Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für das Schlagwort “Kinderwunsch”

Bitte lächeln!

Am Freitag gab es das erste Bild von unserer Minibohne. An 5+0 konnte man natürlich noch nicht allzu viel ausmachen. Hoffentlich ändert sich das am kommenden Freitag und wir können ein Herzchen blubbern sehen. Der hcG-Wert lag bei 1500 mIE, was wohl auch vollkommen im Rahmen ist. Außerdem wurden zwei fette Gelbkörperzysten entdeckt – die Übeltäter für das fiese Stechen in der rechten Seite. Frau Doktor meinte, die würden demnächst verschwinden, sobald die Plazenta ihren Vollzeitjob antritt.

Fruchthöhle SSW 5+0

Fruchthöhle SSW 5+0

Wie Frau in dieser Situation allerdings mit den bösen statistischen Fakten zum Thema Fehlgeburt umgehen soll, ist mir nach wie vor rätselhaft. Dafür gibt es einfach kein Patentrezept. Mein Mantra für die dunklen Stunden, wenn mich mitten in der Nacht die Angst überfällt, ist: „Es liegt nicht in meiner Hand!“ Und so ist es nun mal. Ich ernähre mich schwangerschaftsgerecht, spritze artig Heparin und lasse meinen Mann die Einkäufe schleppen. Mehr kann ich momentan nicht tun. Und je mehr ich darüber nachdenke, um so bewusster wird mir, wie unnütz die ganzen medizinischen Errungenschaften derzeit für mich sind.  Natürlich beruhigt ein schönes Ultraschallbild und ein guter hcG-Wert. Für den Moment! Die Zeit zwischen den Kontrollen muss ich einfach vertrauen. Mir vertrauen. Meinem Körper. Mutter Natur. Das fällt nicht leicht, nachdem einem die körperlichen Unzulänglichkeiten schwarz auf weiß bestätigt wurden. Mir hilft es gerade sehr, wenn ich mich so richtig scheiße fühle. Da denke ich mir, so muss das sein in der Schwangerschaft! Die Symptome sind allerdings nicht immer spürbar. Es gibt Tage, da fühle ich mich fit, wie ein Turnschuh und anstatt es zu genießen, mache ich mir….na was wohl? SORGEN! Zum Glück ändert sich das aber meist am nächsten Tag 🙂

Hier die Neuigkeiten aus dem Schwangerschaftszeichen-Kuriositäten-Kabinett:

  • Brustspannen meist abends und nachts
  • Müdigkeit, manchmal bleiern, manchmal latent
  • großen Appetit, häufig auf Süßkram
  • trockener Mund in der Nacht

Und hier noch meine Fieberkurve aus diesem überraschend erfolgreichen Zyklus:

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

Free Willy

Diese Woche geht es richtig rund. Beim Follikel-Kino am Montag wurden drei Potentielle Kandidatinnen gesichtet, die ich mit einer einmalig höheren Dosis Gonal f noch mal anschupsen sollte. Nach dem gestrigen Hormoncheck stand schließlich fest: heute wird Inseminiert. Also habe ich noch Mittwochnachmittag mit Brevactid ausgelöst, obwohl ich am Morgen noch Stimulanz gespritzt habe. Laut diverser Foren scheint das jedoch unproblematisch zu sein.

Der Ablauf der Insemination ist recht unspektakulär. Das spannendste waren die kleinen Flitzer meines Mannes, die ich mir vorher durchs Mikroskop anschauen durfte. Im Vergleich zu unseren heimischen Beobachtungen waren sie eindeutig flotter unterwegs! Selbst der Arzt war positiv über Menge und Beweglichkeit überrascht. Um Verwechslungen zu vermeiden, musste ich noch einen Blick auf die Beschriftung des Röhrchen werfen…denn die Ähnlichkeiten sind in diesem Stadium der Entwicklung noch nicht besonders groß. Und dann folgte das übliche Gyn-Prozedere: Es sich auf den Stuhl gemütlich machen, Spekulum rinn, um den Muttermund erreichen zu können, Einführen eines Inseminationsschlauches in den Zervikalkanal und dann Platzieren der Spermien.  Währenddessen Small-Talk mit dem Mann, der mir grad versucht ein Kind zu machen. Keine Kerzen, keine Kuschel-Rock-LP. Als kleine Entschädigung dürfen wir heute trotzdem noch romantisch werden. Um die Menge zu erhöhen und damit das ganze einen natürlicheren Touch bekommt, wie der Arzt meinte.

Eine weitere Untersuchung ist vorerst nicht geplant. Auch kein Progesteron-Check. Erst, wenn die Regel ausbleibt, muss ich wieder hin. Es bleibt also spannend.

Und jetzt schwimmt ihr Kleinen!

Surprise, surprise

Nun hatte ich mich schon damit arrangiert mich diesen Zyklus ausschließlich mit der Arbeit an meiner Masterthesis zu befassen, statt mit der Arbeit an meiner Fruchtbarkeit, da kommt von irgendwoher kein Lichtlein, aber eine Packung Gonal und Menogon geflogen.

