissenschaftler ausgewertet haben, wurde ein Zusammenhang zwischen Übelkeit und Abortrate ersichtlich. Demnach ist die Wahrscheinlich für Frauen, die mit der bloßen Übelkeit zu kämpfen haben, ein früher Abgang weitaus unwahrscheinlicher. Noch geringer ist sie für Frauen, die sich tatsächlich übergeben müssen. Dennoch müssen Frauen, denen es blendend geht, jetzt nicht in Panik verfallen. Über die „Stabilität“ einer Schwangerschaft kann anhand der Kotzbereitschaft keinerlei Aussage getroffen werden. Vielmehr sorgt ein empfindlicher Magen während des ersten Trimenons dafür, Nahrungsmittel zu essen, die weniger durch Bakterien, Pilze, Parasiten oder pflanzliche Giftstoffe belastet sind. Daher ist die Wahrscheinlichkeit eines Schadens, ausgelöst durch belastete Lebensmittel unwahrscheinlicher. Daneben bestünde laut dieses Papers kein Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsübelkeit und einer späteren Totgeburt oder dem plötzlichen Kindstod.

Meine Übelkeit ist seit ein paar Wochen gänzlich verschwunden und meine Essgewohnheiten normalisieren sich so langsam. Nach einer Mandel-, Lakritz-, Mortadella und Cornflakesphase bin ich jetzt wieder auf dem einigermaßen normalen Level angekommen. Meiner Meinung nach, gibt es eine familiäre Häufung, was die Übelkeit betrifft. Unsere Frauen waren davon nie besonders schlimm betroffen. Vielleicht liegt es daran, dass wir von Kindesbeinen an im Dreck gewühlt haben und daher schon alle möglichen Infektionen durch hatten. Wer sich langweilt, könnte dazu ja mal ein wenig forschen.

Zum Nachlesen hier noch das Paper: S.M. Flaxman, P.W. Shermann 2000. Morning Sickness: A Mechanism for Protecting Mother and Embryo. The Quarterly Review of Biology 75:113-148

9., 10. und 11. SSW

Hier habe ich noch zwei Ultraschallaufnahmen aus der 9. und 10. SSW für euch. Bei 8+5 war die Perle 21 mm groß und hat während des Schallens mit dem Kopf gewackelt und gewunken. Wahrscheinlich wird es ein Headbanger, wie sein Vater. Eine Woche später ist es bei 10+5 schon 29 mm lang. Bei den Bildern wird deutlich, wie verschieden die Qualität bei unterschiedlichen Ärzten ist. Seit vergangener Woche darf ich zu meiner Gynäkologin gehen und wurde mit den besten Wünschen aus der Kiwu entlassen. Ich hoffe, ich sehe die Leute dort so schnell nicht wieder! 

SSW 8+5; SSL ca 21 mm

SSW 8+5; SSL ca 21 mm

SSW 9+5, SSL 29 mm

SSW 9+5, SSL 29 mm

10. SSW: Einen Tag bevor ich den Termin bei meiner Gyn hatte, waren plötzlich alle Anzeichen verschwunden. Keine Übelkeit, kein Brustspannen. Mir ging es blendend. Wiedereinmal habe ich Panik geschoben und mir die schlimmsten Szenarien ausgemalt. Mein Mann hat mir vorgeschlagen, die Ärztin zu bitten, mich einen Tag früher dran zu nehmen, wenn ich mir solche Sorgen mache. Ich habe mich dann erst mal gesammelt und bin zu dem Schluss gekommen, dass es vollkommen sinnlos ist, den Ultraschall vorzuziehen. Wenn etwas mit dem Kind nicht in Ordnung ist, das Herz also aufgehört hat zu schlagen, dann kann kein Arzt der Welt mehr etwas retten. So ist es nun mal. Vielmehr sollte ich lernen mich selbst zu beruhigen, statt auf Sicherheit durch ein technisches Gerät zu setzen. Ich weiß auch nicht, was es bringt, sich ein Herztonempfänger (Angel Sound u.ä.) für zu Hause zu besorgen. Was macht man denn, wenn man keine Herztöne findet? Als ich noch im Kreißsaal gearbeitet habe, hatten wir in so einem Fall drei Minuten Zeit das Kind zu holen. Unmöglich das von zu Hause zu schaffen. 

