Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für das Schlagwort “Impfen”

Kita-Eingewöhnung Woche vier: 72 Stunden Fieber

Ich habe mich schon gewundert, als ich vergangenen Montag meine Tochter aus der Kita abgeholt habe und mir gesagt wurde, sie hätte anderthalb Stunden geschlafen. Haben die Erzieher etwa aufgehört Madame im Schlaf auf den Rücken zu drehen? Am Nachmittag wird mir dann klar, was los ist. C. stellt ihren persönlichen Fieberrekord mit 39,6 °C auf. Super, also fällt die Kita am Dienstag auf jeden Fall aus. Anders, als bei der Hand-Mund-Fuß-Seuche ist sie allerdings recht gut drauf. Sie isst, trinkt und meckert wenig. Also abwarten und zur Nacht Zäpfchen geben. Dienstag und Mittwoch das selbe Programm. Das Fieber schwankt zwischen 38 und 39,6°C. Am Mittwoch gehen wir dann doch zur Notaufnahme ins St. Joseph Spital, weil sie erst beim Füttern würgt und schließlich ihr Abendbrot wieder ausspuckt. Obwohl ich bisher auf das Drei-Tage-Fieber getippt habe, bin ich mir nun nicht mehr sicher. Könnte ja auch ne Angina sein….oder…oh Gott…Masern???? Bei der zur Zeit in Berlin grassierenden Epidemie kann man schon mal Paranoia schieben. Es ist ja auch nur noch eine Frage der Zeit bis es hier in Anthroposovistan ankommt. Tatsächlich hat Freiburg die schlechteste Impfquote in ganz Baden-Württemberg und ist sogar deutschlandweites Schlusslicht der Masernimmunisierung. Beim letzten Ausbruch an einer hiesigen Waldorfschule -wo sonst, wurden Impfpasskontrollen am Eingang der Schulen durchgeführt.

Die Kinderärztin in der Notfallsprechstunde meinte jedoch, die Kleine hätte einen fiebrigen Infekt, wie er nun mal bei Babys in dem Alter vorkommt. Ich soll das Fieber weiter senken, Nasentropfen geben und in zwei Tagen zum Kinderarzt gehen, wenn es nicht besser wird.

Am Donnerstag, fast auf die Stunde genau 72 Stunden nachdem das Fieber aufgetaucht war, ist die Temperatur gefallen und es zeigte sich der wohl typische Ausschlag. Also wohl doch das Drei-Tage -Fieber.

Eine Rest Verunsicherung blieb jedoch noch. Auf Kinderärzte im Netz kann habe ich mich über die Masern informiert und dabei festgestellt, wie ahnungslos ich doch tatsächlich bin. Was ich gar nicht wusste ist, dass Masern in zwei „Schüben“ verlaufen. Während des Vorläuferstadiums bekommen die Kinder mäßig hohes Fieber, haben Husten, Schnupfen, eventuell Halsschmerzen und einige bekommen weiße Punkte auf der Wangenschleimhaut. Bis auf die weißen Punkte hat Madame alle Symptome gezeigt. Nach einigen Tagen sinkt das Fieber wieder, um nach kurzer Zeit auf über 40°C anzusteigen und erst dann tritt der typische Masernausschlag auf. Das ist in der Tat problematisch, zum einen, weil viele Eltern glauben, ihr Kind wäre wieder gesund und es hochansteckend auf die Allgemeinheit loslassen und zum anderen sehen sich die Hautausschläge der Masern und des Drei-Tage-Fiebers sehr ähnlich.

Mein Kind ist jedoch bis heute fieberfrei geblieben. Hoffen wir, dass es hier masernfrei bleibt, bis sie endlich geimpft werden kann.

Woche vier in der Kita ist also praktisch ausgefallen. Ich bin gespannt, wie unsere Bilanz am Ende des Jahres aussehen wird. Mehr Zeit krank zu Hause oder in der Kita?