Gestern waren wir zum Gespräch und müssen bei der Frau Doktor wegen des vermasselten Antrags bei der Kasse eine ordentliche Portion Schuldgefühl verursacht haben, denn plötzlich kam sie auf die Idee in der Praxis nach übrig gebliebenen Hormonen für mich zu suchen. Nach einem Tauchgang in die unendlichen Weiten des Arzneischranks wurde ich also mit zwei verschiedenen Eierstockstimulanzien versorgt. Ganz so einfach wie es sich hier liest, war es dann doch nicht. Ihrem Geistesblitz ging eine fast halbstündige Diskussion voraus, in der ich ihr versuchte nahezulegen, dass ich mir vorstellen könnte, diesen Zyklus spontan und ohne jegliche Hormongabe für eine Selbstzahler-IUI zu nutzen. Zuerst glaubte sie, ich wolle es generell nur noch mit unstimulierten Inseminationen versuchen und redete mir ins Gewissen.  Als sie dann aber verstanden hatte, dass ich die nächsten Wochen einfach nicht ungenutzt verstreichen lassen will, bis der Antrag durch ist, kam ihr die Idee aus dem unstimulierten Selbstzahler-IUI-Zyklus einen stimulierten Selbstzahler-IUI-Zyklus mit geschenkten Medikamenten zu machen.

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Schließlich habe ich gestern (Zyklustag 6) erst mit Spritzen begonnen. Am Montag ist Kontrolle und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Mein Progesteronwert lag bei der letzten Kontrolle übrigens bei etwas über 20 (Einheit?). Frau Doktor meinte, dieser Wert spräche für eine Eizelle, die den Sprung in die große weite Welt gewagt hätte. Obwohl ich nicht gerade ein Mehrling-Fan bin, finde ich es etwas enttäuschend, dass es von drei potentiellen Kandidatinnen nur eine geschafft hat.

So, nun aber zu den harten Fakten:

Alles über den Behandlungsplan

  • Wie sieht sowas aus?

Es handelt sich um einen überwiegend roten Din A4 Zettel mit Durchschlag

  • Woher bekomme ich den?

Der wird einem vom behandelnden Arzt in die Hand gedrückt.

  • Was muss ich vorher tun?

Heiraten… Kohle scheffeln… dann müssen beide Partner in Anwesenheit des Arztes der Durchführung der Behandlung zustimmen und dies mit ihrer Unterschrift bestätigen. Außerdem muss die gesamtschuldnerische Haftung übernommen werden, d.h. für die Kosten, die entstehen und von der Krankenkasse nicht übernommen werden, muss das Paar aufkommen. Die Gesundheitskarte beider Partner muss im aktuellen Quartal eingelesen werden.

  • Wie heiß ist der Preis?

In unserem Fall entstehen folgende Kosten für eine „Insemination nach hormoneller Stimulation“:

Summe ärztliche Behandlung:                   ♀ 152,87€               ♂ 16,65€

Medikamentenkosten:                                 ♀ 973€                     ♂ –

Sachkosten und Sprechstundenbedarf: ♀ 7,05                     ♂ 1,50

———————————————————————————————————

Gesamtsumme (pro Zyklusfall):                 ♀ 1132,92€       ♂ 18,15€

Die Kosten werden jeweils zur Hälfte von uns und der Krankenkasse übernommen. Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei den Medikamentenkosten um die maximale Höhe anfallender Kosten. Für 900 I.E. Puregon müsste man beispielsweise um die 500€ berappen, wenn man es auf Privatrezept kaufen würde. Diese Dosis würde -sofern ich weiterhin in diesem Maße auf die Stimulation anspreche- für beinahe 2 Zyklen reichen.

  • Wohin mit dem Pamphlet?

Das muss vom Patienten nun zur Krankenkasse geschickt werden. Man kann es persönlich vorbei bringen, dann geht die Bearbeitung wohl schneller oder mit der Post schicken.

Wie Sie sehen…

…sehen Sie nichts!

Das vergangene Wochenende war eine Katastrophe. Emotional betrachtet. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe doch so eine Art Testreihe angelegt. Da war dann auch schnell klar, dass es wieder nicht hat sollen sein. Und als ob das nicht schon alles Kacke genug wäre, bekam ich an ES+11/12 bereits meine Tage. Laut Lehrbuch, ist die Länge der zweiten Zyklushälfte noch im Rahmen. Nichts desto trotz finde ich es seltsam, unter Behandlung mit sonstwas für Hormonfirlefanz eine kürzere 2. Zyklushälfte zu haben, als für mich üblich. Meine Progesteron- und Östradiol-Werte müssten auch im akzeptablen Bereich gewesen sein, denn sonst -so wurde es vereinbart- hätte mich die Kinderwunsch-Praxis angerufen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Allerdings….würde es mich so ganz und gar nicht wundern, wenn das -upps- vergessen wurde. So wie es -upps- vergessen wurde, uns den Behandlungsplan für die Krankenkasse mitzugeben. Diesen Monat geht es also nicht weiter. Eine Stimulation ohne Insemination macht für mich unter diesen Umständen keinen Sinn. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Der Aufwand sind das erhöhte Krebsrisiko, die Müdigkeit, die Übellaunigkeit, die Appetitlosigkeit, die immens große Hoffnung und der Sturz ins Bodenlose, wenn es wieder nichts gebracht hat. Der Nutzen ist ein Strohhalm, der zerbricht, sobald ich mich daran versuche festzuklammern.

