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Für die Katz

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, für das zweite Kind einfach gelassen zu bleiben. Kein Kinderwunsch-Koller. Kein Wahnsinn. Einfach das selbe tun, wie beim ersten Kind. Stimulation, Insemination, Schwanger. Im August, als mein Arbeitsvertrag entfristet wurde, habe ich in der Kiwu-Klinik angerufen. Einen Termin gab es dann erst für November. Den ersten Stimu-Zyklus konnten wir dann im Januar beginnen. Tatsächlich wurde ich schwanger. Läuft. Nein – nach wenigen Tagen war alles wieder vorbei. Im Februar dann der zweite Versuch. Negativ. Im März Selbstzahler-IUI ohne Stimu. Negativ. Im April wegen Ostern pausiert. Nun haben wir wieder begonnen. Dritter Stimu-Zyklus plus IUI….hätte es zumindest werden sollen. Ich einigte mich mit der Ärztin darauf, die Dosis zu erhöhen, da die letzten beiden Stimulationen mit 50 I.E. Puregon nur eine Eizelle hervorgebracht hatten. Im Januar sind noch zwei gewachsen und da ist wenigstens was passiert. Als meine Tochter entstand, waren es auch (mind) drei große Follikel, zwei davon sprungreif. Am Samstag vor einer Woche, an Zyklustag 7, wurde geschaut, wie die Eierchen reagieren. Links wurde gar kein Eibläschen gesichtet, rechts dagegen zwei, ca. 10 mm groß. Am Donnerstag sollte ich zur nächsten Kontrolle. Der Östrogenwert war dann abartig hoch, lag wohl über 1000 (Einheit?). Links sah die Ärztin dann zwei Follikel, einer davon über 2 cm groß. Rechts ebenfalls zwei von 1,6 cm….Als ich wieder eine Hose anhatte, sagte sie mir: „Ich kann Ihnen nur dringend davon abraten, dieses Wochenende Verkehr zu haben.“ Bitte was? Ich fragte dann, ob ich es richtig verstanden habe, dass damit auch die Insemination hinfällig sei. Eigentlich eine überflüssige Frage. Natürlich wird keine IUI gemacht. Die Gefahr für Mehrlinge ist einfach zu groß. Und da war er dann endlich wieder da. Der Koller, der Wahnsinn. Der ganze Scheiß. Sicher verstehe ich, dass mehr als zwei Embryonen einfach extrem ungesund für alle Beteiligten ist. Wofür mir allerdings jegliches Verständnis fehlt ist, dass die beiden Follikel am linken Eierstock vor einer Woche noch nicht entdeckt wurden. Meiner Meinung nach, konnte die Dame, die am Wochenende Dienst hatte, nicht richtig schallen und/oder hat kein räumliches Vorstellungsvermögen. Ich habe auf dem Bidschirm zwar auch nur lauter kleine Bläschen sehen können, aber, wenn ich mich richtig erinnere, hat die andere Ärztin die Ebene dahinter nicht angeschaut.

Nun sitze ich also hier mit meinem Gelege im Bauch und warte auf meinen Eisprung. Es tut sich nichts. Wahrscheinlich ist keiner der Follikel gesprungen und ich kann mich die nächsten Wochen mit ein paar fetten Zysten rumärgern. Auf Verkehr haben wir übrigens nicht verzichtet. Wie fahrlässig! Nein….ist bei uns doch eh alles für die Katz. Seit 6 Jahren versuchen wirs. Das sind ca. 60 Eizellen. Keine einzige hat sich auf normalen Weg befruchten lassen. Dann wird auch diesmal nichts passieren. Selbst wenn ich tatsächlich doch einen Eisprung hatte. Im übrigen ist das nichts ungewöhnliches für Frauen mit PCOs. Diese Unwägbarkeiten machen es nämlich sehr schwierig, die richtige Hormondosis zu finden und auch, dass die Follikel nicht springen, ist typisch. Da mein PCO-Syndrom jedoch von den hiesigen Ärzten ignoriert wird (schließlich bin ich ja nicht fett), wird das wohl gar nichts mehr bei uns. Das Monitoring müsste in meinem Fall viel engmaschiger geschehen. Die letzten Inseminationen wären übrigens ohne mein „Bauchgefühl“ gar nicht zustande gekommen. Die Kinderwunsch-Klinik hat mich jedesmal zu spät einbestellt. Ich bin dann trotzdem in der Mittagspause hingehetzt und hab um eine Zwischenkontrolle gebeten. Und ich lag jedesmal richtig.

Jetzt frage ich mich, wie es eigentlich weiter gehen soll. Wahrscheinlich werden wir den nächsten Schritt gehen und eine IVF machen lassen. Dann ist es egal, wieviele Eibläschen es werden. Bis dahin muss ich allerdings erst einmal wieder einen Zyklus bekommen. Und das kann mit drei oder vier Zysten sehr, sehr lange dauern. Wahrscheinlich haut die Östrogendominanz meinen Hormonhaushalt wieder so arg durcheinander, dass ich die nächsten Monate extrem hohe Androgenwerte und eine grottige Eizellreifung haben werde. War also alles für umsonst. Low-Carb für die Katz. Myo-Inositol für die Katz.

