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Archiv für das Schlagwort “Puregon”

Weiß wie Schnee

…die Schwangerschaftstests und schwarz wie Ebenholz meine Stimmung. Es hat also wieder nicht funktioniert und was lehrt uns dieser Zyklus? Eine Traumkurve macht noch keine Schwangerschaft.

ovuview-cycle-2017-02-08

Temperaturkurve stimuliert mit Puregon. Ausgelöst am 15. Zyklustag mit Brevactid. Inseminiert am 16. Zyklustag. 

Allerdings hatte ich von Beginn an ein eher mäßiges Gefühl. Trotz Stimu hat sich mein Eisprung bis zum 16. Zyklustag rausgezögert.

Mein nächster Eisprung fällt voraussichtlich genau auf die Tage Mitte März, an denen wir beide nicht zu Zeugungszwecken zur Verfügung stehen. Daher stimuliere ich jetzt erst einmal nicht. Sollte sich dennoch ein Eisprung zur rechten Zeit ankündigen, werden wir unstimuliert inseminieren. In der Zeit komme ich vielleicht wieder etwas zu Kräften. In den letzten Wochen habe ich ein paar Kilos verloren. Die Hormonspritzen und das zusätzliche Progesteron schlagen mir auf den Magen. Wahrscheinlich kann ich mit dem Gewicht eine ordentliche Eizellreifung sowieso vergessen. Das soll nicht heißen, dass ich krankhaft untergewichtig wäre. Bei mir entscheiden zwei bis drei Kilo darüber, ob ich einen fast normalen 28 Tage- oder  Monsterzyklus mit 36 bis 40 Tagen habe. In der Zeit, als ich an die 58 Kg auf 170 cm gewogen habe, hatte ich die regelmäßigsten Zyklen meines Lebens. Mit 56 Kg wird es jeder zweite Zyklus bei mir länger und mit 53 kg -zuletzt vor 7 Jahren- bleibt meine Menstruation komplett aus.

Ich zieh mich dann mal mit einer Tafel Schokolade zurück. Gute Nacht 🙂

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Surprise, surprise

Nun hatte ich mich schon damit arrangiert mich diesen Zyklus ausschließlich mit der Arbeit an meiner Masterthesis zu befassen, statt mit der Arbeit an meiner Fruchtbarkeit, da kommt von irgendwoher kein Lichtlein, aber eine Packung Gonal und Menogon geflogen.

Gestern waren wir zum Gespräch und müssen bei der Frau Doktor wegen des vermasselten Antrags bei der Kasse eine ordentliche Portion Schuldgefühl verursacht haben, denn plötzlich kam sie auf die Idee in der Praxis nach übrig gebliebenen Hormonen für mich zu suchen. Nach einem Tauchgang in die unendlichen Weiten des Arzneischranks wurde ich also mit zwei verschiedenen Eierstockstimulanzien versorgt. Ganz so einfach wie es sich hier liest, war es dann doch nicht. Ihrem Geistesblitz ging eine fast halbstündige Diskussion voraus, in der ich ihr versuchte nahezulegen, dass ich mir vorstellen könnte, diesen Zyklus spontan und ohne jegliche Hormongabe für eine Selbstzahler-IUI zu nutzen. Zuerst glaubte sie, ich wolle es generell nur noch mit unstimulierten Inseminationen versuchen und redete mir ins Gewissen.  Als sie dann aber verstanden hatte, dass ich die nächsten Wochen einfach nicht ungenutzt verstreichen lassen will, bis der Antrag durch ist, kam ihr die Idee aus dem unstimulierten Selbstzahler-IUI-Zyklus einen stimulierten Selbstzahler-IUI-Zyklus mit geschenkten Medikamenten zu machen.

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Schließlich habe ich gestern (Zyklustag 6) erst mit Spritzen begonnen. Am Montag ist Kontrolle und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Mein Progesteronwert lag bei der letzten Kontrolle übrigens bei etwas über 20 (Einheit?). Frau Doktor meinte, dieser Wert spräche für eine Eizelle, die den Sprung in die große weite Welt gewagt hätte. Obwohl ich nicht gerade ein Mehrling-Fan bin, finde ich es etwas enttäuschend, dass es von drei potentiellen Kandidatinnen nur eine geschafft hat.

So, nun aber zu den harten Fakten:

Alles über den Behandlungsplan

  • Wie sieht sowas aus?

Es handelt sich um einen überwiegend roten Din A4 Zettel mit Durchschlag

  • Woher bekomme ich den?

Der wird einem vom behandelnden Arzt in die Hand gedrückt.

  • Was muss ich vorher tun?

Heiraten… Kohle scheffeln… dann müssen beide Partner in Anwesenheit des Arztes der Durchführung der Behandlung zustimmen und dies mit ihrer Unterschrift bestätigen. Außerdem muss die gesamtschuldnerische Haftung übernommen werden, d.h. für die Kosten, die entstehen und von der Krankenkasse nicht übernommen werden, muss das Paar aufkommen. Die Gesundheitskarte beider Partner muss im aktuellen Quartal eingelesen werden.

