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Tiefer Fall

zykluskurvejan2017Ein paar schreckliche Tage liegen hinter mir. Am Samstag hatte ich noch ein wenig Hoffnung. Ziehen im Bauch, Mittags müde und der wohl für mich typische Schwangerschaftsunterzuckung beleitet von leichter Übelkeit. Doch die Tests wollten einfach nicht stärker werden. Ab Sonntag nahm ich dann keinerlei Anzeichen mehr wahr. Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein blödes Gefühl…so eine Ahnung, dass da einfach nichts lebendes in mir entsteht.

Montag schlug der Urintest dann wieder an, aber nicht stärker oder schneller, als die Tage zuvor. Der Strohhalm an dem ich mich bis dahin festgeklammert hatte, zerbrach, als ich mir beim DM einen Presense kaufte, der blütenweiß blieb. Danach saß ich erst mal eine halbe Stunde im Auto und hab geheult. In der Nacht hatte ich bereits so ekelhaft geschwitzt. Jetzt passte das alles zusammen. Zu allem Überfluss bekam ich eine SMS von meinem Bruder, dass Kind Nummer vier geboren wurde. „Nach langem Warten“….Worauf lang gewartet? Neun Monate bis zur Entbindung? Oder die eine Woche vom errechneten Termin bis zur Geburt? Oder die vier Wochen vom Absetzen der Spirale bis zum Ausbleiben der Menstruation?

In der darauffolgenden Nacht war ich komplett durchnässt. Am Morgen dann die Überraschung: Meine Temperatur legte einen rekordverdächtigen Anstieg hin. Also doch nicht alles vorbei? Können alle Schwangerschaftstests lügen? Nein, sagte mir mein naturwissenschaftlicher Verstand. Eigentlich ist es ganz logisch:  Östrogen fällt zuerst ab, das verursacht bei mir das Schwitzen. Im Verhältnis überwiegt dann Gestagen, was an einem Anstieg der Kurve erkennbar ist. Östrogenspitzen hingegen lassen die Körpertemperaur sinken, beispielsweise ein bis zwei Tage vorm Eisprung.

Der Krimi musste ein Ende haben. Ich brauchte Klarheit und ließ mir in der Kiwu Blut abnehmen. Ein paar Stunden später kam der Anruf: Das HCG ist leider gefallen. Es lag bei 11. Da konnte ich endlich loslassen und heute Mittag habe ich auch schon meine Periode bekommen. Bis jetzt ist es nicht großartig anders, als sonst. Die Schmerzen sind nicht stärker als sonst und die Blutung nicht viel heftiger. Ab und an krampft es stärker in der Eierstockgegend. Es waren ja aber auch nur ein paar Tage, die ich ein bisschen schwanger war. Ich habe mich dann sofort in der KiWu gemeldet, weil ich noch ein paar Fragen zum weiteren Verlauf hatte. Folgendes haben wir nun verabredet:

  • Ab 3. Zyklustag wird wieder mit 50 IE Puregon stimuliert
  • Am Montag Blutentnahme, um zu schauen, ob jegliches HCG verschwunden ist
  • Am 9. ZT Ultraschall und Blutentnahme
  • Als rh- Frau brauch ich übrigens in einem so frühen Stadium noch keine Rhesus-Prophylaxe

HCG 28

„Es ist noch zu früh. Kommen Sie in einer Woche noch mal zum Bluttest.“ Am Freitag lag mein HCG-Wert im Blut also bei 28…ein eher ernüchterndes Ergebnis. Wenn ich es versuche positv zu betrachten, dann bedeutet das in erster Linie, dass es geklappt hat. Demnach scheint es doch gute Chancen für uns zu geben, schwanger zu werden. Bei meiner ersten Insemination aus der schließlich das kleenen Froillein hervor ging, lag der HCG-Wert an IUI+15 bei 112. Nun, an IUI+13 ein Wert von 28. Wenn man dann noch einkalkuliert, dass der Eisprung vom Bauchgefühl her, erst 24-36 Stunden nach IUI stattgefunden hat, dann besteht vielleicht doch Hoffnung, dass sich alles gut entwickelt. Was mich jedoch besorgt, sind die Schwangerschaftstest, die so gar keine schöne Testreihe ergeben. Zu Beginn der ersten Schwangerschaft hatte ich noch die super-duper Nadal-Tests. Jeden Morgen wurde die Linie stärker und stärker und ich war weitestgehend beruhigt. Diesmal teste ich zwar auch mit Tests vom Hersteller „Nal von MInden“, die Nadal, wie sie früher einmal waren, gibt es jedoch nicht mehr für Privatanwender zu kaufen. Die neuen „Nadal“ brauchen bei mir ewig, eh sich der Strich wirklich umfärbt. Sobald er getrocknet ist, ist kaum noch eine Intensität erkennbar, weil sich der Farbtoff zu einer dunklen Haarlinie zusammenzieht. Wahrscheinlich hängt das mit der geringen Konzentration des HCG im Urin zusammen. Nach der Auslöse-Spritze hat der Test jedenfalls total schnell und mit intensiver Färbung reagiert. Nun gut, bis durch meine Adern 5000 IU HCG geistern, gehen noch ein paar Tage ins Land. Dann muss ich wohl noch mal eine Schiffsladung voll Schwangerschaftstests bestellen…

hCG 112

Soeben kam der Anruf aus der Kinderwunschklinik: Laut Blutergebnis bin ich schwanger. Meine Werte sind vollkommen in Ordnung. Und dann hagelte es auch schon wieder ein ganzes Bataillon Anweisungen: Ab heute muss ich – wegen einer Thrombophlebitis in der Vergangenheit, Heparin spritzen. Am Montag wird dann geschaut, ob ich die Spritzen vertrage und am Freitag ist voraussichtlich Ultraschall.

