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Ein Hauch von Hoffnung

Als notorische Frühtesterin, kann ich mich glücklich schätzen, im Zeitalter des Shopping 3.0 zu leben. Heute 50 Schwangerschaftstests verbraucht und morgen schon wieder 300 Stück geliefert…für n Appel und n Ei. Wenn ich mir vorstelle, stattdessen auf Kröten pinkeln zu müssen und auf deren Ablaichen zu warten, wirds mir ganz grün im Hirn. Wo sollten wir jeden Zyklus all die Kröten unterbringen? Wahrscheinlich müssten wir in den Sumpf ziehen. Welche Sensitivität besitzen Kröten eigentlich? Fangen die schon bei 10 IU an Eier zu legen oder erst kurz vorm Entbindungstermin?

Die Woche war ein auf und ab. Ich habe also eine Art Testreihe gemacht, um den Abbau des gespritzten HCGs nachzuvollziehen. Ende letzter Woche (war es Freitag?) habe ich damit begonnen. Also gut eine Woche nachdem ich ausgelöst habe. Am Montag ging es für drei Tage auf ein Meeting und natürlich habe ich mir Teststreifen eingepackt. Und ja, natürlich habe ich vorm losfahren noch mal getestet. Und tatsächlich war da immernoch ein feiner Schatten erkennbar, der sofort in der Ablesezeit erschien. Tagsdrauf habe ich wieder einen Test gemacht und war mir sicher, der würde klar und deutlich zeigen, was ich damals bei meinem kleenen Froillein schon gesehen habe. Da war ich ja auch erst IUI+10. Diesmal jedoch war nichts zu erkennen. Mit verheulten Augen hab ich dann im Hotel beim Frühstück gesessen. „Ja, ja alles in Ordnung. Nur die Kontaklinsen und die Erkältung *hüstel* weißt schon…“ Wie man halt in so einer Situation versucht, besorgte Kollegen abzuschütteln. Nichts wäre wohl unpassender, als mit den Kollegen in Hörweite der Vorgesetzten über Kinderwunschbehandlungen zu sprechen.

Das mit der Erkältung war übrigens gar nicht geschwindelt. Wie bei der Entstehung meiner Tochter, war ich nämlich ab IUI+7 erkältet. Nicht dramatisch und ohne Fieber, aber genug, um das Wochenende zu versauen. Auch deshalb war ich ganz hoffnungsvoll gestimmt. Und dann der blöde Test… Dank meiner ambitionierten Kollegen war ich am Abend emotional wieder soweit hergestellt, dass ich ordentlich feiern konnte. Auf rohen Fisch, Mettwurst und Alkohol habe ich trotzdem verzichtet. Nur auf Tanzen nicht! Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich die Kröten im Waschbeutel lassen. Sie haben aber so laut gequakt, dass ich doch auf eine gepiselt habe. Und da zeigte sich so langsam ein zarter Hauch. Heute morgen war er schon ganz gut ohne zusammengekniffene Augen erkennbar. Morgen gehts zum Bluttest *toi toi toi*. Und mein Fazit: Tanzen fördert die Einnistung! 🙂

Ach ja, gibt es Anzeichen?

  • wenig Nachtschweiß und wenn ich schwitze, stinkt es nicht so prämenstruell
  • Brustspannen fast komplett weg, dann wieder ganz heftig, dann wieder ok
  • die Temperaturkurve ist bei mir nicht zu gebrauchen, wenn ich vor 7 Uhr aufstehe
  • Ab und an Ziehen im Unterleib, aber derzeit viel weniger, als in 1. Schwangerschaft
  • die Erkältung natürlich
  • ich komme schneller aus der Puste (liegt das am Gestagen?)
  • ich sehe gerade irgendwie gut aus 😉

 

 

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Wer ist es und wenn ja, wie viele?

Puh…wo soll ich anfangen?