Advertisements

Neunzehn Wochen

Neunzehn Wochen mit Baby vorm statt im Bauch sind nun vorüber. Der gruselige Wachstumsschub um die 19. Lebenswoche herum hat uns die vergangenen Tage ganz schön gebeutelt. Es gab dann wieder Nächte in denen Mamas Brust jede Stunde Programm war. Tagsüber ließ sie sich nur schwer hinlegen und hat sich beim übermüden Hin- und Herwerfen im Bett schön in Rage geschrien. Das problematische an solchen Phasen ist nicht deren Auftreten, sondern die Ungewissheit ihrer Dauer. Würde mir also jemand sagen:  „Hey Kopf hoch, in drei Tagen ist es vorbei.“ Dann würde ich mich mit einem guten Buch und einer schönen Tasse Tee neben mein eskaliertes Kind setzen, ihm den Kopf tätscheln und gut zureden. Auch die haarscharf umrissenen Zeitangaben über Wachstumsschübe in diverser Elternliteratur ist keine beträchtliche Hilfe. Seinen Höhepunkt erreicht dieser Schub wohl in der 19. Lebenswoche, er kann jedoch bereits in der 14. beginnen und sechs Wochen andauern. spätestens in der 24. Woche muss er wohl beendet sein, denn dann beginnt schon der nächste. Auch nicht gerade tröstlich. Aller Tränen und Schreiattacken zum Trotz, hat mein Kind die vergangene Woche wohl nicht nur zum Wachsen genutzt. Seit ein paar Tagen beherrscht sie nämlich die Rücken-zu-Bauch-Rolle. Da schwillt die stolze Mutterbrust zu unendlicher Größe.

Am Donnerstag gab es die dritte, langersehnte Impfung für das kleene Froillein. Langersehnt deshalb, weil ihre einzige Impfreaktion bisher darin bestanden hat, mindestens zwei Nächte am Stück durchzuschlafen. Darauf hatte ich mich seit Wochen gefreut. Doch, wie es einen oft mit Kindern zu ergehen scheint, wurde ich eines besseren belehrt. Zum Durchschlafen hat es diesmal nicht gereicht. Dafür war sie ein wenig nörgelig und heute roch ihr Stuhl tatsächlich einmal nach Fisch. Ob das nun mit der Impfung zusammenhängt, ist unklar. Das Web spuckt zu diesem Phänomen auch nur wenige Erkenntnisse aus.

Da Madame zunehmend Interesse an festen Nahrungsmitteln zeigt, habe ich ihr vergangenes Wochenende ein paar Löffelchen Gläschenmöhren angeboten. Und in der Tat hat sie sich bereitwillig füttern lassen. Nun ist sie jedoch gerade einmal vier Monate alt geworden und ich bin noch unsicher, ob ich tatsächlich schon mit Beikost beginnen soll. Die WHO empfiehlt schließlich bis zum 6. Lebensmonat voll zu stillen. Eine Studie, die neulich mal im Spiegel durch die Presse gewalzt wurde, brachte jedoch angeblich hervor, dass es bezüglich Allergierisiken keinen großen Unterschied machen soll, ob und wie lange voll gestillt wird. Der neueste Schrei zum Thema „Beikost“ scheint übrigens Baby-led weaning (BLW) zu sein. Dabei wird es dem Baby überlassen, wann es mit fester Nahrung beginnen möchte und wieviel es davon zu sich nehmen mag. Praktisch kann man sich das so vorstellen, dass das Kind also mit am Tisch sitzt und nach gekochten Zeugs wie Karotten oder Kartoffeln greift und daran zu lutschen beginnt. Da in diesem Falle das meiste der Nahrung wohl unterm Tisch, statt im Kind landen wird, empfiehlt es sich vermutlich nebenher weiterhin voll zu stillen. In Zeiten, in denen es weder Karies noch inflationären Salzkonsum gab, hat Mama das Essen einfach vorgekaut und es dem Kleinen Mund-zu-Mund verabreicht. Wer blutdruckfreundlich kocht und keine Löcher in den Zähnen hat, kann es ja mal ausprobieren und mir dann von den Reaktionen seiner Mitmenschen berichten.

Beitragsnavigation