Testreihe August

Flutsch flutsch hurra

Seit Sonntag bin ich -biochemisch gesehen- schwanger. Gegen neun Uhr morgens habe ich mir Brevactid gespritzt und genau, wirklich fast auf die Minute genau, hat es 36 Stunden später in den Leisten angefangen zu ziehen. Das nenne ich mal perfektes Timing! Allem Anschein nach funktioniere ich genau nach Anleitung. Von Schwangerschaftsbeschwerden merke ich übrigens nicht die Bohne etwas. Keine Übelkeit, kein Heißhunger. Ich bin -ganz im Gegenteil- sogar richtig gut drauf. Seit dem ich kein Puregon mehr spritze, zieht es mir vor Müdigkeit auch nicht mehr den Boden unter den Füßen weg und das Brustspannen hat sich seit gestern ebenfalls deutlich gebessert.

Einen Ovulationstest habe ich am Sonntag Nachmittag gemacht. Wie es nicht anders zu erwarten war, hat der natürlich fett positiv angezeigt. Nun könnte ich noch jeden Tag einen Schwangerschaftstest machen, um zu schauen, ab wann das gespritzte hCG aus meinem Körper verschwunden ist. Angeblich besitzt Brevactid eine Halbwertszeit von 24-36 Stunden, d.h. alle 24-36 Stunden halbiert sich der Gehalt an hCG im Urin. Bis es unterhalb der Nachweisgrenze liegt, könnten also ca. 10 Tage vergehen. Wenn es geklappt haben sollte, müsste er ab da an auch wieder stärker positiv werden. Dafür sind mir momentan jedoch Nerven und Geld zu schade.

Nun möchte ich mich allerdings dem Thema meiner Überschrift widmen:

Gleitgel

Während des Kinderwunsches spielt die Wahl des Gleitgels nämlich eine nicht ganz untergeordnete Rolle. Dabei gibt es zwei verschiedene Gründe sich für ein Kiwu-Gleitgel zu entscheiden: Manche Frauen sind einfach darauf angewiesen, weil sie mit Scheidentrockenheit zu kämpfen haben, andere greifen nach diesem Strohhalm, um das Beste aus einem eingeschränkten Spermiogramm heraus zu holen. In beiden Fällen darf das Gel den Spermien natürlich keinesfalls schaden. Dies und noch viel mehr versprechen etliche Gleitgele, die meist über das Internet in Deutschland erhältlich sind. Ich habe bisher PreSeed und Conceive ausprobiert. Vor einiger Zeit habe ich mir PreSeed bei Amazon bestellt. Dort kosten 40g bzw. 9×4 g 23-26€. Ein Schnäppchen ist was anderes. Im Preis inbegriffen sind 9 Applikatoren, die mit dem Gel befüllt und vor dem Verkehr in die Scheide eingeführt werden können, um das Gel direkt vor dem Muttermund zu platzieren.

Bei den  Inhaltsstoffe handelt es sich um gereinigtes Wasser, Sodiumchlorid, Hydroxyethylcellulose, Pluronic, Arabinogalactan, Sodium Phosphat, Carbomer, Methylparaben, Sodium Hydroxid, Potassium Phosphat, Propylparaben. Die Verwendung von Parabenen als Konservierungsmittel hat mich jedoch stutzig gemacht. Laut Wikipedia gibt es Hinweise darauf, dass Parabene -vor allem Propylparaben, aufgrund ihrer chemischen Struktur eine östrogenartige Wirkung haben können. Da gerade das PCO-Syndrom und viele Zyklusstörungen mit einer Östrogendominanz einher gehen, halte ich den Einsatz von Parabenen in fruchtbarkeitsfördernden Gleitgels für beinahe sittenwidrig.

Also habe ich es mal mit Conceive versucht. 75 ml ohne Applikatoren kosten ca. 18€. Mit Applikatoren kostet es mehr als doppelt so viel: 18€ für 32ml. Wer sparsam sein möchte, kann sich einfach eine ein paar 2ml-Spritzen aus der Apotheke holen. Damit lässt es sich ebenfalls aufziehen und in der Scheide platzieren. Die Konsistenz von Conceive ist flüssiger und ich finde, es riecht nach Baby-Creme. Auf der Verpackung sind folgende Inhaltsstoffe aufgelistet: Wasser, Hypromellose, Sodium Chlorid, Methylparaben, Glycerol, Sodium Phosphat, Potassium Chlorid, Sodium Dihydrogenphosphat, Magnesium Chlorid, Calcium Chlorid.

