Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “Juli, 2015”

TV-Tipp Kinderwunsch

Seit Samstag bin ich für ganze neun Tage allein mit dem Froillein hier am badischen Wurmfortsatz der Welt. Und da wir Meister im perfekten Timing sind, bekam ich prompt am Sonntag einen Magen-Darm-Infekt. Weniger Magen, dafür ganz viel Darm. Ich weiß nicht, ob es dem umwelt- und keimfreundlichen Wiederverwenden der Trinkhalme einer Lokalität geschuldet ist, dass ich von diesem abscheulichen Dämon heimgesucht wurde…Ein Tipp an besagte Gastwirte: Lieber einmal weniger das Auto benutzen, als Trinkröhrchen mehrmals. Danke.

Nun  lag ich also mit Kopf-und Gliederschmerzen in der Nähe einer Toilette rum und hab ein wenig fern geschaut, sofern es Madame zuließ. Dabei bin ich auf folgende Sendung gestoßen: Gewissensbisse auf dem MDR, mit dem Thema Todsünden, heute mit dabei: Neid. Mir war schnell klar, dass es sich zum Sonntag bei solch einer Sendung um Kirchenprogramm handeln muss. In der Hoffnung der liebe Gott möge Erbarmen mit mir und meinen Darmzotten haben, zappte ich trotz der pseudoreflektierten Moderatorin (Sabine Heinrich) nicht weg. Interessant wurde es, als eine Kinderwunsch-Frau vorgestellt wurde, die zugab schon einige Freundschaften auf Eis gelegt zu haben, weil sie deren Familienglück nicht ertragen konnte. Trotz der wirklich geschickten Argumentation der von Gott gesandten Moderationstante, a la: „Sei froh Mensch, du hast n Haus und n Mann.“ und „Genießt das Leben.“ Ließ sich die ungewollt Kinderlose irgendwie nicht so Recht vom linken Wege abbringen mit ihrem Neid und so. Einzig der Vorschlag Sabine Heinrichs, sich in Therapie zu begeben, stieß bei mir auf Zustimmung. Der Rest ließ mir einfach nur die Galle hochkommen. Selten so etwas Plattes und gezwungen Lockeres im Zusammenhang mit unerfüllten Kinderwunsch gesehen.

Obwohl wir das Glück hatten, bei der ersten IUI einen Volltreffer zu landen, den ich heute trotz aller Eskalationen liebe, kann ich solche Gefühle vollkommen nachvollziehen. Mich sticht es nach wie vor, wenn die Frauen um mich herum schwanger werden. Nichts kann ein (eigenes?) Kind ersetzen, wenn man sich dieses so innig wünscht. Kein Haus. Kein Job. Kein Mann. Und in meinem Fall muss ich sogar zugeben, dass mein kleenes Froillein die furchtbare Kinderwunschzeit nicht vergessen machen kann. Es ist halt einfach ein beschissenes Gefühl zu wissen, dass auf den eigene Körper kein Verlass ist. Auf „normalen“ Wege nicht schwanger werden zu können, stellt meine Weiblichkeit in Frage und lässt mich sogar an meinen mütterlichen Fähigkeiten zweifeln. So ist es immernoch.

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Ich hasse Hunde…besitzer

Inspiriert durch die Ausführungen des Herrn mit dem Bart, hier meine eigenen Erfahrungen zum Thema Hunde. Um eines Vorweg zu nehmen: Ich habe selbst einen Hund, was mich schon seit jeher auf den schmalen Grad zwischen Hundefanatikern und -hassern wandeln lässt. Denn am liebsten würde ich selbst gerne Giftköder im Park auslegen. Mit Schneckenkorn und Rasierklingen gespickte Hot Dogs und Hamburger, damit dieses lästige Plage der Hundebesitzer endlich ein Ende nimmt. Meine jahrelanges  Dasein als Frauchen hat mich eins gelehrt: Das Problem lauert immer am oberen Ende der Leine.