Myo-Inosistol bei PCO-Syndrom

Beim Thema Ursachenbekämpfung blicken schlanke PCO-Frauen oft in ratlose Gesichter. Wer übergewichtig ist und einen gestörten Zyklus hat, dem wird -zu Recht- zum Abnehmen geraten. Und was machen wir? Als ich mich vor über 5 Jahren in Kinderwunschbehandlung begeben habe, bestand ich darauf, bei mir alles durchzuchecken, was ein PCO-Syndrom begünstigen oder auslösen könnte. Die Schilddrüse wurde untersucht. Ergebnis: „Euthyreote Stoffwechsellage“, d.h. nichts anderes, als dass ich eine leichte Unterfunktion habe, die ich mit ausreichend Jod behandeln und Überwachen soll. (Ich habe also eher eine Chilldrüse…haha…) Mein TSH lag ohne L-Tyhroxin meist bei 2 bis 2,5. Als ich mit den Hormonspritzen began, riet mir meine Ärztin dazu, L-Thyroxin 50 zu nehmen. Ein Hashimoto -also eine auto-immun Erkrankung der Schilddrüse- wurde ausgeschlossen. Dann habe ich einen ACTH-Test machen lassen, bei dem geschaut wurde, ob ich eine Nebenniereninsufizienz habe. Hab ich jedoch nicht. Als letztes nötigte ich meine Ärzte noch zu einem Glucose-Belastungstest, der zeigte, dass ich auch keine Insulinresistenz hatte. Schlussendlich bleibt für mich nur noch die „psycho-nervöse“ Ursache übrig. Damit möchte ich mich jedoch nicht so recht abfinden. Wie kommt es denn, dass so viele Frauen mit PCO-Syndrom früher oder später doch Diabetes und Bluthochdruck bekommen? Etwa nur weil wir nervöse Psychos sind? Oder liegt dem Ganzen doch eine Stoffwechselstörung zugrunde? Keine Ahnung, wie die Blutfettwerte und Ernährungsgewohnheiten anderer Frauen mit PCO-Syndrom aussehen, ich kann da nur von mir sprechen. Bei mir liegt garantiert eine Fettstoffwechselstörung vor, denn ich habe diesen immens hohen Lipoprotein-a-Wert. Auf diesen Wert hat übrigens meine Ernährung kaum Einfluss, unklar ist allerdings, welche Prozesse im Körper durch diesen „Gendefekt“ beeinflusst werden und Nahrung somit anders verarbeitet wird, als beim Normalo. Zu allem Überfluss ernähre ich mich auch noch sehr kohlenhydratlastig. Ich bin nahezu süchtig nach den -Osen. Glucose, Fructose, Amylose in allen Formen und Kettenlängen. Und diese Ernährungsgewohnheit ist -so ahne ich- in Kombination mit meiner angeborenen Stoffwechsellage einfach extrem ungünstig. Durch die übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten schüttet der Körper viel Insulin aus. Jeder kennt das Phänomen: Nach einem reichhaltigen Festmahl mit leckerem Nachtisch, fällt man plötzlich ins Fresskoma. Die Müdigkeit übermannt einen und sobald man sich träge aus dem Mittagsloch gehieft hat, wartet auch schon der nächste Zuckerschuss, auf dem man versucht in den Feierabend zu reiten. Bei Frauen mit PCO-Syndrom hat das überschießende Insulin jedoch böse Folgen: Die Androgen-Produktion wird angefeuert, das androgenbindende Leberglobulin SHGB hingegen wird gehemmt und die Hypophyse veranlasst, noch mehr LH auszuschütten, anstelle des dringend für die Eizellreifung gebrauchten FSH. Die Abwärtsspirale hin zum behaarten, schnaufenden, fettleibigen Mannweib bohrt sich immer tiefer.

Schon lange spiele ich daher mit dem Gedanken, meine Ernährung auf Low Carb umzustellen. Vor ein paar Wochen habe ich dann ein übersichtliches Kochbuch mit einfachen Rezepten zur kohlenhydratarmen Ernährung gefunden. Es fällt mir wirklich unheimlich schwer, mein Leben so drastisch zu verändern, schließlich bin ich ein Carbonholic. Mit kleinen Schritten, versuche ich dennoch wenigstens 1-2 Mahlzeiten pro Tag ohne Kohlenhydrate zu schaffen. Um den Effekt zu verbessern, bin ich dann eher zufällig auf Myo-Inosistol gestoßen. Dabei handelt es sich um einen Zuckeralkohol, der in Pulverform frei verkäuflich ist. Über welchen Mechanismus Myo-Inosistol genau wirkt, ist noch nicht genau erforscht. fest steht, dass es den Insulin-Haushalt reguliert, was die Androgenausschüttung reduziert und zu einem besseren Verhältnis von LH zu FSH führt. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Eizellreifung aus. Es gibt verschiedene Produkte (im Internet) zu kaufen. Ich habe mir erst Myo-Inosistol in Kapselform von ZeinPharma bestellt, mich dann aber für Inofolic entschieden, da es günstiger ist und pro Beutel mehr Wirkstoff enthält. Es gibt allerdings noch preiswertere Präparate. Es gibt Hinweise darauf, dass der Effekt durch Alpha-Liponsäure verstärkt werden soll. Diese Substanz stimuliert den Insulin-Rezeptor, sodass mehr Glucose in die Zelle gelangt und der Blutzuckerspiegel sinkt. Bisher habe ich nur Inofolic ausprobiert und die Auswirkungen sind erstaunlich. Vor vier Wochen habe ich damit begonnen und als erstes bemerkte ich, dass ich Nachts weniger schwitzte, als ich meine Periode bekam. Sonst liege ich manchmal schon zwei Nächte, bevor die Mens eintrudelt, total durchnässt im Bett. Diese Ekelnächte ziehen sich im schlimmsten Fall über eine ganze Woche hin. Diesmal gab es nur eine leicht durchschwitzte Nacht. Zum Zweiten sieht mein Zyklusblatt deutlich ruhiger aus, als sonst. Oft habe ich sehr hohe Basalwerte von 36,75 bis 36,8°C und das in der ersten Zyklushälfte. Diesmal lag meine Temperatur schon Tage vorm Eisprung bei 36,55 bis 36,65°C.ovuview-cycle-2017-04-08

Meine Blutung verabschiedete sich ebenfalls bereits recht früh an Zyklustag 5. Sonst muss ich mich damit oft acht Tage lang rumärgern. Und der schönste Effekt, den ich aufs Myo-Inosistol zurückführe ist, dass ich an Zyklustag 15 meinen Eisprung habe! Obwohl ich das im vergangenen Jahr bereits hin und wieder ohne Unterstützung geschafft habe, denke ich, dass da ein Zusammenhang besteht. Schließlich habe ich es vor zwei Monaten trotz Stimulation erst an Tag 17 auf die Reihe bekommen.

