Frauenbauch

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Archiv für den Monat “April, 2017”

Myo-Inosistol bei PCO-Syndrom

Beim Thema Ursachenbekämpfung blicken schlanke PCO-Frauen oft in ratlose Gesichter. Wer übergewichtig ist und einen gestörten Zyklus hat, dem wird -zu Recht- zum Abnehmen geraten. Und was machen wir? Als ich mich vor über 5 Jahren in Kinderwunschbehandlung begeben habe, bestand ich darauf, bei mir alles durchzuchecken, was ein PCO-Syndrom begünstigen oder auslösen könnte. Die Schilddrüse wurde untersucht. Ergebnis: „Euthyreote Stoffwechsellage“, d.h. nichts anderes, als dass ich eine leichte Unterfunktion habe, die ich mit ausreichend Jod behandeln und Überwachen soll. (Ich habe also eher eine Chilldrüse…haha…) Mein TSH lag ohne L-Tyhroxin meist bei 2 bis 2,5. Als ich mit den Hormonspritzen began, riet mir meine Ärztin dazu, L-Thyroxin 50 zu nehmen. Ein Hashimoto -also eine auto-immun Erkrankung der Schilddrüse- wurde ausgeschlossen. Dann habe ich einen ACTH-Test machen lassen, bei dem geschaut wurde, ob ich eine Nebenniereninsufizienz habe. Hab ich jedoch nicht. Als letztes nötigte ich meine Ärzte noch zu einem Glucose-Belastungstest, der zeigte, dass ich auch keine Insulinresistenz hatte. Schlussendlich bleibt für mich nur noch die „psycho-nervöse“ Ursache übrig. Damit möchte ich mich jedoch nicht so recht abfinden. Wie kommt es denn, dass so viele Frauen mit PCO-Syndrom früher oder später doch Diabetes und Bluthochdruck bekommen? Etwa nur weil wir nervöse Psychos sind? Oder liegt dem Ganzen doch eine Stoffwechselstörung zugrunde? Keine Ahnung, wie die Blutfettwerte und Ernährungsgewohnheiten anderer Frauen mit PCO-Syndrom aussehen, ich kann da nur von mir sprechen. Bei mir liegt garantiert eine Fettstoffwechselstörung vor, denn ich habe diesen immens hohen Lipoprotein-a-Wert. Auf diesen Wert hat übrigens meine Ernährung kaum Einfluss, unklar ist allerdings, welche Prozesse im Körper durch diesen „Gendefekt“ beeinflusst werden und Nahrung somit anders verarbeitet wird, als beim Normalo. Zu allem Überfluss ernähre ich mich auch noch sehr kohlenhydratlastig. Ich bin nahezu süchtig nach den -Osen. Glucose, Fructose, Amylose in allen Formen und Kettenlängen. Und diese Ernährungsgewohnheit ist -so ahne ich- in Kombination mit meiner angeborenen Stoffwechsellage einfach extrem ungünstig. Durch die übermäßige Aufnahme von Kohlenhydraten schüttet der Körper viel Insulin aus. Jeder kennt das Phänomen: Nach einem reichhaltigen Festmahl mit leckerem Nachtisch, fällt man plötzlich ins Fresskoma. Die Müdigkeit übermannt einen und sobald man sich träge aus dem Mittagsloch gehieft hat, wartet auch schon der nächste Zuckerschuss, auf dem man versucht in den Feierabend zu reiten. Bei Frauen mit PCO-Syndrom hat das überschießende Insulin jedoch böse Folgen: Die Androgen-Produktion wird angefeuert, das androgenbindende Leberglobulin SHGB hingegen wird gehemmt und die Hypophyse veranlasst, noch mehr LH auszuschütten, anstelle des dringend für die Eizellreifung gebrauchten FSH. Die Abwärtsspirale hin zum behaarten, schnaufenden, fettleibigen Mannweib bohrt sich immer tiefer.

Schon lange spiele ich daher mit dem Gedanken, meine Ernährung auf Low Carb umzustellen. Vor ein paar Wochen habe ich dann ein übersichtliches Kochbuch mit einfachen Rezepten zur kohlenhydratarmen Ernährung gefunden. Es fällt mir wirklich unheimlich schwer, mein Leben so drastisch zu verändern, schließlich bin ich ein Carbonholic. Mit kleinen Schritten, versuche ich dennoch wenigstens 1-2 Mahlzeiten pro Tag ohne Kohlenhydrate zu schaffen. Um den Effekt zu verbessern, bin ich dann eher zufällig auf Myo-Inosistol gestoßen. Dabei handelt es sich um einen Zuckeralkohol, der in Pulverform frei verkäuflich ist. Über welchen Mechanismus Myo-Inosistol genau wirkt, ist noch nicht genau erforscht. fest steht, dass es den Insulin-Haushalt reguliert, was die Androgenausschüttung reduziert und zu einem besseren Verhältnis von LH zu FSH führt. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Eizellreifung aus. Es gibt verschiedene Produkte (im Internet) zu kaufen. Ich habe mir erst Myo-Inosistol in Kapselform von ZeinPharma bestellt, mich dann aber für Inofolic entschieden, da es günstiger ist und pro Beutel mehr Wirkstoff enthält. Es gibt allerdings noch preiswertere Präparate. Es gibt Hinweise darauf, dass der Effekt durch Alpha-Liponsäure verstärkt werden soll. Diese Substanz stimuliert den Insulin-Rezeptor, sodass mehr Glucose in die Zelle gelangt und der Blutzuckerspiegel sinkt. Bisher habe ich nur Inofolic ausprobiert und die Auswirkungen sind erstaunlich. Vor vier Wochen habe ich damit begonnen und als erstes bemerkte ich, dass ich Nachts weniger schwitzte, als ich meine Periode bekam. Sonst liege ich manchmal schon zwei Nächte, bevor die Mens eintrudelt, total durchnässt im Bett. Diese Ekelnächte ziehen sich im schlimmsten Fall über eine ganze Woche hin. Diesmal gab es nur eine leicht durchschwitzte Nacht. Zum Zweiten sieht mein Zyklusblatt deutlich ruhiger aus, als sonst. Oft habe ich sehr hohe Basalwerte von 36,75 bis 36,8°C und das in der ersten Zyklushälfte. Diesmal lag meine Temperatur schon Tage vorm Eisprung bei 36,55 bis 36,65°C.ovuview-cycle-2017-04-08

Meine Blutung verabschiedete sich ebenfalls bereits recht früh an Zyklustag 5. Sonst muss ich mich damit oft acht Tage lang rumärgern. Und der schönste Effekt, den ich aufs Myo-Inosistol zurückführe ist, dass ich an Zyklustag 15 meinen Eisprung habe! Obwohl ich das im vergangenen Jahr bereits hin und wieder ohne Unterstützung geschafft habe, denke ich, dass da ein Zusammenhang besteht. Schließlich habe ich es vor zwei Monaten trotz Stimulation erst an Tag 17 auf die Reihe bekommen.

Nun muss ich mich bremsen, in diesen Zyklus Hoffnung zu legen. Denn, auch wenn mein PCO-Syndrom eingedämmt wird und ich vielleicht eine verbesserte Eizellreifung habe, sind wir nahezu chancenlos auf natürlichem Weg schwanger werden zu können. Wenn es diesmal zeitlich passt, werden wir  im nächsten Zyklus wieder stimulieren und inseminieren. Anders scheint es bei uns nie zu klappen.

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