Als ich Zehn war suchte mich der innige Wunsch nach einem Vierbeinigen Begleiter heim. Katzen, Meerschweinchen, Enten und Hühner habe ich alles schon gehabt und ihnen mit mehr oder minderen Erfolg Kunststücke beigebracht. Ich wollte endlich jemanden, der niemals von meiner Seite weicht, kuschelig ist, mit dem man spielen kann und der sich meine präpubertären Probleme anhört ohne Widerworte zu geben. Nach etlichen Jahren des Flehens und tausendmaligen Aufsagens der Phrase: Krieg ich n Hund? Krieg ich n Hund? Krieg ich n Hund?, war es endlich soweit. Meine Eltern erbarmten sich meiner und wir bestellten bei einer Züchterin aus der Nähe einen Golden Retriever Welpen. Im heimischen Garten wurde zu diesem Zweck extra ein abgezäuntes kleines Grundstück mit Hundehütte errichtet, denn der Hund -so einigte ich mich mit meinen Eltern, sollte nur draußen sein. Nun ja, nach der ersten durchheulten Nacht, schlief der Hund drinnen, auf dem Sofa, um die Nerven unserer Nachbarn zu schonen. Nach dem ersten Silvesterfeuerwerk, schlief sie (es war eine Hündin) am liebsten im Bett, genauso bei Gewitter oder wenn im Nachbardorf Schützenfest war oder wenn ein Auto eine Fehlzündung hatte…also fast den ganzen Sommer über. Anfangs war ich noch hoch ambitioniert meiner Hündin gutes Benehmen bei zu bringen. Leider waren es meine Eltern weniger und so gewöhnte sich das Tier immer mehr lästige Verhaltensweisen an oder besser: es wurde gewöhnt. Da sie von meiner Mutter bei Tisch mit Leberwurst-Enden versorgt wurde, bettelte sie am Tisch. Im Garten brachte sie mir den Ball niemals wieder, sondern zerpflückte ihn genüsslich auf der Wiese vorm Haus. Stattdessen war es zu ihrem Lieblingsspiel avanciert, sich von drinnen oder draußen vor die Haustüre zu stellen und zu kläffen, bis ihr jemand die Tür öffnete. Dabei ging es ihr gar nicht darum, drinnen zu trinken oder draußen zu machen, sondern sie wollte ihre Menschen springen sehen. Später lernte sie, die Türklinken selbstständig zu betätigen und brauchte uns nur noch zum Schließen der Tür. Einmal bekam sie im Garten einen Anfall und vom Tierarzt eine Adrenalinspritze ins Herz. Seit dem war es auch nicht mehr möglich, den Hund zu einer Gassirunde zu zwingen. Viel zu anstrengend für das herzkranke Tier. Wenn überhaupt, konnte man nur noch in die Richtung laufen, in die sie wollte. Ansonsten legte sie sich hin und ließ sich wie ein störrischer Esel am Halsband ziehen. Der Tierarzt hatte außerdem festgestellt, dass der Hund zu wenig trinkt. Da ihr Napf jedoch stets randvoll mit Wasser gefüllt war, schlussfolgerte meine Mutter, das harte Wasser würde ihr einfach nicht schmecken. Von da an stand bei uns immer eine Kiste Vitell in der Speisekammer. Es war wirklich ein außergewöhnliches Tier…Eine zeit lang versuchte ich noch der Sozialkontakte wegen, mit ihr auf den örtlichen Hundeplatz zu gehen. Dort herrschte noch die alte Schule der Hundeerziehung. Damals gab es noch keine Homepage solcher Einrichtungen, trotzdem wusste jeder aus unserem Ort, wann Hundetraining ist. Denn das militante Geschrei der Besitzer hallte durch die ganze Stadt. Der Ablauf gestaltete sich so, dass die Hunde gleich nach Ankunft auf dem Platz in die „Box“ mussten. Ein Zementverschlag mit Eisengitter. Danach gab es erst mal Bier für die alten Herren. Nach einer Stunde wurden die Hunde rausgeholt und man lief im Kreis und stellte sich an einer Linie auf. Der Führrrrerrr gab Anweisungen, welchen Befehl die Hunde zu erfüllen hatten und dann musste man so laut man nur konnte diesen Befehl brüllen. Plaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaatz! Und wer nicht laut genug brüllte, wurde ermahnt und gefragt, ob man nicht noch ein Bitte Bitte hinten dran stellen möchte….Irgendwann ersparte ich mir die Militärakademie für Vierbeiner. Nicht etwa, weil ich zu leise brüllte, sondern weil mein Hund aufgrund seiner Leberwurströllchen ständig als zu dick bemängelt wurde. 2009 starb die Hündin mit 11 Jahren an einem Hirntumor.