Ohne Parabene scheint es nicht zu gehen. Immerhin ist kein Propylparaben enthalten…dafür wurden hier Magnesium- Und Calcium-Ionen beigemengt, die sich positiv auf die Beweglichkeit der Spermien auswirken sollen.

Abschließend lässt sich wohl zusammenfassen, dass beide Gleitgele ihren eigentlichen Zweck erfüllen und für ausreichend Feuchtigkeit sorgen. Eine Schwangerschaft ist bei mir weder mit noch ohne Gleitgel eingetreten.

Wer übrigens glaubt, eine trockene Scheide hinge mit schlechtem Zervikalsekret zusammen, den kann ich beruhigen. Das, was den Scheideneingang geschmeidig hält, wird von den Bartholindrüsen gebildet. Ob sie ihrer Arbeit im richtigen Moment nachkommen, hängt nicht unwesentlich von Stressfaktoren ab. Denn nur eine entspannte Frau ist eine flutschige Frau.

Wovon Männer träumen

Seit zwei Tagen fühle ich mich, als ob mein Körper all seine Kraft in die Produktion von Eizellen investiert…wie eine Legehenne auf Dauerlichtbetrieb. Ab Mittag bin ich hundemüde und werde vorm nächsten Frühstück auch nicht richtig wach. Und offensichtlich nicht umsonst: Tatsächlich hat die Ärztin heute im Ultraschall zwei vielversprechende Follikel gesichtet. Da sie die sprungreifen Traummaße von 1,7 cm noch nicht erreicht haben, soll ich bis Samstag weiterspritzen wie gehabt und am Sonntag mit Brevactid auslösen. Darin enthalten ist humanes Choriongonadotropin. Diesmal wurden allerdings keine chinesischen Hamster geopfert, um das Hormon zu gewinnen. Stattdessen stammt das hCG aus dem Urin schwangerer Frauen. Das nenn´ich effektive Kreislaufwirtschaft! Die Nebenwirkungen hören sich -und so soll es sein- alles andere als erquicklich an. Bis auf die Tatsache, dass Brevactid zum Anschwellen des Gliedes beim Mann führen kann. Ich glaube, ohne diese partnerschaftliche Wechselwirkung wäre der janze Uffwand völlig für umsonst 😀 Das Wochenende ist also bis in den Montag hinein ausgeplant.

Eine Insemination, auch privat bezahlt, wäre im Übrigen jetzt nicht mehr möglich. Da die Krankenkasse bereits das Stimulationshormon voll bezahlt hat, wäre das wohl Betrug. Auch wenn die Krankenkasse auf dem normalen Dienstweg davon nie etwas erfahren würde, führt der medizinische Dienst wohl in den Kiwu-Praxen stichprobenartige Kontrollen durch. Findet sich dann eine Akte aus der hervor geht, dass kassenfinanziert stimuliert, aber privat Inseminiert wurde -und damit meine ich nicht privat zu Hause mit dem gottgegebenen fleischfarbenen Inseminationsschlauch – dann gibt´s Kloppe…

 

 

 

Dem Hamster sei Dank

So, jetzt wird es ernst.  Heute habe ich meinen ersten Zyklustag in der Kiwu-Klinik angemeldet und zack -keine halbe Stunde später- kam der Anruf von einer mindest ebenso zackigen Sprechstundenhilfe. Noch ehe ich irgendwas sagen konnte, hagelte es schon Anweisungen. „Ab morgen spritzen Sie bitte 50 IE Puregon bis Freitag, 9.7. und kommen dann am Samstag in unsere Sprechstunde.“ Bitte was? Ich soll also neun Tage lang ein Hormon spritzen, das meine Eierstöcke auf Fußballgröße anschwellen und meine Lungen voll Wasser laufen lassen kann, ohne zwischendurch von einem Arzt auf meine Funktionstüchtigkeit überprüft zu werden? Die Telefontante war mit meinen Ängsten vor Thrombose und Co. leicht überfordert und tat so, als hätte sie noch nie was von Überstimulation mit Puregon gehört. Außerdem hätte ich das ja sicher alles mit meiner Ärztin geklärt und die hätte doch sicher alle Risiken mit mir besprochen und das wird sicher alles seine Richtigkeit haben. Sicher! Sicher! Sicher habe ich mich in diesem Repro-Betrieb noch nie gefühlt. Und seit der Clomifen-Pleite im September letzten Jahres fühle ich mein Leben schon fast bedroht, wenn sie mir wieder irgendein Medikament andrehen wollen, um mich dann damit über Wochen ohne Ultraschall zu Hause sitzen lassen. Und ganz ehrlich: Bis gestern hatte ich noch ein Fünkchen Hoffnung in mir, den Kelch an mir vorüber ziehen zu sehen. Immerhin hatte ich am 15. Zyklustag meinen Eisprung. Das bekomme mal eine hin, mit so wunderschönen Perlenketten-Ovarien!