Aaaalso: Nachdem meine Erkältung so einigermaßen überstanden war, fing mein Bauch plötzlich an zu rumoren. Das ging dann soweit, dass ich morgens von Luftblasen, die meine Darmschlingen auf und ab gewandert sind, wach wurde. Darauf folgten Durchfall mit Bauchkrämpfen. Außerdem hatte ich ein fieses Stechen in der rechten Seite, auf Höhe der Nieren, wie ich es nur von meinem letzten Crohn-Schub kenne.  Für meine Selbstdiagnose habe ich mir zwei Möglichkeiten zurecht gelegt: Entweder meldet sich der Morbus Crohn zurück oder ich habe eine Überstimulationsyndrom. Letzteres ist eigentlich bei IUI extrem selten…dennoch erfülle ich alle Parameter eine Überstimulations-Kandidatin zu sein. Deshalb habe ich so viel getrunken, wie möglich und mir alle Eier reingeknallt, die der Kühlschrank hergab. Jede Menge Eiweiß und Flüssigkeit sollen helfen das OHSS (Ovarielles Hyperstimulationssyndrom) in Schach zu halten und Rührei verträgt sich bestens mit einer darmschonenden Diät.

Am Sonntag hatte sich das Problem auch schon erübrigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Stattdessen bekam ich Menskrämpfe und -obwohl ich mir vorgenommen hatte, es frühestens am Montag wieder zu tun, habe ich noch am Nachmittag getestet. Und da war definitiv ne Linie zu sehen. Aus Angst, wieder an ES+11 meine Tage zu bekommen, habe ich mir ne ordentliche Portion Utrogest gegönnt. Zum Glück….denn die Linien werden deutlich stärker. Da es den meisten nach Bildern dürstet, habe ich da mal was vorbereitet:

Testreihe_September

 

Sieht doch bisher ganz gut aus. Für ES+11 sogar ziemlich stark….so stark, dass wir bereits von den „Vierlingen“ sprechen. Und nun fängt das große Zittern an.

Meine bisherigen Anzeichen: Ich schaffe morgen nur noch ein Brötchen und erwache mit dem Sonnenaufgang…und das ist überhaupt nicht romantisch. Außerdem ziept und drückt es Im Unterleib, was mich -zugegebener Maßen- in verhaltene Panik versetzt.

 

Free Willy

Diese Woche geht es richtig rund. Beim Follikel-Kino am Montag wurden drei Potentielle Kandidatinnen gesichtet, die ich mit einer einmalig höheren Dosis Gonal f noch mal anschupsen sollte. Nach dem gestrigen Hormoncheck stand schließlich fest: heute wird Inseminiert. Also habe ich noch Mittwochnachmittag mit Brevactid ausgelöst, obwohl ich am Morgen noch Stimulanz gespritzt habe. Laut diverser Foren scheint das jedoch unproblematisch zu sein.

Der Ablauf der Insemination ist recht unspektakulär. Das spannendste waren die kleinen Flitzer meines Mannes, die ich mir vorher durchs Mikroskop anschauen durfte. Im Vergleich zu unseren heimischen Beobachtungen waren sie eindeutig flotter unterwegs! Selbst der Arzt war positiv über Menge und Beweglichkeit überrascht. Um Verwechslungen zu vermeiden, musste ich noch einen Blick auf die Beschriftung des Röhrchen werfen…denn die Ähnlichkeiten sind in diesem Stadium der Entwicklung noch nicht besonders groß. Und dann folgte das übliche Gyn-Prozedere: Es sich auf den Stuhl gemütlich machen, Spekulum rinn, um den Muttermund erreichen zu können, Einführen eines Inseminationsschlauches in den Zervikalkanal und dann Platzieren der Spermien.  Währenddessen Small-Talk mit dem Mann, der mir grad versucht ein Kind zu machen. Keine Kerzen, keine Kuschel-Rock-LP. Als kleine Entschädigung dürfen wir heute trotzdem noch romantisch werden. Um die Menge zu erhöhen und damit das ganze einen natürlicheren Touch bekommt, wie der Arzt meinte.