Ein Leben ohne Hund ist möglich, aber sinnlos, dachte ich mir und schaffte mir wieder einen Hund an. Diesmal sollte alles anders werden, schwor ich mir. Und es war auch so. Mein Hund ist definitiv gesellschaftsfähig. Sie kann die wichtigsten Kommandos, ist sozialverträglich, bettelt nicht, öffnet keine Türen, liegt nicht im Bett oder auf dem Sofa und trinkt Leitungswasser. Sie hat eine super Figur und bringt mir den Ball, wenn ich ihn werfe. Das liegt natürlich zum  einen daran, dass ich mich für eine Rasse entschieden habe, die sehr gut zu meinem Leben und meinen Ansprüchen passt. Niemals würde ich es mir zutrauen, mir ein traumatisiertes Opfer aus dem Tierheim zuzulegen. Obwohl ich bereits seit 17 Jahren mit einem eigenen Hund zu tun habe, würde ich mich niemals als so Hundeerfahren einschätzen, mir so ein Problemfall ins Haus zu holen. Viele Leute schaffen sich Hunde an, die mit ihren Eigenschaften, Erlebnissen, Hintergründen und ihrer körperlichen Kraft nicht zu ihnen passen. Dann hängen sie schwitzend und schnaufend an einem Schäferhund, der leider als Wurfmaschine missbraucht wurde und nun alles kalt macht, was ihm unter die Schnauze kommt. Oder die Omi mit ihrem Terrier. Die es noch nicht mal geschafft hat, ihrem Mann beizubringen seine Socken in den Wäschekorb zu legen. Was soll sie nun bitteschön einem so charakterstarken Tier entgegen setzen? Oder der Jackrussel, der seinen unbändigen Bewegungsdrang an einer Flexileine ausleben darf, während Frauchen vor der Haustüre eine qualmt. Wenn mir jemand mit Flexi- oder Laufleine entgegen kommt, bin ich schon mal in Habacht-Stellung. Letztere sind eigentlich dazu gedacht, mit seinem Hund Kommandos, wie „komm“ und „hol“ zu trainieren oder eine Fährte zu legen. Die Leute die da im 45 ° Winkel hinten dran hängen, haben von so einem Sport wahrscheinlich noch nie was gehört. Bei solchen Leinen, weiß ich nie, was der Besitzer eigentlich will. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein Hund an der Leine nicht spielen darf. Kommt mir also ein angeleinter Hund entgegen, nehme ich meinen Hund zur Seite oder leine ihn ebenfalls an. Schließlich könnte der andere Hund krank, bissig oder läufig sein oder der Mensch hat es gerade eilig. Nicht so bei diesen elendigen langen Leinen. Die Besitzer lassen ihre Hunde obwohl angeleint zu meinem nun auch angeleinten Hund ran kommen und dann wollen die beiden natürlich spielen, die Leinen verfitzen sich und ich könnte ausrasten. So wird meine Erziehung wieder von anderen untergraben. Weist man die Personen dann freundlich auf sein Anliegen hin, habe ich es schon oft erlebt, patzige Kommentare zu ernten. Super auch, wenn die fast unsichtbaren Flexileinen über den gesamten Weg gespannt werden und so zur Falle für Radfahrer und Fußgänger werden. Trotz aller Fahrlässigkeit wähnen sich viele Hundebesitzer im Recht. Ich erlebe es hier sogar oft, dass die Hunde auf einem vielbefahrenen Radweg frei spielen gelassen werden. Vielen ist wohl nicht bewusst, dass keine Versicherung der Welt für Schäden haftet, die ein unangeleinter Hund verursacht.