Nun muss ich mich bremsen, in diesen Zyklus Hoffnung zu legen. Denn, auch wenn mein PCO-Syndrom eingedämmt wird und ich vielleicht eine verbesserte Eizellreifung habe, sind wir nahezu chancenlos auf natürlichem Weg schwanger werden zu können. Wenn es diesmal zeitlich passt, werden wir  im nächsten Zyklus wieder stimulieren und inseminieren. Anders scheint es bei uns nie zu klappen.

Vitamine in der Kinderwunschzeit

Es gibt tausend Dinge mit denen ich mir die Zeit bis zum Tag der Wahrheit vertreiben könnte, dennoch wird es endlich mal Zeit über ein paar Hilfsmittel bei unerfüllten Kinderwunsch bzw. Fertilitätsstörungen zu sprechen. Bevor ihr es von jemand anderen erfahrt: Ich bin selbst in der Vitamin-Branche tätig, möchte aber meinen Arbeitgeber hier nicht erwähnen, da ich nicht möchte, dass mein Chef mich in vierzehn Tagen anruft und fragt, ob der Test positiv war. Ich werde im Artikel verschiedenen Präparate nennen unter denen auch Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel meines Arbeitgebers sind. Der Vorteil für euch Leser ist, dass ich wirklich viel Erfahrung mit Substitutionstherapie habe. Nicht nur, weil ich die Mittel selbst hin und wieder oder auch regelmäßig einnehme, sondern auch, weil ich von meinen Ärzten und Heilpraktikern erfahre, wo sie Substitutionstherapeutika einsetzen und welche Erfahrungen sie damit machen. Der Nachteil liegt darin, dass ihr mir Befangenheit vorwerfen könnt.Allerdings tue ich das hier ganz freiwillig und mir wurden nie Geld oder andere Vorteile für mein Schreiben versprochen.  Lest am besten erst einmal und entscheidet dann, welche Information ihr für euch nutzen möchtet.

Pinzipiell kann ich euch nur nahe legen, Substitutionspräparate in der Apotheke zu kaufen. Auch wenn der Griff ins Supermarktregal einfach und günstig erscheint, zahlt man bei vielen Dingen drauf. Die Pharmaindustrie mag einen schlechten Ruf haben, der bisweilen auch begründet ist, dennoch kennen sie sich mit Medikamenten und deren Zusammensetzung aus. Sie stellen selber her oder setzen auf Hersteller, die auf kontrollierte Wirk- und Hilfsstoffe achten. Viele Firmen lassen ihre Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland produzieren.Gerade auf dem „Vitamin-Markt“ mischen zudem noch etliche mittelständische und Familienunternehmen mit, sodass die Euronen doppelt gut investiert sind. Die Supermarkt-Mittelchen hingegen werden aus schlecht zu resorbierenden Bestandteilen zusammengesetzt, deren Ursprung kaum nachzuvollziehen ist.

