Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “März, 2017”

Vitamine in der Kinderwunschzeit

Es gibt tausend Dinge mit denen ich mir die Zeit bis zum Tag der Wahrheit vertreiben könnte, dennoch wird es endlich mal Zeit über ein paar Hilfsmittel bei unerfüllten Kinderwunsch bzw. Fertilitätsstörungen zu sprechen. Bevor ihr es von jemand anderen erfahrt: Ich bin selbst in der Vitamin-Branche tätig, möchte aber meinen Arbeitgeber hier nicht erwähnen, da ich nicht möchte, dass mein Chef mich in vierzehn Tagen anruft und fragt, ob der Test positiv war. Ich werde im Artikel verschiedenen Präparate nennen unter denen auch Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel meines Arbeitgebers sind. Der Vorteil für euch Leser ist, dass ich wirklich viel Erfahrung mit Substitutionstherapie habe. Nicht nur, weil ich die Mittel selbst hin und wieder oder auch regelmäßig einnehme, sondern auch, weil ich von meinen Ärzten und Heilpraktikern erfahre, wo sie Substitutionstherapeutika einsetzen und welche Erfahrungen sie damit machen. Der Nachteil liegt darin, dass ihr mir Befangenheit vorwerfen könnt.Allerdings tue ich das hier ganz freiwillig und mir wurden nie Geld oder andere Vorteile für mein Schreiben versprochen.  Lest am besten erst einmal und entscheidet dann, welche Information ihr für euch nutzen möchtet.

Pinzipiell kann ich euch nur nahe legen, Substitutionspräparate in der Apotheke zu kaufen. Auch wenn der Griff ins Supermarktregal einfach und günstig erscheint, zahlt man bei vielen Dingen drauf. Die Pharmaindustrie mag einen schlechten Ruf haben, der bisweilen auch begründet ist, dennoch kennen sie sich mit Medikamenten und deren Zusammensetzung aus. Sie stellen selber her oder setzen auf Hersteller, die auf kontrollierte Wirk- und Hilfsstoffe achten. Viele Firmen lassen ihre Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland produzieren.Gerade auf dem „Vitamin-Markt“ mischen zudem noch etliche mittelständische und Familienunternehmen mit, sodass die Euronen doppelt gut investiert sind. Die Supermarkt-Mittelchen hingegen werden aus schlecht zu resorbierenden Bestandteilen zusammengesetzt, deren Ursprung kaum nachzuvollziehen ist.