Auch ein Unding, was mir vorallem in Hamburg und Leipzig auffiel: Hundekacke im Kotbeutel in die Landschaft schmeißen. Wie bekloppt ist das denn? Es ist ja wohl selbstverständlich die Ausscheidungen seines Hundes von Wegen, dessen Rändern und Rasenflächen zu entfernen. Und ihr habt verdammt noch mal kein Recht dazu, dass neben dem Kackplatz ein Mülleimer steht. Ich kann eigentlich nur noch den Kopf schütteln und spöttisch lachen, wenn ich hier am Flugplatz die Hundebesitzer beobachte, wie sie ihre tagtäglich genutzte Ausflauffläche von ihren Tieren zuscheißen lassen. Da kann man keinen Fuß mehr vor den anderen setzen, weil eine Tretmine der anderen folgt. Abgesehen davon verbreiten sich Krankheiten wie Giardien und Rota Viren wie ein Lauffeuer unter den armen Hunden. Wie würde es uns gefallen, durch Straßen zu laufen, die links und rechts von überlaufenden Plumpsklos gesäumt sind? Bei einer solchen Hundedichte, wie sie in Städten herrscht, gehört es einfach zur täglichen Hygiene, die Kacke wegzuräumen. Alles andere verursacht mittelalterliche Zustände.

Hundebesitzer scheinen es jedoch darauf anzulegen, gehasst zu werden. Es gibt nun mal auch Menschen, die mögen lieber Katzen oder Nacktmulle. Trotzdem verlangen viele Besitzer, dass ihre Hundeliebe von der ganzen Welt geteilt wird. Manche haben sogar krankhafte Ängste vor Hunden und ich frage mich ernsthaft, wie sie ihren Alltag in einer Großstadt voller Ignoranten meistern. Für mich ist es selbstverständlich meinen Hund bei Fuß gehen zu lassen, wenn mir jemand entgegen kommt. Ich möchte ja schließlich auch nicht von einer Vogelspinne inspiziert werden.

Für mich bleibt ein Hund ein Hund. Er ist kein Ehe-Partner und kein Kind. Trotzdem ist er Bestandteil unseres Rudels, aber mitnichten das Alpha-Tier 🙂

Das Geld zum Fenster

Bevor ich in meinem Vollzeitjob versumpfe, versuche ich zu Hause noch einmal klar Schiff zu machen. Da hab ich mir für die letzten zwei Wochen Hausfrauenzeit so einiges vorgenommen. Obwohl ich dieses Jahr bereits zwei (!!!) Mal Fenster geputzt habe, müsste ich es eigentlich schon wieder tun. Denn so wie es sich für Hausfrauenarbeiten gehört, wird auch diese von meinen beiden menschlichen Mitbewohnern korrumpiert. Statt über Streifenfreiheit und kristallklare Sicht zu staunen, hebt mein Mann das kleene Froillein ans frisch geputzte Fenster und lässt sie mit ihren speichelfeuchten Händen die Scheiben zu schmieren. An den Balkontüren braucht sie den Papalift nicht, da kann sie auch vom Boden aus Scheibenknutscher spielen. Sehen die Fenster dann aus, als hätten die Stubenfliegen eine wilde Orgie darauf gefeiert, interessiert dann plötzlich niemanden mehr die Fernsicht. Außer vielleicht das in die Jahre gekommene Nachbarsvolk, was ja eh nix anderes zu tun  hat, als den jungen Frauen Schlamperei vorzuwerfen. Also widme ich mich lieber dem Verstauen und Archivieren nicht mehr genutzter Sachen, allen voran Dinge, die sich während Froilleins Babyzeit angesammelt haben. Dabei fiel mir auf, wie hoch der Anteil an sinnlosen Investionen ist, die ich im vergangenen Jahr getätigt habe. Es ist also an der Zeit sich kurz zurück zu entsinnen, um andere werdende und frisch gebackene Mütter vor derlei Geldvernichtung zu warnen.

Auf Platz eins der verschwendeten Moneten und Hoffnung steht eindeutig die Babyhängematte. In der Hoffnung das Kind möge darin seinen Schlaf finden von einem anderen Elternpaar erstanden,  wurde sie von unserer Tochter alsbald mit vehementen Geschrei als mangelhaft befunden. Tatsächlich hätte man ein Kind wie unseres darin niemals unbeaufsichtigt lassen können. Bereits mit wenigen Wochen hätte sie sich damit überschlagen. Außerdem eignet sich solch eine Hängematte wirklich nur für sehr warme Gefilde. Gut, die letzten Wochen hätte man sie tatsächlich gut einsetzen können. In jedem anderen deutschen Sommer, würden die Kleinen in dem Ding jedoch zu schnell auskühlen.