11. SSW: Am Sonntag wurde ich doch tatsächlich von einer Migräneattacke heimgesucht. Volles Programm mit Augenflimmern und Kopfschmerzen. Ich war total geschockt, weil ich geglaubt habe, in der Schwangerschaft würde ich davon verschont bleiben. Schließlich war bei mir meist der Eisprung mit seinem Östrogenpeak oft ein Garant für einen Kotztag. Tatsächlich ist es aber so, dass während des 1. Trimenons dahingehend kaum eine Verbesserung zu erwarten ist. Eher im zweiten und letzten Drittel dürfen Migränikerinnen auf Besserung hoffen. Ansonsten lassen die anderen Schwangerschafts“beschwerden“ – das flaue Gefühl und der Dauerhunger mit Unterzuckerung, langsam nach. Nachts muss ich nach wie vor auf Toilette und mein gesamtes Muskelskelett fühl sich an, als hätte jemand zu viel Gelatine reingerührt. Ich bin ein Qualle auf zwei Beinen.

Nächste Woche, wenn alles gut ausschaut gibt´s endlich den Mutterpass. Wird ja auch mal Zeit! 🙂

Bitte lächeln!

Am Freitag gab es das erste Bild von unserer Minibohne. An 5+0 konnte man natürlich noch nicht allzu viel ausmachen. Hoffentlich ändert sich das am kommenden Freitag und wir können ein Herzchen blubbern sehen. Der hcG-Wert lag bei 1500 mIE, was wohl auch vollkommen im Rahmen ist. Außerdem wurden zwei fette Gelbkörperzysten entdeckt – die Übeltäter für das fiese Stechen in der rechten Seite. Frau Doktor meinte, die würden demnächst verschwinden, sobald die Plazenta ihren Vollzeitjob antritt.

Fruchthöhle SSW 5+0

Fruchthöhle SSW 5+0

Wie Frau in dieser Situation allerdings mit den bösen statistischen Fakten zum Thema Fehlgeburt umgehen soll, ist mir nach wie vor rätselhaft. Dafür gibt es einfach kein Patentrezept. Mein Mantra für die dunklen Stunden, wenn mich mitten in der Nacht die Angst überfällt, ist: „Es liegt nicht in meiner Hand!“ Und so ist es nun mal. Ich ernähre mich schwangerschaftsgerecht, spritze artig Heparin und lasse meinen Mann die Einkäufe schleppen. Mehr kann ich momentan nicht tun. Und je mehr ich darüber nachdenke, um so bewusster wird mir, wie unnütz die ganzen medizinischen Errungenschaften derzeit für mich sind.  Natürlich beruhigt ein schönes Ultraschallbild und ein guter hcG-Wert. Für den Moment! Die Zeit zwischen den Kontrollen muss ich einfach vertrauen. Mir vertrauen. Meinem Körper. Mutter Natur. Das fällt nicht leicht, nachdem einem die körperlichen Unzulänglichkeiten schwarz auf weiß bestätigt wurden. Mir hilft es gerade sehr, wenn ich mich so richtig scheiße fühle. Da denke ich mir, so muss das sein in der Schwangerschaft! Die Symptome sind allerdings nicht immer spürbar. Es gibt Tage, da fühle ich mich fit, wie ein Turnschuh und anstatt es zu genießen, mache ich mir….na was wohl? SORGEN! Zum Glück ändert sich das aber meist am nächsten Tag 🙂

Hier die Neuigkeiten aus dem Schwangerschaftszeichen-Kuriositäten-Kabinett:

  • Brustspannen meist abends und nachts
  • Müdigkeit, manchmal bleiern, manchmal latent
  • großen Appetit, häufig auf Süßkram
  • trockener Mund in der Nacht

Und hier noch meine Fieberkurve aus diesem überraschend erfolgreichen Zyklus:

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

hCG 112

Soeben kam der Anruf aus der Kinderwunschklinik: Laut Blutergebnis bin ich schwanger. Meine Werte sind vollkommen in Ordnung. Und dann hagelte es auch schon wieder ein ganzes Bataillon Anweisungen: Ab heute muss ich – wegen einer Thrombophlebitis in der Vergangenheit, Heparin spritzen. Am Montag wird dann geschaut, ob ich die Spritzen vertrage und am Freitag ist voraussichtlich Ultraschall.

Für alle, die heiß auf visuelle Stimulation sind, gibt es ein paar Fotos meiner Testreihe. Der letzte Test von heute sieht im nassen Zustand schwächer aus. Getrocknet sieht man dann die Linie aber extrem stark.

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 in getrocknetem Zustand.

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 im getrockneten Zustand.

Da ich mich all die Jahre des Übens und bereits davor, als mir eine Schwangerschaft noch nicht Recht gewesen wäre, gefragt habe, wie sich denn nun anfühlt schwanger zu sein, habe ich hier mein Schwangerschaftsanzeichen-Kuriositäten-Kabinett zusammen gestellt:

  • Mensartige Bauchkrämpfe ab ES+9
  • Brustspannen kommt meist abends, Brustspannen geht, wann es lustig ist
  • Übelkeit, von der man nicht weiß, ob sie aus dem Kopf oder dem Magen kommt und die einen zu jeder Tages- und Nachtzeit überfallen kann
  • Tagsüber frieren; zur Simpsons-Zeit auf dem Sofa bekomm ich dann heiße Ohren
  • Verdauungsstörungen als wäre Prüfungszeit
  • nächtliche Nervosität mit Herzrasen
  • immer müde, nur nicht Nachts
  • Joe Cocker hat mich zum Weinen gebracht

Und all das nehme ich gerne in kauf 🙂

Test the Best

Mit der Anwendung eines Schwangerschaftstests mögen die meisten Frauen von Beginn ihrer Geschlechtsreife an vertraut sein. Egal, ob frau sich trotz Antibiotikaeinnahme nicht zügeln konnte oder, ob manche Erinnerungsfetzen nicht ausreichten, jedes Detail einer möglich verhängnisvollen Nacht zu rekonstruieren: Irgendwann interpretieren wir alle einmal ein saures Aufstoßen, eine plötzliche Weinattacke oder einen morgendlichen Schwindelanfall als vermeintlich frühes Schwangerschaftssymptom. Damals sind wir extra in den Drogeriemarkt außerhalb unserer Kleinstadt oder unseres kleinbürgerlichen Stadtteils gefahren, um dort minutenlang durch die Regalreihen zu schleichen. Schließlich fassten wir uns ein Herz und zogen den Test, natürlich den günstigsten, von seiner Halterung. Noch schnell ein paar Kleinigkeiten in den Korb gepackt, die dann sorgfältig auf dem Kassenband um das Corpus Delecti drapiert wurden. Zu Hause angekommen, wird der alltägliche Akt des Wasserlassens zum reinsten Nervenkrieg. Tausend Gedanken schießen zwischen den Hirnhälften hin und her, bis die fünfminütige Wartezeit verstrichen ist. Am Schluss zeigt der Test nichts, bis auf eine kräftige Kontrolllinie. Und wenn unsere Menstruation bis dahin noch nicht eingesetzt hat, wird sie es mit Sicherheit am nächsten Morgen tun. Und wir gestehen uns ein, etwas überreagiert zu haben und ärgern uns über die vergeudeten Ausgaben.