  • Selen sollte auf dem Speiseplan aller Schilddrüsenunterfunktions-Kinderwünschlerinnen stehen. Bei mir selbst hat sich bereits vor der Einnahme von L-Thyroxin der TSH-Wert von 3,8 µU/ml auf 2,5 µU/ml gebessert. (Zusätzlich habe ich noch Zink und Vitamin D eingenommen) Mein Mittel der Wahl war bisher Cefasel 100 nutri
  • Vitamin D: Was Vitamin D betrifft, wurde in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype losgetreten. Nach wie vor halte ich die Substitution von Vitamin D in gewissen Lebensphasen für außerordentlich wichtig, an das Allheilmittel glaube ich jedoch nicht. Mit Kinderwunsch und als Schwangere sollte ausreichend Vitamin D aufgenommen werden, da es für eine optimale Schilddrüsenfunktion unabdingbar ist und möglicher Weise der Entstehung von Schwangerschaftskomplikaionen vorbeugen kann. Als gut werden Werte ab 30 ng/ml eingeschätzt, wobei auch hier die Meinungen auseinander gehen. Die Praxis zeigt, dass die Symptomatik entscheidend ist. Wer also Vitamin D zuführen möchte, hat eine riesige Auswahl an Mitteln, die von 1000 I.E. bis 7000 I.E. freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Meine Empfehlung ist, statt ein sehr hoch dosiertes Präparat (über 7000 I.E.) einmal wöchentlich oder gar einmal monatlich einzunehmen, sollte man lieber täglich oder alle zwei Tage mittelhohe (5600-7000 IE) bis niedrigdosierte (1000-2000 IE) Mittel einsetzen. Damit steigt der Spiegel zwar langsamer an, nimmt aber einen physiologischeren Verlauf, als wenn man selten sehr hoch dosiert. Oder legt ihr euch einmal die Woche für fünf Stunden in die Sonne und versteckt euch dann sechs Tage im Keller? Des Weiteren könnnen nicht alle Prozesse im Körper auf den Vitamin-D-Speicher in der Leber zurückgreifen. Gerade die Fortpflanzungsorgane sind auf eine regelmäßige Zufuhr angewiesen. Vielleicht ist das ein Grund, weshalb die Fruchtbarkeit im Winter abnimmt? Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Bedeutung von Magnesium für einen funktionierenden Vitamin-D-Stoffwechsel. Ohne das Mineral läuft hier nämlich gar nichts. Fast alle Enzyme, die Vitamin-D umwandeln und transportieren arbeiten Magnesium-abhängig. In der Praxis erlebe ich oft, dass mir von Patienten berichtet wird, die nach Vitamin-D-Hochdosistherapie unter Wadenkrämpfen leiden. Wahrscheinlich steckt dann ein Magnesiummangel dahinter, da das Mineral im Vitamin-D-Stoffwechsel verbraucht wurde. Das einzige Nahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke, was diese Kombination enthält ist Vitagamma Duo. Es hat zwar nur 1000 I.E. Vitamin D, dafür enthält es eine sehr hochwertige Magnesium-Verbindung. Monopräparate gibt es hingegen unendlich viele. Hier sollte auf gut verträgliche Inhaltsstoffe geachtet werden und welche Dosierung gebraucht wird. Für Kinder praktisch finde ich die Gummidrops von Hevert, die ebenfalls 1000 IE Vitamin-D enthalten. Die Büchse sollte dann jedoch wirklich weit weg von den Kleinen stehen.
  • Magnesium: Nicht nur der Vitamin-D-Stoffwechsel ist auf Magnesium angewiesen, auch viele andere enzymatische Vorgänge wären ohne Magnesium undenkbar. Obwohl der Magnesium-Status im Blut gemessen werden kann, macht er kaum eine Aussage darüber, wie es um den Magnesiumgehalt auf Zellebene tatsächlich bestellt ist. Daher spielen hier die Symptomatik und die Lebensumstände eine tragende Rolle. Wadenkrämpfe, Nervosität, Migräne und Kopfschmerzen, Herzstolpern und Herzrasen können ihre Ursache in einem Magnesiummangel haben. Um so mehr, je stressiger der Alltag der Betroffenen ist. Auch eine Überversorgung mit Calcium kann einen Magnesiummangel zur Folge haben. Bei der Substitution sollte auf eine hochwertige Magnesium-Verbindung geachtet werden. Prinzipiell besser werden organische Magnesium-Salze aufgenommen. Dazu zählen u.a. -Orotate, -Aspartate