Morgen soll es also losgehen. Ich soll mir eine Spritze in meinen unversehrten Bauch jagen. Eines der wenigen Körperteile, auf das ich einigermaßen Stolz bin und in das ich viel Schweiß und Arbeit investiert habe. Heute habe ich mir bereits die Anleitung zum Puregon-Pen vorgenommen und die Foren durchgegoogelt, was ich beachten muss. Zum Beispiel würde mich interessieren, ob die Tageszeit, zu der gespritzt wird, die Nebenwirkungen beeinflusst. Angeblich spielt das wohl keine Rolle. Also denke ich mir, werde ich es morgens spritzen, da ich die nächsten Tage abends eher nicht zu Hause sein werde. Obwohl es natürlich schon witzig wäre, das Bolzenschussgerät mitten in der Kneipe auszupacken, um sich erst mal Hamster-Hormone zu fixen. Das sorgt mit Sicherheit für Gesprächsstoff in der Runde. Morgens ist gut…bestimmt. Und dann werde ich wieder stundenlang auf eine Hautfalte zwischen meinen Fingern starren, die schon ganz weiß gequetscht ist und mich nicht überwinden können, hinein zu stechen.  Das sind zumindest meine Erfahrungen von den Thrombosespritzen. Witzig ist auch, dass die findige Pharmafirma nur sechs Nadeln in eine Packung gesteckt hat, die für maximal 12 Anwendungen gedacht ist. Merck hat seine Millionen schließlich nicht verdient, indem es Dinge verschenkt hat. Für 330€ darf man nicht zu viel erwarten.  Da es ein Versuch ohne Insemination ist, bekommen wir das Medikament jedoch von der Kasse spendiert. Wenn wir später mit einer IUI mit Stimulation weitermachen, wird die Kasse die Hälfte der Kosten übernehmen…auch nur die Hälfte der Medikamente. Sie tragen also die vollen Kosten für eine Behandlung, die in unserem Fall mit Sicherheit nicht zum Erfolg führen wird. Nach Logik sollte an dieser Stelle nicht gefragt werden.

Wechseln lohnt sich

Vergangene Woche habe ich mich aufgerafft und mich wieder in der Kinderwunschklinik gemeldet. Mein letzter Besuch liegt nun schon etliche Monate zurück und ich hatte eigentlich vor, nie wieder einen Fuß in diese Praxis zu setzen. Im Detail möchte ich nicht von meinen vergangenen Erfahrungen berichten. Letztlich kam ich mit der Art und Weise unseres behandelten Arztes nicht zurecht. Obwohl zum damaligen Zeitpunkt nichts weiter untersucht worden war, fielen seinerseits immer wieder die Worte IVF und ICSI, dabei war bis dahin gerade einmal ein Spermiogramm gemacht worden und bis auf meine PC-Ovarien und erhöhte männliche Hormone, gab es nicht viel an mir auszusetzen. Während der Gespräche überhäufte er mich und meinen Mann mit allerlei fachlichen Blabla und wir verließen jedes Mal völlig verwirrt den Behandlungsraum. Anstatt schrittweise alle erforderlichen Voruntersuchungen machen zu lassen, verschrieb er mir Clomifen mit den Worten: „Wir schauen mal, was passiert!“. Wirklich geschaut hat er aber nach gar nichts. Ohne meine Eierstöcke regelmäßig unter der Clomifenbehandlung zu kontrollieren, wurde meine Dosis erhöht und ich entwickelte eine fette Ovarialzyste. Dazu meldete sich mein altes „Laster“ -der Morbus Crohn wieder. Inwiefern das Aufflackern der Darmerkrankung mit der Hormongabe zu tun hatte, bleibt unklar. Einige Ärzte, die ich danach gefragt habe, können sich einen Zusammenhang vorstellen und rieten mir von einer weiteren Einnahme ab. Auto-immun Erkrankungen unterliegen mitunter dem Einfluss schwankender Östrogenspiegel. Nach dieser Aktion hatte ich die Nase jedenfalls gestrichen voll und wendete mich an eine Endokrinologin, um der Ursache meines PCO-Syndroms auf die Schliche zu kommen. Nach einem ACTH-Test und einem oralen Glucosetoleranztest (OGTT) stand fest: Alles in Ordnung! Ich habe weder eine Vorstufe zur Diabetes, noch eine Form des adrenogenitalen Syndroms. Beides können Auslöser für erhöhte männliche Hormone sein und ein PCO-Syndrom begünstigen. Mein Mann machte in der Zeit noch zwei weitere Spermiogramme, die beide eher ernüchternd ausfielen: Genug waren es diesmal, allerdings waren seine Schwimmer zu lethargisch um den hohen Anforderungen der Befruchtung gerecht werden zu können.

Ein Puzzleteil fehlte noch im Bild der Erkenntnis und das war für mich der Anlass wieder in der KiWu-Praxis anzurufen. Wie es um die Durchgängigkeit meiner Eileiter bestellt war, hat bisher keiner in Erfahrung gebracht. Natürlich sind die Bedingungen bei uns beiden schlecht genug, damit der Eintritt einer Schwangerschaft auf sich warten lässt. Völlig aussichtslos ist unsere Situation allerdings nicht!