  • Wie heiß ist der Preis?

In unserem Fall entstehen folgende Kosten für eine „Insemination nach hormoneller Stimulation“:

Summe ärztliche Behandlung:                   ♀ 152,87€               ♂ 16,65€

Medikamentenkosten:                                 ♀ 973€                     ♂ –

Sachkosten und Sprechstundenbedarf: ♀ 7,05                     ♂ 1,50

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Gesamtsumme (pro Zyklusfall):                 ♀ 1132,92€       ♂ 18,15€

Die Kosten werden jeweils zur Hälfte von uns und der Krankenkasse übernommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei den Medikamentenkosten um die maximale Höhe anfallender Kosten. Für 900 I.E. Puregon müsste man beispielsweise um die 500€ berappen, wenn man es auf Privatrezept kaufen würde. Diese Dosis würde -sofern ich weiterhin in diesem Maße auf die Stimulation anspreche- für beinahe 2 Zyklen reichen.

  • Wohin mit dem Pamphlet?

Das muss vom Patienten nun zur Krankenkasse geschickt werden. Man kann es persönlich vorbei bringen, dann geht die Bearbeitung wohl schneller oder mit der Post schicken.

Wovon Männer träumen

Seit zwei Tagen fühle ich mich, als ob mein Körper all seine Kraft in die Produktion von Eizellen investiert…wie eine Legehenne auf Dauerlichtbetrieb. Ab Mittag bin ich hundemüde und werde vorm nächsten Frühstück auch nicht richtig wach. Und offensichtlich nicht umsonst: Tatsächlich hat die Ärztin heute im Ultraschall zwei vielversprechende Follikel gesichtet. Da sie die sprungreifen Traummaße von 1,7 cm noch nicht erreicht haben, soll ich bis Samstag weiterspritzen wie gehabt und am Sonntag mit Brevactid auslösen. Darin enthalten ist humanes Choriongonadotropin. Diesmal wurden allerdings keine chinesischen Hamster geopfert, um das Hormon zu gewinnen. Stattdessen stammt das hCG aus dem Urin schwangerer Frauen. Das nenn´ich effektive Kreislaufwirtschaft! Die Nebenwirkungen hören sich -und so soll es sein- alles andere als erquicklich an. Bis auf die Tatsache, dass Brevactid zum Anschwellen des Gliedes beim Mann führen kann. Ich glaube, ohne diese partnerschaftliche Wechselwirkung wäre der janze Uffwand völlig für umsonst 😀 Das Wochenende ist also bis in den Montag hinein ausgeplant.

Eine Insemination, auch privat bezahlt, wäre im Übrigen jetzt nicht mehr möglich. Da die Krankenkasse bereits das Stimulationshormon voll bezahlt hat, wäre das wohl Betrug. Auch wenn die Krankenkasse auf dem normalen Dienstweg davon nie etwas erfahren würde, führt der medizinische Dienst wohl in den Kiwu-Praxen stichprobenartige Kontrollen durch. Findet sich dann eine Akte aus der hervor geht, dass kassenfinanziert stimuliert, aber privat Inseminiert wurde -und damit meine ich nicht privat zu Hause mit dem gottgegebenen fleischfarbenen Inseminationsschlauch – dann gibt´s Kloppe…

 

 

 

Der pure Egon

Gestern habe ich es getan. Ich habe mir die erste Hormonspritze in die Bauchfalte gejagt. An meinen Plan, mir die Dosis morgens zu geben, habe ich mich tatsächlich gehalten…obwohl es beinahe Mittag geworden wäre, ehe ich mich überwinden konnte, mir das Ding in den Körper zu stecken. Dabei war der Einstich wirklich kaum zu merken und die Injektionsmenge ist derart gering, dass es rein gar nicht gebrannt hat. Da waren die Thrombose-Spritzen schon von einem anderen Kaliber. Trotzdem ist es mir damals leichter gefallen mir das Heparin zu spritzen, als mich nun mit Hormonen voll zu pumpen. Schließlich sollten die Spritzen mir dabei helfen wieder gesund zu werden. Nun bin ich gesund und muss mir Medikamente spritzen, die mich vielleicht krank machen. Eierstockskrebs, erhöhte Thrombose-Gefahr, Überstimulationssyndrom, Wasserbauch, Wasserlunge, Tod…das liest sich wie der Pschyrembel, aber nicht wie die Entstehungsgeschichte unseres Kindes.

Bezüglich der fehlenden Kanülen habe ich mit der Pharmafirma telefoniert, nachdem meine Email durch eine Abwesenheitsnotiz beantwortet wurde. Die nette Dame am Telefon hat versprochen, mir welche zuschicken zu lassen. Wahrscheinlich wird das Päckchen aber erst Mitte nächster Woche ankommen. Also heißt es wieder auf zu Kiwu-Klinik und dort nach Kanülen fragen. Als hätte ich nichts anderes zu tun!

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