Für alle, die heiß auf visuelle Stimulation sind, gibt es ein paar Fotos meiner Testreihe. Der letzte Test von heute sieht im nassen Zustand schwächer aus. Getrocknet sieht man dann die Linie aber extrem stark.

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 in getrocknetem Zustand.

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 im getrockneten Zustand.

Da ich mich all die Jahre des Übens und bereits davor, als mir eine Schwangerschaft noch nicht Recht gewesen wäre, gefragt habe, wie sich denn nun anfühlt schwanger zu sein, habe ich hier mein Schwangerschaftsanzeichen-Kuriositäten-Kabinett zusammen gestellt:

  • Mensartige Bauchkrämpfe ab ES+9
  • Brustspannen kommt meist abends, Brustspannen geht, wann es lustig ist
  • Übelkeit, von der man nicht weiß, ob sie aus dem Kopf oder dem Magen kommt und die einen zu jeder Tages- und Nachtzeit überfallen kann
  • Tagsüber frieren; zur Simpsons-Zeit auf dem Sofa bekomm ich dann heiße Ohren
  • Verdauungsstörungen als wäre Prüfungszeit
  • nächtliche Nervosität mit Herzrasen
  • immer müde, nur nicht Nachts
  • Joe Cocker hat mich zum Weinen gebracht

Und all das nehme ich gerne in kauf 🙂

Wer ist es und wenn ja, wie viele?

Puh…wo soll ich anfangen?

Aaaalso: Nachdem meine Erkältung so einigermaßen überstanden war, fing mein Bauch plötzlich an zu rumoren. Das ging dann soweit, dass ich morgens von Luftblasen, die meine Darmschlingen auf und ab gewandert sind, wach wurde. Darauf folgten Durchfall mit Bauchkrämpfen. Außerdem hatte ich ein fieses Stechen in der rechten Seite, auf Höhe der Nieren, wie ich es nur von meinem letzten Crohn-Schub kenne.  Für meine Selbstdiagnose habe ich mir zwei Möglichkeiten zurecht gelegt: Entweder meldet sich der Morbus Crohn zurück oder ich habe eine Überstimulationsyndrom. Letzteres ist eigentlich bei IUI extrem selten…dennoch erfülle ich alle Parameter eine Überstimulations-Kandidatin zu sein. Deshalb habe ich so viel getrunken, wie möglich und mir alle Eier reingeknallt, die der Kühlschrank hergab. Jede Menge Eiweiß und Flüssigkeit sollen helfen das OHSS (Ovarielles Hyperstimulationssyndrom) in Schach zu halten und Rührei verträgt sich bestens mit einer darmschonenden Diät.

Am Sonntag hatte sich das Problem auch schon erübrigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Stattdessen bekam ich Menskrämpfe und -obwohl ich mir vorgenommen hatte, es frühestens am Montag wieder zu tun, habe ich noch am Nachmittag getestet. Und da war definitiv ne Linie zu sehen. Aus Angst, wieder an ES+11 meine Tage zu bekommen, habe ich mir ne ordentliche Portion Utrogest gegönnt. Zum Glück….denn die Linien werden deutlich stärker. Da es den meisten nach Bildern dürstet, habe ich da mal was vorbereitet:

Testreihe_September

 

Sieht doch bisher ganz gut aus. Für ES+11 sogar ziemlich stark….so stark, dass wir bereits von den „Vierlingen“ sprechen. Und nun fängt das große Zittern an.

Meine bisherigen Anzeichen: Ich schaffe morgen nur noch ein Brötchen und erwache mit dem Sonnenaufgang…und das ist überhaupt nicht romantisch. Außerdem ziept und drückt es Im Unterleib, was mich -zugegebener Maßen- in verhaltene Panik versetzt.

 

Wie Sie sehen…

…sehen Sie nichts!

Das vergangene Wochenende war eine Katastrophe. Emotional betrachtet. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe doch so eine Art Testreihe angelegt. Da war dann auch schnell klar, dass es wieder nicht hat sollen sein. Und als ob das nicht schon alles Kacke genug wäre, bekam ich an ES+11/12 bereits meine Tage. Laut Lehrbuch, ist die Länge der zweiten Zyklushälfte noch im Rahmen. Nichts desto trotz finde ich es seltsam, unter Behandlung mit sonstwas für Hormonfirlefanz eine kürzere 2. Zyklushälfte zu haben, als für mich üblich. Meine Progesteron- und Östradiol-Werte müssten auch im akzeptablen Bereich gewesen sein, denn sonst -so wurde es vereinbart- hätte mich die Kinderwunsch-Praxis angerufen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Allerdings….würde es mich so ganz und gar nicht wundern, wenn das -upps- vergessen wurde. So wie es -upps- vergessen wurde, uns den Behandlungsplan für die Krankenkasse mitzugeben. Diesen Monat geht es also nicht weiter. Eine Stimulation ohne Insemination macht für mich unter diesen Umständen keinen Sinn. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Der Aufwand sind das erhöhte Krebsrisiko, die Müdigkeit, die Übellaunigkeit, die Appetitlosigkeit, die immens große Hoffnung und der Sturz ins Bodenlose, wenn es wieder nichts gebracht hat. Der Nutzen ist ein Strohhalm, der zerbricht, sobald ich mich daran versuche festzuklammern.

Testreihe August

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