Ein Anruf genügte und ich hatte wenige Tage später einen Termin zum Gespräch. Bei einer anderen Ärztin. Ohne Rückfragen hat die Sprechstundenhilfe meinen Wunsch nach einem neuen Behandler stattgegeben. Im Gespräch fasste ich kurz die Lage zusammen und prompt fragte sie mich, ob meine Eileiter durchgängig seien. Als ich mir mitteilte, dass diese Untersuchung noch aus stand, hätte sie am liebsten sofort losgelegt. Zwei Tage später wusste ich dann Bescheid. Bei der Eileiterdurchgängigkeitsprüfung, wird ein Kontrastmittel in die Gebärmutter gespritzt. Der Vorgang und der Fluss des Mittels durch die Eileiter wird life – aber nicht in Farbe- per Ultraschall auf dem Monitor verfolgt. Die Untersuchung wird ohne Narkose und ambulant, innerhalb von wenigen Minuten durchgeführt. Dabei verschafft sich die Ärztin zuerst Sicht, indem sie mit einem Spekulum den Muttermund freilegt. Das ist das gleiche Prozedere, wie bei einer jährlichen Krebsvorsorge. Der Muttermund wird auch hier mit einer Jod-Lösung desinfiziert. Dann wird durch die Öffnung des Muttermundes ein dünner Schlauch eingeführt. Damit die Kontrastflüssigkeit nicht sofort wieder heraus läuft, wird im Uterus ein kleiner Ballon mit Flüssigkeit gefüllt. Es wäre gelogen, wenn ich behauptete, ich hätte keinerlei Schmerzen gehabt. Wie im Aufklärungsbogen beschrieben, fühlt es sich an wie plötzlich einsetzende Regelschmerzen. Ist aber alles halb so wild und wirklich schnell vorbei. Zum Glück brauchte es bei mir gerade einmal 2 ml um die Eileiter darzustellen. Das heißt sie sind frei! Bei manchen Frauen kann damit auch eine Öffnung der Eileiter erreicht werden, indem die Blockade einfach weggespült wird. Daher geht die Schwangerschaftsrate nach einem solchen Eingriff häufig nach oben. Das verwendete Mittel ist übrigens spermienfreundlich. Somit kann direkt nach dem Eingriff weiter nach Herzenslust geschnackselt werden.  Allerdings sollte die „Spülung“ möglichst in der ersten Zykluswoche durchgeführt werden, um das Wegspülen einer potentiell befruchteten Eizelle auszuschließen. Früher benutzte man wohl das Mittel Echovist, was allerdings vom Pharmakonzern Bayer vom Markt genommen wurde. Meine Praxis verwendet Gynemed, wobei es sich eigentlich um eine Infusionslösung handelt, die für diese Verwendung nicht zugelassen ist und dem Einsatz von Patientinnenseite aus zugestimmt werden muss.

Wenn ich gewusst hätte, wie schnell und einfach eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung ist, hätte ich das viel früher machen lassen. Aber vielleicht brauchte ich auch meine Zeit um mich mit einer neuen Diagnose konfrontieren zu können. Wir haben Glück gehabt und sind froh darüber. Ein Verschluss hätte ohne Umschweife für uns eine künstliche Befruchtung oder lebenslange Kinderlosigkeit bedeute. Und ob ich wirklich bereit bin, die enormen Risiken und möglichen Spätfolgen der Stimulation in Kauf zu nehmen, bin ich mir noch nicht sicher.

Wenn der Schwangerschaftstest verdunstet…

In all den unzähligen Foren, die sich mit Kinderwunsch und Schwangerschaft beschäftigen taucht eine Frage gewiss abertausend Mal auf: „Ist mein Schwangerschaftstest positiv?“. Und nein, die fragenden Frauen sind in den meisten Fällen weder grenzdebil, noch leiden sie unter einem Verlust des Augenlichtes. Schlicht und ergreifend trauen sie dem, was ihnen ihr Gehirn als visuellen Eindruck vermittelt nicht. Und das nicht ganz zu unrecht.

Da viele Kinderwünschlerinnen  am liebsten noch eine Woche vor ihrem Eisprung (ES) wissen wollen, ob die Empfängnis erfolgreich gewesen sein wird, gibt es Schwangerschaftstests, die als „hochsensibel“ angepriesen werden und bereits ab einer Konzentration von 10 mIU HCG pro ml Urin ( 10er Tests) anschlagen sollen. Theoretisch wird dieser Wert frühestens ab dem 12. Tag nach Eisprung im Urin erreicht, wenn man einer Tabelle, die im Internet umher geistert Glauben schenken darf. Trotzdem gibt es immer wieder Frauen, die mit diesen Tests schon ab ES+9, andere erst ab ES+14 oder später ein positives Ergebnis erhalten. Dass dies möglicher Weise an zwei verschiedenen ß-HCG-Formen liegen könnte, habe ich schon an anderer Stelle beschrieben. Falsch negative Ergebnisse sind also kein „unerklärliches Phänomen“.