  • Selen sollte auf dem Speiseplan aller Schilddrüsenunterfunktions-Kinderwünschlerinnen stehen. Bei mir selbst hat sich bereits vor der Einnahme von L-Thyroxin der TSH-Wert von 3,8 µU/ml auf 2,5 µU/ml gebessert. (Zusätzlich habe ich noch Zink und Vitamin D eingenommen) Mein Mittel der Wahl war bisher Cefasel 100 nutri
  • Vitamin D: Was Vitamin D betrifft, wurde in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype losgetreten. Nach wie vor halte ich die Substitution von Vitamin D in gewissen Lebensphasen für außerordentlich wichtig, an das Allheilmittel glaube ich jedoch nicht. Mit Kinderwunsch und als Schwangere sollte ausreichend Vitamin D aufgenommen werden, da es für eine optimale Schilddrüsenfunktion unabdingbar ist und möglicher Weise der Entstehung von Schwangerschaftskomplikaionen vorbeugen kann. Als gut werden Werte ab 30 ng/ml eingeschätzt, wobei auch hier die Meinungen auseinander gehen. Die Praxis zeigt, dass die Symptomatik entscheidend ist. Wer also Vitamin D zuführen möchte, hat eine riesige Auswahl an Mitteln, die von 1000 I.E. bis 7000 I.E. freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Meine Empfehlung ist, statt ein sehr hoch dosiertes Präparat (über 7000 I.E.) einmal wöchentlich oder gar einmal monatlich einzunehmen, sollte man lieber täglich oder alle zwei Tage mittelhohe (5600-7000 IE) bis niedrigdosierte (1000-2000 IE) Mittel einsetzen. Damit steigt der Spiegel zwar langsamer an, nimmt aber einen physiologischeren Verlauf, als wenn man selten sehr hoch dosiert. Oder legt ihr euch einmal die Woche für fünf Stunden in die Sonne und versteckt euch dann sechs Tage im Keller? Des Weiteren könnnen nicht alle Prozesse im Körper auf den Vitamin-D-Speicher in der Leber zurückgreifen. Gerade die Fortpflanzungsorgane sind auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb die Fruchtbarkeit im Winter abnimmt? Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Bedeutung von Magnesium für einen funktionierenden Vitamin-D-Stoffwechsel. Ohne das Mineral läuft hier nämlich gar nichts. Fast alle Enzyme, die Vitamin-D umwandeln und transportieren arbeiten Magnesium-abhängig. In der Praxis erlebe ich oft, dass mir von Patienten berichtet wird, die nach Vitamin-D-Hochdosistherapie unter Wadenkrämpfen leiden. Wahrscheinlich steckt dann ein Magnesiummangel dahinter, da das Mineral im Vitamin-D-Stoffwechsel verbraucht wurde. Das einzige Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke, was diese Kombination enthält ist Vitagamma Duo. Es hat zwar nur 1000 I.E. Vitamin D, dafür enthält es eine sehr hochwertige Magnesium-Verbindung. Monopräparate gibt es hingegen unendlich viele. Hier sollte auf gut verträgliche Inhaltsstoffe geachtet werden und welche Dosierung gebraucht wird. Für Kinder praktisch finde ich die Gummidrops von Hevert, die ebenfalls 1000 IE Vitamin-D enthalten. Die Büchse sollte dann jedoch wirklich weit weg von den Kleinen stehen.
  • Magnesium: Nicht nur der Vitamin-D-Stoffwechsel ist auf Magnesium angewiesen, auch viele andere enzymatische Vorgänge wären ohne Magnesium undenkbar. Obwohl der Magnesium-Status im Blut gemessen werden kann, macht er kaum eine Aussage darüber, wie es um den Magnesiumgehalt auf Zellebene tatsächlich bestellt ist. Daher spielen hier die Symptomatik und die Lebensumstände eine tragende Rolle. Wadenkrämpfe, Nervosität, Migräne und Kopfschmerzen, Herzstolpern und Herzrasen können ihre Ursache in einem Magnesiummangel haben. Um so mehr, je stressiger der Alltag der Betroffenen ist. Auch eine Überversorgung mit Calcium kann einen Magnesiummangel zur Folge haben. Bei der Substitution sollte auf eine hochwertige Magnesium-Verbindung geachtet werden. Prinzipiell besser werden organische Magnesium-Salze aufgenommen. Dazu zählen u.a. -Orotate, -Aspartate und -Citrate. Eher gut für weichen Stuhl und als Abführmittel geeignet sind -Chloride, -Oxide und -Sulfate. Bei diesen anorganischen Verbindungen verbleibt das Magnesium zu großen Teilen im Darm und bindet dort Wasser. Als ich noch keine Ahnung von Magnesium-Aufnahme hatte, habe ich in der Schwangerschaft bei meinen harten Bäuchen massenhaft Magnesium aus dem dm gefuttert. Tatsächlich hatte ich nie Verstopfung, die harten Bäuche habe ich aber auch nicht wegbekommen. Heute bin ich schlauer. Wenn ich Krämpfe habe, Migräne vorbeugen will oder dieses unheimliche Herzstolpern bekomme, nehme ich ein Magnesium-Orotat. Erfahrungsgemäß hilft es auch deutlich besser als andere Verbindungen gegen harte Bäuche in der Schwangerschaft. Schon etliche Bekannte haben damit ihre harten Bäuche weich bekommen, während ein Magnesium-Citrat versagt hat. Aufgrund der unterschiedlichen Verbindungen und deren Eigenschaften ist es schwierig eine Aussage über die eigentliche Magnesium-Menge zu treffen. Magnerot classic beispielsweise enthält rund 33 mg Magnesium-Ionen. Dafür kommen aber fast alle Ionen dort an, wo sie gebraucht werden, während das Magnesium-Oxid aus dem dm an die 800 mg hatte und das meiste vermutlich zur Bildung von Toilettenkrusten beigetragen hat.
  • Zink: In erster Linie profitieren die zwei großen S davon: Schilddrüse und Spermiogramm. Aber auch viele weitere enzymatische Prozesse können nicht ohne Zink ablaufen. Besonders häufig ist ein Zinkmangel wohl auch mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern assoziiert. Daher kann ich jedem Kinderwunschpaar nur zum Absetzen dieser Mittel raten, wenn es nicht unbedingt nach Ansicht eures Arztes erforderlich ist. Wie bei Magnesium gilt auch bei Zink, auf eine organische Verbindung zu achten.
  • B12 : Kurz gefasst spielt B12 für Nerven und Blutbildung eine wichtige Rolle. Ohne B12 ist außerdem kein Folsäure-Stoffwechsel möglich. Wichtig zu wissen ist, dass Medikamente wie Protonenpumpen-Hemmer (PPIs) zu denen Omeprazol oder Pantoprazol zählen, aber auch chemische Anti-Azidita die Aufnahme von B12 aus der Nahrung fast komplett unterbinden. Sie stören den Säurehaushalt des Magens, wodurch der Intrinsic-Factor nicht wirken kann. Dieser Faktor ist jedoch für die Aufnahme von geringen Mengen B12, wie sie in der Nahrung oder gering dosierten Mitteln vorkommen, im oberen Dünndarm unabdingbar. Auch Metformin hat einen ähnlich ungünstigen Effekt. Ebenso gelten künstliche Hormone als B-Vitamin-Räuber. Daher sollten Frauen, die nach Pilleneinnahme in den Kinderwunsch starten, auf ihren B12-Status achten. Um einem B12-Mangel rechtzeitig auf die Schliche zu kommen, empfiehlt es sich, das Holo-Transcobalamin zu bestimmen. Es kostet zwar mehr, schlägt aber eher an, als das Gesamt-B12 im Serum. Bis vor einigen Jahren wurde in Deutschland noch ausschließlich die parenterale Substitutiontherapie -also mit Spritzen- bei Aufnahmestörungen propagiert. Diese Annahme ist auch nach wie vor richtig, wenn man versucht mit niedrig dosierten Mitteln zu substituieren. Wer einen starken Mangel mit entsprechend heftigen Symptomen aufweist, sollte sich tatsächlich B12 spritzen lassen. Wer jedoch noch keine klinischen Symptome aufweist, Mangel vorbeugen will oder nach Auffüllen seiner Speicher den Wert halten möche, kann auch auf Tabletten zurückgreifen. Dabei gilt es, die Dosis zu beachten. Bei verminderten Säuregehalt des Magens oder Entzündungen der Magenschleimhaut sollte auf Arzneimittel mit 1000 µg Cyanocobalamin zurückgegriffen werden. Welches Cobalamin enthalten ist, spielt übrigens keine Rolle. Jedes Cobalamin wird im Körper umgebaut, je nachdem, ob es gespeichert oder wieder für Stoffwechselvorgänge aktiviert wird. Als gut verträglich und relativ preisgünstig haben sich die B12 Ankermann Dragees bewährt.