Dann habe ich die Schnullersammlung weggepackt. Mindestens zehn Stück umfasste sie zuletzt. Kein einziger davon, ob mit oder Silikon, zahnfreundlich, öko oder nicht, konnte unserem Kind genügen. Nur Mamas Nippel gelang es, ihr den Mund zu stopfen. Die Schnullerfee konnten wir jedoch getrost vor der Türe stehen lassen. Wer nie abhängig war, braucht auch keine Entziehung.

Aus der Heilwolle wollte ich schon längst irgendwelche Filzmännchen gebastelt haben, bevor die Motten rein gehen. Die hat uns nämlich nie sonderlich viel genützt. Vielleicht hätte sie vorbeugend gute Dienste getan, wer weiß. War das Kind jedoch erst einmal in den Brunnen gefallen und der Po puderrot und pustelig, half nur noch föhnen, warten, Linola und Bebanthen. Ich mochte die Heilwolle nie besonders, weil sie überall in der Rosette wie bleiches A***haar hing und….ach lassen wir das…ich mag sie einfach nicht. Nur zum basteln.

Der Lauflernwagen kann eigentlich auch in die Garage. Damit laufen gelernt hat das Froillein jedenfalls nicht. Stattdessen ist sie damit mehrmals umgekippt und hat ihn als Toilette benutzt. Vielleicht kommt sie später noch auf den Geschmack eine Puppenmutti sein zu wollen und schiebt damit meine Platikenkel rum. Bisher geht sein Nutzen jedoch gen null.

Ein ebenso unbeliebtes Spielzeug ist die Schaukel-Biene. Sie war ein lieb gemeintes Geschenk unserer Nachbarn. Jetzt wo dieses platzraubende Monstrum auf dem Schrank steht, zweifle ich daran, ob es wirklich lieb gemeint war…Das Froillein hat sich gerne darauf gesetzt. Statt zu wippen, nahm sie jedoch die Fühler der Riesen-Maja in den Mund und ketschte den Speichel zahlloser Nachbarkind-Generationen aus den Knubbeln heraus.

Kinderstühle haben wir nun bereits vier gekauft. Noch in der Schwangerschaft, als wir ahnungslos kindlicher Bedürfnisse gegenüber waren, erstanden wir einen ranzigen Stokke-Verschnitt, der nun als der Weisheit letzter Stuhl dient. Wenn ein Baby jedoch noch nicht sitzen kann, Mama sich aber gerne wieder ein Brötchen zum Frühstück schmieren möchte, braucht man etwas mit verstellbarer Rückenlehne. Für diesen Zweck kauften wir erst eine Babywippe und später den Polly Magic. In der Babywippe liegt nun der Kater meiner Eltern. Der Polly Magic musste aus Platz- und Saubermachgründen einem IKEA-Stuhl weichen. Der hätte es eigentlich auch noch eine Weile getan, wenn sich das Froillein daran nicht wie verrückt geraupt hätte (Siehe Eintrag „Die Raupe“).

Aus meinem kranken Ehrgeiz heraus, das Kind mit 12 Monaten trocken zu legen, kaufte ich einst einen Plätscher-Topf zur Konditionierung. Nachdem das Froillein ihm jedoch durch Fußtritte in seine Hartplastikteile den Gar ausgemacht hat, war kein Geplätscher mehr zu hören und das Ding ging zurück ins Versandhaus. Nun macht sie ihr Geschäft am Morgen in einen weniger intelligenten Topf, dessen Erfinder jedoch schlau genug war, sich auch um die tropffreie Entleerung Gedanken zu machen.

to be continued…

 

Wenn Mutti früh zur Arbeit geht

Mein Bewerbungsmarathon ist vorerst beendet. Ich habe nun eine Jobzusage. Anfang August geht es los. Dann werde ich als Pharmareferentin tätig sein und euch hier im Blog von den Präparaten meiner Firma versuchen zu überzeugen. Dafür gibt es dann Extra-Prämien für mich. Nein Quatsch. Natürlich nicht. Wahrscheinlich werde ich überhaupt nicht mehr zum Schreiben kommen. Um meine Chancen auf eine Stelle zu erhöhen habe ich mich nämlich maximal verfügbar gegeben. Für mich als Super-Mami kommen geht unter 40-Stunden gar nichts. Kita-Schließzeiten gibt es nicht und das Kind wird natürlich nicht krank. Es hat ja schließlich meine Gene und ich werde ja auch nicht krank. Alles funktioniert und wenn das noch nicht genug ist, dann werden halt die Großeltern eingeflogen. Alles kein Problem.