Viel verwirrender ist es hingegen, wenn Schwangerschaftstests positiv werden, obwohl offensichtlich keine Schwangerschaft vorliegt, da die Menstruation einige Tage später einsetzt. Häufig sprechen die Frauen dann in Foren von „Verdunstungslinien“, wenn sie ihrem Ärger und ihrer Enttäuschung über die vermeintlich falsch-positiven Tests Luft machen. Tatsächlich kann man bei vielen dieser Ergebnisse jedoch davon ausgehen, dass tatsächlich HCG nachgewiesen wurde, die frühe Schwangerschaft jedoch nicht intakt war und verloren ging. Daher wird häufig mit viel Unverständnis vom frühen Testen abgeraten, um sich unnötige Enttäuschungen zu ersparen. Trotzdem kann es für Frauen mit unerfüllten Kinderwunsch von großem Interesse sein, möglichst früh Erkenntnis über ihren Zustand zu erlangen. Zum Einen kann dann rechtzeitig auf schädliche Substanzen verzichtet werden (Auch wenn das „Alles-oder-Nichts-Gesetz“ in diesem Stadium der Schwangerschaft gilt, so möchten Viele doch endlich Alles und nicht Nichst!), zum Anderen kann so festgestellt werden, ob denn überhaupt eine Befruchtung stattfindet und das Problem letztendlich bei einer gescheiterten Einnistung liegt. Für das weitere Vorgehen ist diese Feststellung von nicht unwesentlicher Bedeutung.

Aus diesem Grund gehöre auch ich zu den notorischen Frühtesterinnen. Da mir die gängigen 10er Tests aus der Drogerie zu teuer sind, bestelle ich mir regelmäßig einen ganzen Packen billiger Streifentests  im Internet. Dem preislichen Niveau ist es wohl auch geschuldet, dass mit solchen Tests einige Heimexperimente durchgeführt werden, wie das Testen der Cola auf Vorliegen einer Schwangerschaft. Ich dagegen habe mich dazu hinreißen lassen, bereits an ES+6 damit zu testen- und zwar nicht mit einem Softdrink, sondern mit Urin. Und tatsächlich tauchte nach einiger Zeit eine rosa Linie auf. Bisher hatte ich nie, auch nicht annähernd ein „positives“ Ergebnis.

Getestet an ES+6, Linie kam nach >20 min

Getestet an ES+6, Linie kam nach >20 min

Obwohl ich damit überhaupt nicht gerechnet habe und für mich das Resultat eher ein Zeichen für die geringe Qualität der Streifen darstellte, denn so früh kann kein HCG im Urin vorliegen, habe ich jeden Tag weiter getestet. Bis ES+11 hatte ich immer wieder solche Linien auf den Streifen, mal mehr, mal weniger deutlich. Woran könnte es also gelegen haben?

  • Ich habe überlegt, ob es sich vielleicht um eine Kreuzreaktion gehandelt haben könnte, bei der die Antikörper statt mit HCG mit einem anderen Molekül reagieren. Tatsächlich schließen die Hersteller bestimmter Schwangerschaftstests eine Kreuzreaktion mit LH, FSH und TSH bis zu einer gewissen Konzentration aus. Bei diesen SST wurde darauf in der Gebrauchsanleitung jedoch nicht hingewiesen. Dennoch halte ich das für unwahrscheinlich, da die Kunden-Bewertungen auf der Besteller-Hompage eher kritisieren, dass diese Tests zu schwach oder zu spät anschlagen würden.
  • Der „Fehler“, den ich wirklich begangen habe, war die späte Ablesezeit. Laut Hersteller sind Ergebnisse nach 10 Minuten nicht mehr auswertbar. Wartet man bis der Test getrocknet ist, kann es passieren, dass sich im Testfeld eine eingekerbte oder gelbliche Linie bildet. Vermeintlich „Echte“ Linien sind hingegen rosa oder pink, man sieht sie aus jedem Blickwinkel und sie bleiben auch noch über Tage oder Wochen bestehen. Diese Kriterien waren auch für meine Linien erfüllt. Ob sie unbedingt innerhalb von 10 Minuten erscheinen müssen, ist nicht sicher. Gerade bei kalter Raumtemperatur und noch sehr niedrigen HCG-Konzentrationen kann die Reaktion einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem werden bei billigen Tests nur geringe Mengen an Antikörpern eingesetzt. Kostet schließlich alles Geld.
  • Bei der Recherche im Internet bin ich über den Begriff „Phantom-HCG“ gestoßen. Dabei handelt es sich im Prinzip auch nur um eine Kreuzreaktion. Dabei gehen heterophile Antikörper, die eigentlich an die Oberfläche von Erythrozyten tierischer Herkunft binden, eine Reaktion mit den Molekülen des SST ein, da diese schließlich häufig ebenfalls von Tieren, wie z.Bsp. Mäusen stammen. „Phantom-HCG“ wird häufig jedoch im Blutserum festgestellt, da die Konzentrationen höher als im Urin sind.
  • Sehr oft lese ich in Foren, das HCG könne von einer Zyste gebildet worden sein. Sollte jemand tatsächlich eine Wucherung haben, die dieses Hormon ausschüttet, dann sollte er sich schleunigst einer Chemotherapie unterziehen. Denn HCG dient auch als Tumormarker, da es von einigen Krebszellen gebildet wird. Bei den Zysten, die am häufigsten bei Frauen vorkommen handelt es sich um harmlose Gebilde, die von nicht gesprungenen Follikeln oder dem Gelbkörper stammen. Eine Gelbkörperzyste könnte zwar das Einsetzen der Menstruation hinauszögern, HCG bildet sie mit Sicherheit nicht.
  • War ich vielleicht doch schwanger? Dafür spricht, dass die Tests nach ES+11 keine Gespenster-Linien mehr gezeigt haben. Vielleicht sind also meine Eizellen doch nicht so unreif und die dazugehörigen Spermien doch flinker, als wir dachten.