und -Citrate. Eher gut für weichen Stuhl und als Abführmittel geeignet sind -Chloride, -Oxide und -Sulfate. Bei diesen anorganischen Verbindungen verbleibt das Magnesium zu großen Teilen im Darm und bindet dort Wasser. Als ich noch keine Ahnung von Magnesium-Aufnahme hatte, habe ich in der Schwangerschaft bei meinen harten Bäuchen massenhaft Magnesium aus dem dm gefuttert. Tatsächlich hatte ich nie Verstopfung, die harten Bäuche habe ich aber auch nicht wegbekommen. Heute bin ich schlauer. Wenn ich Krämpfe habe, Migräne vorbeugen will oder dieses unheimliche Herzstolpern bekomme, nehme ich ein Magnesium-Orotat. Erfahrungsgemäß hilft es auch deutlich besser als andere Verbindungen gegen harte Bäuche in der Schwangerschaft. Schon etliche Bekannte haben damit ihre harten Bäuche weich bekommen, während ein Magnesium-Citrat versagt hat. Aufgrund der unterschiedlichen Verbindungen und deren Eigenschaften ist es schwierig eine Aussage über die eigentliche Magnesium-Menge zu treffen. Magnerot classic beispielsweise enthält rund 33 mg Magnesium-Ionen. Dafür kommen aber fast alle Ionen dort an, wo sie gebraucht werden, während das Magnesium-Oxid aus dem dm an die 800 mg hatte und das meiste vermutlich zur Bildung von Toilettenkrusten beigetragen hat.
  • Zink: In erster Linie profitieren die zwei großen S davon: Schilddrüse und Spermiogramm. Aber auch viele weitere enzymatische Prozesse können nicht ohne Zink ablaufen. Besonders häufig ist ein Zinkmangel wohl auch mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern assoziiert. Daher kann ich jedem Kinderwunschpaar nur zum Absetzen dieser Mittel raten, wenn es nicht unbedingt nach Ansicht eures Arztes erforderlich ist. Wie bei Magnesium gilt auch bei Zink, auf eine organische Verbindung zu achten.
  • B12 : Kurz gefasst spielt B12 für Nerven und Blutbildung eine wichtige Rolle. Ohne B12 ist außerdem kein Folsäure-Stoffwechsel möglich. Wichtig zu wissen ist, dass Medikamente wie Protonenpumpen-Hemmer (PPIs) zu denen Omeprazol oder Pantoprazol zählen, aber auch chemische Anti-Azidita die Aufnahme von B12 aus der Nahrung fast komplett unterbinden. Sie stören den Säurehaushalt des Magens, wodurch der Intrinsic-Factor nicht wirken kann. Dieser Faktor ist jedoch für die Aufnahme von geringen Mengen B12, wie sie in der Nahrung oder gering dosierten Mitteln vorkommen, im oberen Dünndarm unabdingbar. Auch Metformin hat einen ähnlich ungünstigen Effekt. Ebenso gelten künstliche Hormone als B-Vitamin-Räuber. Daher sollten Frauen, die nach Pilleneinnahme in den Kinderwunsch starten, auf ihren B12-Status achten. Um einem B12-Mangel rechtzeitig auf die Schliche zu kommen, empfiehlt es sich, das Holo-Transcobalamin zu bestimmen. Es kostet zwar mehr, schlägt aber eher an, als das Gesamt-B12 im Serum. Bis vor einigen Jahren wurde in Deutschland noch ausschließlich die parenterale Substitutiontherapie -also mit Spritzen- bei Aufnahmestörungen propagiert. Diese Annahme ist auch nach wie vor richtig, wenn man versucht mit niedrig dosierten Mitteln zu substituieren. Wer einen starken Mangel mit entsprechend heftigen Symptomen aufweist, sollte sich tatsächlich B12 spritzen lassen. Wer jedoch noch keine klinischen Symptome aufweist, Mangel vorbeugen will oder nach Auffüllen seiner Speicher den Wert halten möche, kann auch auf Tabletten zurückgreifen. Dabei gilt es, die Dosis zu beachten. Bei verminderten Säuregehalt des Magens oder Entzündungen der Magenschleimhaut sollte auf Arzneimittel mit 1000 µg Cyanocobalamin zurückgegriffen werden. Welches Cobalamin enthalten ist, spielt übrigens keine Rolle. Jedes Cobalamin wird im Körper umgebaut, je nachdem, ob es gespeichert oder wieder für Stoffwechselvorgänge aktiviert wird. Als gut verträglich und relativ preisgünstig haben sich die B12 Ankermann Dragees bewährt.