Im nächsten Teil werde ich  über meine Erfahrung mit weiteren hilfreichen Substanzen, wie Macca und Myo-Inosistol berichten.

Spontaner wirds nicht

Diesmal Insemination im Spontanzyklus. Da mein Mann und ich beide um den Tag vierzehn meines Zyklus´geschäftlich unterwegs waren, hatten wir uns mit der Kiwu-Klinik darauf geeinigt, keine Hormone vor die Säue zu werfen. Hätte ich stimuliert, wäre der Eisprung vermutlich genau auf die Zeit unserer beider Abwesenheit gefallen. Und -obwohl es bei dem einen oder anderen funktionieren soll- wollten wir uns nicht auf den unwahrscheinlichen Fall von Windbestäubung verlassen. An Zyklustag 9 bin ich also zur Hormonbestimmung gegangen, die so grotten schlecht ausgesehen hat, dass mir ein Termin zum „mal gucken“ 8 Tage später gegeben wurde. Wahrscheinlich hat niemand damit gerechnet, dass ich ohne Stimulation überhaupt ein Ei legen kann. Als ich wieder zu Hause war, bin ich dann aber doch schon am Donnerstag in die Repro marschiert und habe darum gebeten, mir drei Tage eher als geplant Blut abzunehmen. Die körperlichen Signale waren eindeutig: Zervikal-Sekret fast spinnbar, Temperatur niedriger als üblich, ziehen in der Seite und horny, wie eine Seefahrer-Braut. Genau das war vielleicht auch der Grund, weshalb die Kiwu genau drei Minuten zu spät angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass morgen die Insemination stattfindet. Upps…mit einem Tag Karenz! Das kann ja nichts werden. Gegen das schlechte Gewissen gab es abends gleich Rührei. Gut, ich hätte es ja wissen müssen, alle Signale standen auf Ovulation. Trotzdem wollte ich mir den Spaß nicht nehmen lassen. Nicht schon wieder. Glücklicher Weise war die Ärztin sehr mit der Ausbeute zufrieden, trotz der kurzen Erholungszeit.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: bei einer Routinekontrolle war einer meiner Leberwerte (GPT) stark erhöht. Der Gastro meinte, es könnte durchaus an der Hormonbehandlung liegen. Nun müssen wir abwarten, wie die Experten zu weiteren Hormonbehandlungen stehen. Von der Kasse bekommen wir ohnehin nur noch eine, maximale zwei bezuschusst.

Und nun warten….

Weiß wie Schnee

…die Schwangerschaftstests und schwarz wie Ebenholz meine Stimmung. Es hat also wieder nicht funktioniert und was lehrt uns dieser Zyklus? Eine Traumkurve macht noch keine Schwangerschaft.

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Temperaturkurve stimuliert mit Puregon. Ausgelöst am 15. Zyklustag mit Brevactid. Inseminiert am 16. Zyklustag. 

Allerdings hatte ich von Beginn an ein eher mäßiges Gefühl. Trotz Stimu hat sich mein Eisprung bis zum 16. Zyklustag rausgezögert.

Mein nächster Eisprung fällt voraussichtlich genau auf die Tage Mitte März, an denen wir beide nicht zu Zeugungszwecken zur Verfügung stehen. Daher stimuliere ich jetzt erst einmal nicht. Sollte sich dennoch ein Eisprung zur rechten Zeit ankündigen, werden wir unstimuliert inseminieren. In der Zeit komme ich vielleicht wieder etwas zu Kräften. In den letzten Wochen habe ich ein paar Kilos verloren. Die Hormonspritzen und das zusätzliche Progesteron schlagen mir auf den Magen. Wahrscheinlich kann ich mit dem Gewicht eine ordentliche Eizellreifung sowieso vergessen. Das soll nicht heißen, dass ich krankhaft untergewichtig wäre. Bei mir entscheiden zwei bis drei Kilo darüber, ob ich einen fast normalen 28 Tage- oder  Monsterzyklus mit 36 bis 40 Tagen habe. In der Zeit, als ich an die 58 Kg auf 170 cm gewogen habe, hatte ich die regelmäßigsten Zyklen meines Lebens. Mit 56 Kg wird es jeder zweite Zyklus bei mir länger und mit 53 kg -zuletzt vor 7 Jahren- bleibt meine Menstruation komplett aus.