Eine weitere Untersuchung ist vorerst nicht geplant. Auch kein Progesteron-Check. Erst, wenn die Regel ausbleibt, muss ich wieder hin. Es bleibt also spannend.

Und jetzt schwimmt ihr Kleinen!

Wie Sie sehen…

…sehen Sie nichts!

Das vergangene Wochenende war eine Katastrophe. Emotional betrachtet. Natürlich konnte ich es nicht lassen und habe doch so eine Art Testreihe angelegt. Da war dann auch schnell klar, dass es wieder nicht hat sollen sein. Und als ob das nicht schon alles Kacke genug wäre, bekam ich an ES+11/12 bereits meine Tage. Laut Lehrbuch, ist die Länge der zweiten Zyklushälfte noch im Rahmen. Nichts desto trotz finde ich es seltsam, unter Behandlung mit sonstwas für Hormonfirlefanz eine kürzere 2. Zyklushälfte zu haben, als für mich üblich. Meine Progesteron- und Östradiol-Werte müssten auch im akzeptablen Bereich gewesen sein, denn sonst -so wurde es vereinbart- hätte mich die Kinderwunsch-Praxis angerufen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Allerdings….würde es mich so ganz und gar nicht wundern, wenn das -upps- vergessen wurde. So wie es -upps- vergessen wurde, uns den Behandlungsplan für die Krankenkasse mitzugeben. Diesen Monat geht es also nicht weiter. Eine Stimulation ohne Insemination macht für mich unter diesen Umständen keinen Sinn. Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis. Der Aufwand sind das erhöhte Krebsrisiko, die Müdigkeit, die Übellaunigkeit, die Appetitlosigkeit, die immens große Hoffnung und der Sturz ins Bodenlose, wenn es wieder nichts gebracht hat. Der Nutzen ist ein Strohhalm, der zerbricht, sobald ich mich daran versuche festzuklammern.

Testreihe August

Wovon Männer träumen

Seit zwei Tagen fühle ich mich, als ob mein Körper all seine Kraft in die Produktion von Eizellen investiert…wie eine Legehenne auf Dauerlichtbetrieb. Ab Mittag bin ich hundemüde und werde vorm nächsten Frühstück auch nicht richtig wach. Und offensichtlich nicht umsonst: Tatsächlich hat die Ärztin heute im Ultraschall zwei vielversprechende Follikel gesichtet. Da sie die sprungreifen Traummaße von 1,7 cm noch nicht erreicht haben, soll ich bis Samstag weiterspritzen wie gehabt und am Sonntag mit Brevactid auslösen. Darin enthalten ist humanes Choriongonadotropin. Diesmal wurden allerdings keine chinesischen Hamster geopfert, um das Hormon zu gewinnen. Stattdessen stammt das hCG aus dem Urin schwangerer Frauen. Das nenn´ich effektive Kreislaufwirtschaft! Die Nebenwirkungen hören sich -und so soll es sein- alles andere als erquicklich an. Bis auf die Tatsache, dass Brevactid zum Anschwellen des Gliedes beim Mann führen kann. Ich glaube, ohne diese partnerschaftliche Wechselwirkung wäre der janze Uffwand völlig für umsonst 😀 Das Wochenende ist also bis in den Montag hinein ausgeplant.

Eine Insemination, auch privat bezahlt, wäre im Übrigen jetzt nicht mehr möglich. Da die Krankenkasse bereits das Stimulationshormon voll bezahlt hat, wäre das wohl Betrug. Auch wenn die Krankenkasse auf dem normalen Dienstweg davon nie etwas erfahren würde, führt der medizinische Dienst wohl in den Kiwu-Praxen stichprobenartige Kontrollen durch. Findet sich dann eine Akte aus der hervor geht, dass kassenfinanziert stimuliert, aber privat Inseminiert wurde -und damit meine ich nicht privat zu Hause mit dem gottgegebenen fleischfarbenen Inseminationsschlauch – dann gibt´s Kloppe…

 

 

 

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