Im nächsten Teil werde ich  über meine Erfahrung mit weiteren hilfreichen Substanzen, wie Macca und Myo-Inosistol berichten.

Spontaner wirds nicht

Diesmal Insemination im Spontanzyklus. Da mein Mann und ich beide um den Tag vierzehn meines Zyklus´geschäftlich unterwegs waren, hatten wir uns mit der Kiwu-Klinik darauf geeinigt, keine Hormone vor die Säue zu werfen. Hätte ich stimuliert, wäre der Eisprung vermutlich genau auf die Zeit unserer beider Abwesenheit gefallen. Und -obwohl es bei dem einen oder anderen funktionieren soll- wollten wir uns nicht auf den unwahrscheinlichen Fall von Windbestäubung verlassen. An Zyklustag 9 bin ich also zur Hormonbestimmung gegangen, die so grotten schlecht ausgesehen hat, dass mir ein Termin zum „mal gucken“ 8 Tage später gegeben wurde. Wahrscheinlich hat niemand damit gerechnet, dass ich ohne Stimulation überhaupt ein Ei legen kann. Als ich wieder zu Hause war, bin ich dann aber doch schon am Donnerstag in die Repro marschiert und habe darum gebeten, mir drei Tage eher als geplant Blut abzunehmen. Die körperlichen Signale waren eindeutig: Zervikal-Sekret fast spinnbar, Temperatur niedriger als üblich, ziehen in der Seite und horny, wie eine Seefahrer-Braut. Genau das war vielleicht auch der Grund, weshalb die Kiwu genau drei Minuten zu spät angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass morgen die Insemination stattfindet. Upps…mit einem Tag Karenz! Das kann ja nichts werden. Gegen das schlechte Gewissen gab es abends gleich Rührei. Gut, ich hätte es ja wissen müssen, alle Signale standen auf Ovulation. Trotzdem wollte ich mir den Spaß nicht nehmen lassen. Nicht schon wieder. Glücklicher Weise war die Ärztin sehr mit der Ausbeute zufrieden, trotz der kurzen Erholungszeit.

Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: bei einer Routinekontrolle war einer meiner Leberwerte (GPT) stark erhöht. Der Gastro meinte, es könnte durchaus an der Hormonbehandlung liegen. Nun müssen wir abwarten, wie die Experten zu weiteren Hormonbehandlungen stehen. Von der Kasse bekommen wir ohnehin nur noch eine, maximale zwei bezuschusst.

Und nun warten….

Weiß wie Schnee

…die Schwangerschaftstests und schwarz wie Ebenholz meine Stimmung. Es hat also wieder nicht funktioniert und was lehrt uns dieser Zyklus? Eine Traumkurve macht noch keine Schwangerschaft.

ovuview-cycle-2017-02-08

Temperaturkurve stimuliert mit Puregon. Ausgelöst am 15. Zyklustag mit Brevactid. Inseminiert am 16. Zyklustag. 

Allerdings hatte ich von Beginn an ein eher mäßiges Gefühl. Trotz Stimu hat sich mein Eisprung bis zum 16. Zyklustag rausgezögert.

Mein nächster Eisprung fällt voraussichtlich genau auf die Tage Mitte März, an denen wir beide nicht zu Zeugungszwecken zur Verfügung stehen. Daher stimuliere ich jetzt erst einmal nicht. Sollte sich dennoch ein Eisprung zur rechten Zeit ankündigen, werden wir unstimuliert inseminieren. In der Zeit komme ich vielleicht wieder etwas zu Kräften. In den letzten Wochen habe ich ein paar Kilos verloren. Die Hormonspritzen und das zusätzliche Progesteron schlagen mir auf den Magen. Wahrscheinlich kann ich mit dem Gewicht eine ordentliche Eizellreifung sowieso vergessen. Das soll nicht heißen, dass ich krankhaft untergewichtig wäre. Bei mir entscheiden zwei bis drei Kilo darüber, ob ich einen fast normalen 28 Tage- oder  Monsterzyklus mit 36 bis 40 Tagen habe. In der Zeit, als ich an die 58 Kg auf 170 cm gewogen habe, hatte ich die regelmäßigsten Zyklen meines Lebens. Mit 56 Kg wird es jeder zweite Zyklus bei mir länger und mit 53 kg -zuletzt vor 7 Jahren- bleibt meine Menstruation komplett aus.

Ich zieh mich dann mal mit einer Tafel Schokolade zurück. Gute Nacht 🙂

Beitragsnavigation