Heute lässt die Anwendung eines Schwangerschaftstests unseren Adrenalinspiegel immer noch in die Höhe schnellen. Doch die Umstände haben sich drastisch geändert. Die Vorstellung ein positives Testergebnis in den Händen zu halten, lässt uns in rosa Träume von kugelbäuchiger Glückseligkeit schwelgen. Statt mit dem Kauf bis zum erwarteten Tag der Periode zu warten, decken wir uns schon vorher mit Teststreifen ein. Und weil wir nicht schon pleite sein wollen, bevor die Familienplanung richtig begonnen hat, bestellen wir gleich ein Hunderter-Pack für kleines Geld im Internet. Und natürlich lässt es unsere Ungeduld nicht zu bis zum Tag X zu warten. Wozu auch? Schließlich sind die Anzeichen eindeutig! Dann starren wir also gebannt auf den Test. Sehen zu, wie sich die Flüssigkeit langsam nach oben saugt. Viel zu langsam übrigens. Die Kontrolllinie erscheint. Doch sonst passiert nichts. Wir starren weiter auf den Test, halten ihn ins Licht, drehen und wenden ihn, warten noch einmal fünf Minuten und starren weiter bis selbst die Fliesen im Bad streifen bekommen. Aber nichts tut sich. Zum Glück gibt es das Internet, was selbst Antworten auf Fragen bietet, die nie gestellt wurden. Dort begegnen uns allerdings auch die größten Irrtümer. Wenn man Glück hat, ist man nach seiner Google-Orgie genauso klug, wie vorher. Meistens jedoch ist die Verwirrung nur noch größer.

Hier nun mein Versuch ein wenig Licht ins Dunkel über Schwangerschaftstest zu bringen:

  • Ab wann kann getestet werden?

Allgemein liegt der HCG-Wert im Blut zwischen 6 und 19 950 IU/l (Internationale Einheiten pro Liter) innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen. Mit diesem extremen Beispiel eines obskuren Wertes soll gezeigt werden, wie stark die HCG-Konzentrationen von Frau zu Frau schwanken können. Grundsätzlich sollte also wirklich bis zum Tag der erwarteten Periode gewartet werden, auch wenn die beste Freundin bereits sieben Tage nach Empfängnis positiv getestet haben soll. Die Geduld zahlt sich auch insofern aus, als dass ein eventuell stattfindender früher Abgang nicht bemerkt wird. Dazu sei bemerkt, dass nahezu jede Frau in ihrem Leben von einem solchen Ereignis betroffen ist.

  • Welcher Test ist der Beste?

Prinzipiell funktionieren sie alle nach dem gleichen Prinzip: Im Urin befindliches HCG bindet an einen passenden Antikörper. Durch Anheftung an einen Farbstoff wird die Testzone schließlich gefärbt. Lediglich in ihrer Sensitivität sollen sie sich unterscheiden. Die als Frühtest deklarierten Streifen sollen schon ab einer HCG-Konzentration von 10 IU/l ein positives Ergebnis zeigen. In diversen Foren finden sich allerdings kontroverse Diskussionen über einige dieser Frühtests. Manche sind damit sehr unzufrieden, weil diese Tests selbst mehrere Tage nach NMT nicht oder nur unzureichend angeschlagen hätten, selbst als „25er“ oder gar „50er“ schon fette Linien zeigten. Möglicherweise liegt die Begründung in den zwei verschiedenen HCG-Arten, die vom Körper gebildet werden. Denn HCG ist nicht gleich HCG. So überwiegt in den ersten Wochen der Schwangerschaft das sogenannte H-HCG (hyperglysolated HCG), eine größere Variante des gängigen HCG-Moleküls. Manche Schwangerschaftstests besitzen auf ihrer Oberfläche allerdings nur Rezeptoren für das allseits bekannte Hormon. Somit kann selbst ein hochsensibler Schwangerschaftstest mitunter negative Ergebnisse liefern, wenn er lediglich auf „normales“ HCG reagiert.