Also nun mal im Ernst. Ich habe seit Abschluss meines Studiums 24 Bewerbungen geschrieben. Das ist wahrlich nicht viel, wenn man bedenkt, dass Freunde von mir mit ähnlicher Ausbildung um die 80 Bettelbriefe verfassen mussten, um eine Zusage zu erhaschen. Insgesamt hatte ich fünf Telefoninterviews, sieben persönliche Gespräche und am Schluss zwei Zusagen. Wobei es ich für meinen neuen Job allein drei Vorstellungsgespräche und zwei Telefoninterviews hatte. In der nun rückblickend kurzen Bewerbungsphase habe ich nicht wenig Kurioses erlebt. Kaum an Peinlichkeit zu übertreffen war mein Gespräch am ZBSA hier in Freiburg. Die Stellenausschreibung versprach eine umfangreiche Einarbeitung und nur wenig Vorerfahrung auf dem Gebiet. Nur deshalb hatte ich mich beworben und war zu meinem Erstaunen auch tatsächlich eingeladen worden. Obwohl ich meine Unterlagen sogar als Papier zum Anfassen eingereicht hatte, schien sich niemand die Mühe gemacht zu haben einen Blick auf meinen Lebenslauf zu werfen. Keiner hatte die Vorlage dabei und es wurde ins Blaue hinein gefragt. Als ich dann meinte, dass ich nur hier und da mal ein wenig Erfahrung in den gefragten Techniken gesammelt hätte, schien man sich zu wundern und das enttäuschte Gesicht der Arbeitsgruppenleiterin wurde immer länger. Den weiteren Verlauf möchte ich kurz als Dialog wiedergeben:

Mann aus der Verwaltung: „Sie wissen aber schon, dass es sich nur um eine 50 % Stelle handelt…?“

Ich: „Ja, (das habe ich gelesen). Ist doch super, dann fällt es mir leichter meinen Alltag mit Kind usw. zu organisieren und erst mal ins Arbeitsleben rein zu kommen.“

Mann aus der Verwaltung: „Und wer sagt uns, dass Sie sich nach vier Monaten nicht wieder weg bewerben?“

Ich: „(Es handelt sich doch eh um eine Elternzeitvertretung befristet auf 3 Monate mit Verlängerung bis zu einem Jahr?) Nun, ich kann mir kaum vorstellen, dass bis dahin die Einarbeitung schon abgeschlossen ist. Ich möchte die Zeit hier bei Ihnen intensiv nutzen, um zu lernen und weitere Erfahrungen auf dem Gebiet machen um meine Jobchancen zu verbessern.

AG-Leiterin: „Ach wissen Sie, nach zwei Wochen haben Sie die Techniken drauf. Sie werden eh immer nur das selbe machen.“ Dann endlich ein Einwurf von der Frauenbeauftragten, die mich danach fragt, wie ich von Hamburg nach Freiburg kam. Die Einzige an diesem Tag, die Interesse an meiner Person hat.

AG-Leiterin: „Haben Sie nun noch irgendwelche Fragen?“

Ich: „Ja, ich würde mir gerne die Räumlichkeiten mal ansehen. Sie arbeiten im Labor ja mit verschiedenen Techniken. Das möchte ich mir gerne anschauen.