Ich zieh mich dann mal mit einer Tafel Schokolade zurück. Gute Nacht 🙂

Von gekappten Wurzeln und ringelnden Röteln

Es scheint so, als bräuchte mein Körper nach dem vorangegangenen Turbo-Zyklus ein wenig Erholung. Diesmal ging alles recht schleppend voran: Erst an Zyklustag 16 konnte inseminiert werden. Ein einziger Follikel ist unter 50 Einheiten Puregon auf ca. 2 cm heran gewachsen. Sofern dieser die beste Eizelle ever enthält, reicht das eigentlich auch. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch -wie wir alle wissen- nicht besonders hoch. Das letzte Mal hab ich immerhin zwei Eizellen ausgebrütet, die sich am Schluss beide nicht weiter entwickeln konnten. Und wie ich nun mal so bin, lässt mich die Frage nicht los, weshalb es nicht klappen wollte. Zwei Dinge haben mir dabei keine Ruhe gelassen: Vor Weihnachten ist bei mir eine Zyste an der Wurzel eines Backenzahnes gesichtet worden. Der Zahnarzt riet mir -ohne von meinem Kinderwunsch zu wissen- die Wurzel kappen zu lassen. Etwas leichtsinnig habe ich seinen Rat erst einmal ignoriert. So kurz vor Weihnachten hätte ich eh keinen Termin mehr beim Zahnchirurgen bekommen, außerdem tat mir ja nichts weh. Eine Wurzelspitzenresektion für Januar anzusetzen, kam für mich ebenfalls nicht in Frage, weil wir da schließlich mit der Stimulation beginnen wollten und zusätzliche Termine dann noch schwieriger zu koordinieren gewesen wären. Also habe ich mich nicht weiter drum gekümmert. Der Zahn macht mir nun schon seit über zehn Jahren mal mehr, mal weniger Schwierigkeiten. Die Wurzel ist nach heftigen Kariesbefall schon lange entfernt worden und eine Zyste hatte sich ebenfalls schon mal gebildet, die sich nach einiger Zeit jedoch verknöchert hat und mir eine Wurzelspitzenresektion erspart geblieben ist. So könnte es ja auch diesmal laufen, dachte ich mir. Da es aber mit der Befruchtung, aber nicht mit der Einnistung geklappt hat, habe ich dann doch allen Mut zusammen genommen und mir einen Termin beim Zahnchirurgen geben lassen. Wie es kommen musste, ist die kleine Zahn-OP natürlich genau auf den Inseminations-Tag gefallen. Allerdings sahen darin weder die Kiwu-Ärzte, noch der Zahnarzt einen Konflikt. Der Kommentar von Frau Dr. F.: „Ach, wenn es Ihnen da oben weh tut, hat es ja nichts mit da unten zu tun.“ Und alle waren sich einig, dass wohl ein entzündeter Zahn für eine Schwangerschaft schlechter sei, als eine kleine OP mit lokaler Betäubung. Sicherheitshalber hat der Zahnchirurg auf das Röntgen verzichtet, obwohl -wie er befand- ohnehin aus physikalischer Sicht nur ein Quant bis zu meinen Gonaden vorgedrungen wäre. Wollen wir hoffen, dass nun alles gut abheilt. Bisher habe ich noch nicht einmal Schmerzmittel benötigt. Dafür halte ich mich wacker mit Arnica C30, Calendula D12 und Zinkorot25 für eine bessere Wundheilung und Desinfektion im Mund. Bis zur Einnistung hoffe ich, kiefermäßig wieder voll hergestellt zu sein.

Die zweite Geschichte, die mir keine Ruhe ließ, waren die Ringelröteln. Ein paar Tage vor der ersten Insemination, waren wir bei Freunden zum Abendessen eingeladen. Meine Bekannte ist gerade schwanger und äußerte sich sorgenvoll über das massenhafte Auftreten von Ringelröteln-Infektionen in den hiesigen Kitas. Ausgerechnet sie ist nun jedoch nicht gegen den Parvovirus B19, der die Ringelröteln auslöst, immun. Zur Sicherheit hat sie ihre Kinder sogar aus der Kita rausgenommen, damit sich keiner ansteckt. Denn sind erst einmal die Kinder infiziert, kommst du als Eltern nicht mehr drum rum. Das kennen wir ja nun von diversen Magen-Darm-Infekten. Am Tag, als ich meinen HCG-Bluttest hatte und dieser positiv ausgefallen ist, schrieb sie mir, dass nun leider feststünde, sie hätte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit dem Virus angesteckt. Scheiße. Das tat mir einerseits furchtbar für sie leid und andererseits machte ich mir nun Gedanken, ob wir uns die Ringelröteln ebenfalls eingefangen haben könnten. Als unsere Kinder miteinander gespielt haben, war ihre Familie mit Sicherheit noch infektiös. Meinen Immunstatus habe ich bei der ersten Schwangerschaft nicht checken lassen. Gegen die echten Röteln bin ich DDR-mäßig durchgeimpft und Toxoplasmose hatte ich definitiv bereits. Die tischtennisballgroßen Lymphknoten werde ich nie vergessen! Ringelröteln und CMV haben mich nicht interessiert, weil ich -damals noch kinderlos- kaum Kontakt zu unter 10-Jährigen hatte. Es ließ mir jedenfalls keine Ruhe und ich ließ auf Privatkosten (20,40€) meine IGG-Antikörper gegen Parvovirus B19 testen. Und tata: Ich hatte sie bereits! Wann, das kann ich jedoch nicht sagen. Bemerkt habe ich nie etwas. Bis IGG-Antikörper gebildet werden, dauert es 12-17 Tage. Ob nun eine akute Infektion vorgelegen hat oder der Erstkontakt mit dem  Virus schon Jahre her ist, kann nur über IGM-Antikörper geklärt werden. Diese treten 10-14 Tage nach Ansteckung auf und verschwinden mitunter sehr schnell wieder. Daher habe ich mir zusätzliche Kosten gespart. Sollte ich nun noch mal das Glück haben, schwanger werden zu dürfen, muss ich mir wenigsten um diese eine Sache (von Tausenden) keine Sorgen mehr machen.

Tiefer Fall

zykluskurvejan2017Ein paar schreckliche Tage liegen hinter mir. Am Samstag hatte ich noch ein wenig Hoffnung. Ziehen im Bauch, Mittags müde und der wohl für mich typische Schwangerschaftsunterzuckung beleitet von leichter Übelkeit. Doch die Tests wollten einfach nicht stärker werden. Ab Sonntag nahm ich dann keinerlei Anzeichen mehr wahr. Und irgendwie hatte ich die ganze Zeit ein blödes Gefühl…so eine Ahnung, dass da einfach nichts lebendes in mir entsteht.