Was bleibt ist Ungewissheit…ein Dauerzustand für Menschen mit Kinderwunsch.

Vitamin D nicht nur für Kellerkinder

Es gibt so einige Vitamine und Mineralstoffe, die einen positiven Einfluss auf die Fruchtbarkeit nehmen sollen. Während Folsäure oder Vitamin E unter eifrigen Kinderwünschlern bereits bekannt sein sollten, ist die Einnahme von Vitamin D derzeit noch recht unpopulär. Wenn mir jemand vor einiger Zeit geraten hätten, nun zu meinem morgendlichen Pillen-Cocktail auch noch eine Prise Vitamin D einzuwerfen, dann hätte ich dankend abgelehnt. Schließlich bin ich ja nun kein Kellerkind und treibe mich täglich mit dem Hund im Tageslicht herum.Vor einiger Zeit bekam ich jedoch nach einer Blutuntersuchung beim Endokrinologen mitgeteilt, dass mein Vitamin D -Level zu niedrig sei. Das war Anlass genug das Web of Knowledge zu bemühen, mir ein paar Informationen über den neuesten wissenschaftlichen Stand zum Thema Vitamin D und Kinderwunsch auszuspucken. Und tatsächlich haben Wissenschaftler von der Uni Graz im vergangene Jahr alle Neuigkeiten darüber in einem Review zusammengetragen.

In der Tat werden 80 bis 90% des benötigten Vitamins aus einer Vorstufe, die sich in der Haut befindet, über Sonnenlicht als Vitamin D3 Freigesetzt. Nur ein Bruchteil wird als Vitamin D2 oder D3 über die Nahrung aufgenommen. Nun ist es aber kein Geheimnis, dass die Sonnenscheindauer gerade in den langen, kalten deutschen Wintern arg zu wünschen übrig lässt. Während wir im Sommer und Herbst noch über ausreichend hohe Vitamin D-Level verfügen, sind die Reserven spätestens im Frühjahr stark dezimiert. Das äußert sich mitunter in einem Anstieg der Empfängnisrate während der hellen Jahreszeit und führt folglich zu einem sprunghaften Zuwachs an Kinderwagen im Frühjahr. Im Winter wird also tatsächlich weniger ovuliert, ob das nun jedoch ausschließlich am Vitamin D liegt, ist ungewiss.

Für Frauen, die unter PCO-Syndrom leiden, dürfte die Erkenntnis, dass eine Vitamin D-Zufuhr die Menstruations-Frequenz erhöht und „metabolische Parameter“ optimiert, hilfreich sein. Gerade im Zusammenhang mit Insulinresistenz und Übergewicht soll eine Verbesserung beobachtet worden sein. Dagegen gibt es Hinweise auf eine reduzierte Bildung von Progesteron und Östrogen bei gesunden -sprich Nicht-PCO- Frauen, die hohe Vitamin D-Level aufweisen.

Auch für Männer mit eingeschränktem Spermiogramm kann ein Blick auf den 25(OH)D-Gehalt im Blut lohnenswert sein. Bei ihnen könnten sich Beweglichkeit und Morphologie verbessern. Daneben könnte die Zufuhr von Vitamin D zu einer Verbesserung des Testosteron-Status führen.

Bei 25(OH)D handelt es sich übrigens um das Produkt, was entsteht, wenn Vitamin D3 in der Leber umgewandelt wird und dazu dient, den Vitamin-D-Status im Blut zu bestimmen.

  • Vitamin D ist ausreichend od. im Übermaß vorhanden: 25 (OH)D >=30 ng/ml
  • Vitamin D ungenügend: 25 (OH)D 20-29 ng/ml
  • Vitamin D-Mangel: 25 (OH) D <20 ng/ml

Literatur:

E. Lerchbaum and B. Obermayer-Pietsch,“Vitamin D and fertility: a systematic review“; European Journal of Endocrinology; 2012; 166: 765-778

Beitragsnavigation