Da für in Deutschland erhältliche Schwangerschaftstests keine Übersicht zu finden war, welcher Test auf welche HCG-Art reagiert, kann auch hier nur das Warten auf den NMT empfohlen werden.

Wer übrigens dazu neigt, in jeden Streifen eine Verdunstungslinie hinein zu starren, sollte auf digitale Tests ausweichen, die eindeutig „Schwanger“ oder „Nicht schwanger“ auf das Display schreiben. Die Ausgaben sind jedoch vergebens, wenn man das Plastikgehäuse auseinanderbaut, in dem Glauben, der Test hätte einen belogen.

  • Wie sicher sind die Ergebnisse?

Bei einem positiven Testergebnis kann sich schon einmal vorsichtig gefreut werden. Schließlich kann nur das detektiert werden, was auch da ist! Ausnahmen gibt es immer. Bestimmte Medikamente oder manche fiese Tumore können zu einem positiven Test führen. Grundsätzlich sollte dies als Anlass genommen werden, einen Termin beim Frauenarzt zu machen.

Negativ zu testen ist für alle Frauen mit Kinderwunsch immer wieder ein Schlag ins Genick. Schnell greift man nach jedem Strohhalm, der einen hoffen lässt, bis man mit Einsetzen der Menstruation damit unter geht. In der Tat muss ein negativer Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft nicht ausschließen. Wie oben bereits erwähnt, schwanken die Schwangerschaftshormone in ihrer Art und Menge von Frau zu Frau und Bauch zu Bauch. Auch ein zu hoher Gehalt männlicher Hormone im Blut, kann wohl einen Test verfälschen. Sollte dennoch die Basaltemperatur mehrere Tage unter die Coverline sinken, die Periode einsetzen und ein Test wiederholt negativ sein, muss man wohl gedrungen in den nächsten Übungszyklus starten. Wie immer beseitigt der Besuch beim Frauenarzt letzte Zweifel.

  • „Selbst der Apfelsaft ist Schwanger, nur ich nicht!“

Kuriose Stories, die die Zuverlässigkeit mancher Tests in Frage stellen, finden sich in Foren en mass. Über die molekularen Vorgänge beim Eintauchen eines Schwangerschaftstest in Apfelsaft, Cola oder Gesichtswasser sollen sich die Chemiker Gedanken machen. Sollten diese Heimexperimente in Erfolg münden, kann wohl von einer ähnlichen Struktur zwischen Bestandteilen des Nicht-Urins und HCG ausgegangen werden. Solange die Cola-getränkten Fake-Tests nicht eingesetzt werden, seinen Liebsten zu schocken, ist im Prinzip dagegen auch nichts einzuwenden.

  • Ist mein Hund der bessere Schwangerschaftstest?

In der Tat sind Tiere in der Lage Veränderungen zu spüren, während wir noch völlig im Dunkeln tappen. Mit spüren ist weniger eine übersinnliche Kraft gemeint, als vielmehr die extreme Ausprägung aller Sinne. Tiere können besser hören, bisweilen besser sehen und vor allem besser riechen. Gerade letzteres erklärt vielleicht das merkwürdige Verhalten unserer oder der anderen Vierbeiner, sobald sich eine Schwangerschaft einstellt. In einigen Foren ist von Hunden und Katzen zu lesen, die ihrem Frauchen lange vor einem positiven Test nicht mehr von der Seite weichen oder genau das Gegenteil tritt ein und Frauchen wird neun Monate wie Luft behandelt. Nicht zuletzt Hunde besitzen, neben ihres hervorragenden Gerruchssinns, eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, die sie jede Gemütsregung registrieren lässt. Vielleicht sollte beim nächsten Übungszyklus mehr auf die Frühzeichen beim Haustier geachtet werden. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, vom Hineinhorchen in den eigenen Körper abgelenkt zu werden und anstatt selber Scheinschwanger zu werden, wird es dann der Hund.

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