Montag schlug der Urintest dann wieder an, aber nicht stärker oder schneller, als die Tage zuvor. Der Strohhalm an dem ich mich bis dahin festgeklammert hatte, zerbrach, als ich mir beim DM einen Presense kaufte, der blütenweiß blieb. Danach saß ich erst mal eine halbe Stunde im Auto und hab geheult. In der Nacht hatte ich bereits so ekelhaft geschwitzt. Jetzt passte das alles zusammen. Zu allem Überfluss bekam ich eine SMS von meinem Bruder, dass Kind Nummer vier geboren wurde. „Nach langem Warten“….Worauf lang gewartet? Neun Monate bis zur Entbindung? Oder die eine Woche vom errechneten Termin bis zur Geburt? Oder die vier Wochen vom Absetzen der Spirale bis zum Ausbleiben der Menstruation?

In der darauffolgenden Nacht war ich komplett durchnässt. Am Morgen dann die Überraschung: Meine Temperatur legte einen rekordverdächtigen Anstieg hin. Also doch nicht alles vorbei? Können alle Schwangerschaftstests lügen? Nein, sagte mir mein naturwissenschaftlicher Verstand. Eigentlich ist es ganz logisch:  Östrogen fällt zuerst ab, das verursacht bei mir das Schwitzen. Im Verhältnis überwiegt dann Gestagen, was an einem Anstieg der Kurve erkennbar ist. Östrogenspitzen hingegen lassen die Körpertemperaur sinken, beispielsweise ein bis zwei Tage vorm Eisprung.

Der Krimi musste ein Ende haben. Ich brauchte Klarheit und ließ mir in der Kiwu Blut abnehmen. Ein paar Stunden später kam der Anruf: Das HCG ist leider gefallen. Es lag bei 11. Da konnte ich endlich loslassen und heute Mittag habe ich auch schon meine Periode bekommen. Bis jetzt ist es nicht großartig anders, als sonst. Die Schmerzen sind nicht stärker als sonst und die Blutung nicht viel heftiger. Ab und an krampft es stärker in der Eierstockgegend. Es waren ja aber auch nur ein paar Tage, die ich ein bisschen schwanger war. Ich habe mich dann sofort in der KiWu gemeldet, weil ich noch ein paar Fragen zum weiteren Verlauf hatte. Folgendes haben wir nun verabredet:

  • Ab 3. Zyklustag wird wieder mit 50 IE Puregon stimuliert
  • Am Montag Blutentnahme, um zu schauen, ob jegliches HCG verschwunden ist
  • Am 9. ZT Ultraschall und Blutentnahme
  • Als rh- Frau brauch ich übrigens in einem so frühen Stadium noch keine Rhesus-Prophylaxe

HCG 28

„Es ist noch zu früh. Kommen Sie in einer Woche noch mal zum Bluttest.“ Am Freitag lag mein HCG-Wert im Blut also bei 28…ein eher ernüchterndes Ergebnis. Wenn ich es versuche positv zu betrachten, dann bedeutet das in erster Linie, dass es geklappt hat. Demnach scheint es doch gute Chancen für uns zu geben, schwanger zu werden. Bei meiner ersten Insemination aus der schließlich das kleenen Froillein hervor ging, lag der HCG-Wert an IUI+15 bei 112. Nun, an IUI+13 ein Wert von 28. Wenn man dann noch einkalkuliert, dass der Eisprung vom Bauchgefühl her, erst 24-36 Stunden nach IUI stattgefunden hat, dann besteht vielleicht doch Hoffnung, dass sich alles gut entwickelt. Was mich jedoch besorgt, sind die Schwangerschaftstest, die so gar keine schöne Testreihe ergeben. Zu Beginn der ersten Schwangerschaft hatte ich noch die super-duper Nadal-Tests. Jeden Morgen wurde die Linie stärker und stärker und ich war weitestgehend beruhigt. Diesmal teste ich zwar auch mit Tests vom Hersteller „Nal von MInden“, die Nadal, wie sie früher einmal waren, gibt es jedoch nicht mehr für Privatanwender zu kaufen. Die neuen „Nadal“ brauchen bei mir ewig, eh sich der Strich wirklich umfärbt. Sobald er getrocknet ist, ist kaum noch eine Intensität erkennbar, weil sich der Farbtoff zu einer dunklen Haarlinie zusammenzieht. Wahrscheinlich hängt das mit der geringen Konzentration des HCG im Urin zusammen. Nach der Auslöse-Spritze hat der Test jedenfalls total schnell und mit intensiver Färbung reagiert. Nun gut, bis durch meine Adern 5000 IU HCG geistern, gehen noch ein paar Tage ins Land. Dann muss ich wohl noch mal eine Schiffsladung voll Schwangerschaftstests bestellen…

Ein Hauch von Hoffnung

Als notorische Frühtesterin, kann ich mich glücklich schätzen, im Zeitalter des Shopping 3.0 zu leben. Heute 50 Schwangerschaftstests verbraucht und morgen schon wieder 300 Stück geliefert…für n Appel und n Ei. Wenn ich mir vorstelle, stattdessen auf Kröten pinkeln zu müssen und auf deren Ablaichen zu warten, wirds mir ganz grün im Hirn. Wo sollten wir jeden Zyklus all die Kröten unterbringen? Wahrscheinlich müssten wir in den Sumpf ziehen. Welche Sensitivität besitzen Kröten eigentlich? Fangen die schon bei 10 IU an Eier zu legen oder erst kurz vorm Entbindungstermin?

Die Woche war ein auf und ab. Ich habe also eine Art Testreihe gemacht, um den Abbau des gespritzten HCGs nachzuvollziehen. Ende letzter Woche (war es Freitag?) habe ich damit begonnen. Also gut eine Woche nachdem ich ausgelöst habe. Am Montag ging es für drei Tage auf ein Meeting und natürlich habe ich mir Teststreifen eingepackt. Und ja, natürlich habe ich vorm losfahren noch mal getestet. Und tatsächlich war da immernoch ein feiner Schatten erkennbar, der sofort in der Ablesezeit erschien. Tagsdrauf habe ich wieder einen Test gemacht und war mir sicher, der würde klar und deutlich zeigen, was ich damals bei meinem kleenen Froillein schon gesehen habe. Da war ich ja auch erst IUI+10. Diesmal jedoch war nichts zu erkennen. Mit verheulten Augen hab ich dann im Hotel beim Frühstück gesessen. „Ja, ja alles in Ordnung. Nur die Kontaklinsen und die Erkältung *hüstel* weißt schon…“ Wie man halt in so einer Situation versucht, besorgte Kollegen abzuschütteln. Nichts wäre wohl unpassender, als mit den Kollegen in Hörweite der Vorgesetzten über Kinderwunschbehandlungen zu sprechen.

Das mit der Erkältung war übrigens gar nicht geschwindelt. Wie bei der Entstehung meiner Tochter, war ich nämlich ab IUI+7 erkältet. Nicht dramatisch und ohne Fieber, aber genug, um das Wochenende zu versauen. Auch deshalb war ich ganz hoffnungsvoll gestimmt. Und dann der blöde Test… Dank meiner ambitionierten Kollegen war ich am Abend emotional wieder soweit hergestellt, dass ich ordentlich feiern konnte. Auf rohen Fisch, Mettwurst und Alkohol habe ich trotzdem verzichtet. Nur auf Tanzen nicht! Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich die Kröten im Waschbeutel lassen. Sie haben aber so laut gequakt, dass ich doch auf eine gepiselt habe. Und da zeigte sich so langsam ein zarter Hauch. Heute morgen war er schon ganz gut ohne zusammengekniffene Augen erkennbar. Morgen gehts zum Bluttest *toi toi toi*. Und mein Fazit: Tanzen fördert die Einnistung! 🙂

Ach ja, gibt es Anzeichen?

  • wenig Nachtschweiß und wenn ich schwitze, stinkt es nicht so prämenstruell
  • Brustspannen fast komplett weg, dann wieder ganz heftig, dann wieder ok
  • die Temperaturkurve ist bei mir nicht zu gebrauchen, wenn ich vor 7 Uhr aufstehe
  • Ab und an Ziehen im Unterleib, aber derzeit viel weniger, als in 1. Schwangerschaft
  • die Erkältung natürlich
  • ich komme schneller aus der Puste (liegt das am Gestagen?)
  • ich sehe gerade irgendwie gut aus 😉

 

 

50:50 ?

Was mich an unserer Kinderwunsch-Storie manchmal nervt, sind die Ursachen, die keiner so richtig zu ergründen vermag. Am Freitag war ich also zur Blutenetnahme und habe dann von 10 bis 12 versucht in der KiWu-Klinik durchzukommen. Ich sollte anrufen und fragen, wie wir nun weiterverfahren. Als ich endlich jemanden an der Strippe hatte, durfte ich mir auch noch slebst aussuchen wie es weitergehen soll. „Das ist eigentlich egal, wann Sie zur Insemination kommen. Entweder heute zum abgemachten Termin oder morgen Vormittag.“ Ahhhhhh….woher soll ich das bitte wissen? Sie sind doch die Experten? Ich bin nur die Bruthöhle! Ich klapperte kurz mein Gedächtnis nach Erinnerungen an die erste, erfolgreiche IUI ab. Damals wurde am 13. Zyklustag morgens inseminiert, am Abend vorher hatte ich mir Brevactid gespritzt. Samstag würde der 12. Zyklustag sein und ausgelöst hatte ich zum Zeitpunkt unseres Telefonats noch nicht. Also entschied ich mich für Samstag und für das Auslösen mit Brevactid. Denn auch das konnte ich mir aussuchen! Unfassbar. Welcher meiner Abschlüsse berechtigt mich zu Entscheidungen solcher Tragweite? Mein PKW-Führerschein?

Am nächsten Tag fand ich mich dann zur IUI ein, die von einer sehr netten Ärztin durchgeführt wurde. Das Spermiogramm meines Mannes soll übrigens fantastisch ausgesehen haben. Nachdem sie die flinken Flitzer in meinen Uterus eingebracht hatte, konnten wir sogar sehen, wohin die Kerle und Damen geschwommen sind. Denn während der Aufbereitung der Spermaprobe werden die Drüsensekete weitestgehend entfernt und durch eine Nährlösung ersetzt, die dann per Ultraschall sichtbar gemacht werden kann. Das hat mich total überrascht und ich konnte mich gar nicht mehr erinnern, das bei Frolleins Entstehung gesehen zu haben. Neben der sich vorkämpfenden Spermien, wurden außerdem zwei sprungreife Follikel links und rechts gesichtet. Beruhigend zu hören, denn ich hatte aufgrund meiner Temperaturkurve schon Bedenken, dass wir zu spät dran sind. Angeblich hätten meine Blutwerte auch keine Anzeichen für einen sich verselbstständigenden Eisprung geliefert. Weshalb ich mir dann aber aussuchen durfte, ob ich Brevactid spritze oder nicht, verstehe ich nicht ganz…

Wieso es bei uns auf natürlichen Weg nicht klappt, das weiß keiner so recht. Das Spermiogramm sah gut aus. Meine Werte aus dem unstimulierten Zyklus zuvor schienen auch ganz ordentlich zu sein. Ich habe relativ regelmäßige Zyklen von 28-32 Tagen. Am Tag des Eisprungs ist mein Zervikalsekret spinnbar. Sind es die männlichen Hormone, die die Eizellreifung stören? Habe ich Killer-Vaginalsekret, das die Schwimmer abmurkst, noch bevor sie überhaupt „Eizelle“ denken können?

Sollte es einzig und allein an Letzterem liegen, dann haben wir diesen Zyklus wenigstens mal eine fifty-fifty Chance.

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