AG-Leiterin: „Ach ja, genau, das Labor…das wollten wir Ihnen noch zeigen…“ Auf dem Weg zum Labor:

AG-Leiterin: „Sie müssen wissen, es ist da unten sehr laut….wirklich sehr unangenehm….durch die vielen Geräte. Sie könne gerne Gehörschutz bekommen.“ Im Labor:

AG-Leiterin: „Das ist eine Clean-Bench…“ (Ah, ist nicht wahr?! Eine CLEAN-BENCH! Wat es nich allet jibt!) „Da kommt ein Luftstrom raus…das ist sehr unangenehm…wirklich sehr unangenehm…aber man gewöhnt sich dran.“

So langsam fällt mir nichts mehr ein. Mir wird noch der PC-Raum gezeigt. Dann verabschiedet sich die AG-Leiterin mit den Worten: „Wir melden uns diese Woche….vielleicht…“ Und ich bin beruhigt, dass ich dort zum Glück nicht arbeiten muss. Ärgere mich allerdings über die 2,50€ Parkgebühren und die Arbeit, die ich mir in Vorbereitung auf das Gespräch gemacht habe. Keiner wollte irgendwas von mir wissen. Am Schluss habe ich mich nur blamiert, als ich versucht habe auf Informationen einzugehen, die auf der Website der Einrichtung angepriesen werden, aber offenbar nicht stimmen. Tatsächlich kam erst sechs Wochen später eine Absage.

Zum Glück müssen nicht alle Vorstellungsgespräche so würdelos verlaufen. Wenn im Gespräch bereits Zweifel aufkommen und man das Gefühl hat, man würde den Tag lieber allein in einer Höhle verbringen als mit diesen Menschen in einem Raum, dann ist es für alle Beteiligten das Beste, die Zusage trifft einen anderen.

Wie ich bereits oben erwähnt habe, bekam ich ja urplötzlich zwei Zusagen, allerdings im Abstand von ca. anderthalb Wochen. Ende Juni bewarb ich mich bei einem Elektro-Versandhandel als technische Redakteurin. Schnell wurde ich zum Gespräch mit anschließenden Probearbeiten eingeladen. Im Gespräch wurde u.a. folgendes vom Personaler erzählt:

„Also Ihre Gehaltsvorstellungen von 32 000€….das können wir Ihnen nicht zahlen. Bei uns bekommen Sie für Vollzeit 26 000€…da haben Sie also je nach Steuerklasse so um die 2000€ raus im Monat. Dann gibt es bei uns noch Weihnachtsgeld. Der Vertrag ist außerdem für ein Jahr befristet. Die Stelle ist unbefristet, es handelt sich also nicht um eine Elternzeitvertretung, aber der Vertrag ist es. Wir nutzen da halt alle Möglichkeiten, die uns der Gesetzgeber da einräumt. Das heißt auch, dass Ihr Vertrag nach einem Jahr noch mal um ein weiteres Jahr befristet verlängert wird.“

Sehr schön. Ich liebe es ja, wenn Menschen ehrlich sind. Was er allerdings unterschlagen hat, war, was nach den zwei Jahren mit mir passieren würde. Denn da müssten Sie mich ja unbefristet einstellen. Aber ich ahne es….Trotz der grottigen Konditionen absolvierte ich die drei Stunden Probearbeiten. Das Team war zum Glück sehr nett und ich fühlte mich wohl, weshalb ich es mir notfalls hätte vorstellen können, dort anzufangen. Es war Freitag und ich wurde mit den Worten nach Hause entlassen, dass man sich zu Beginn der kommenden Woche mit einer Entscheidung melden würde. Die Woche verging ohne eine Nachricht. Ich war verärgert, weil ich das Gefühl hatte, die Firma liese den Job durch kostenlose Probearbeiter erledigen. Am Dienstag Abend fischte ich dann einen Umschlag aus meinen Briefkasten. Er enthielt einen Arbeitsvertrag, geschrieben am 3.7., mit Poststempel vom 6.7., postalisch und unterschrieben abzugeben am 8.7. Anfangen sollte ich am 13.7. Kaum hatte ich die ersten Vertragsklauseln gelesen, war mir klar, weshalb hier von Seiten der Firma so ein Druck gemacht wurde. Das Gehalt lag deutlich unter dem mir genannten. Nämlich bei 2100€ Brutto. Von Weihnachtsgeld war nicht die Rede, stattdessen fiel häufiger das Wort Vertragsstrafen und Schadensersatz. Am meisten musste ich über die Passage lachen, dass man Fortbildungsmaßnahmen im Falle einer Kündigung durch den ArbeitGEBER zurückzahlen muss. Ach ja, und über das Gehalt sprechen darf man auch nicht. Das finde ich besonders paradox, da ja der Bewerber in beinahe jeder Stellenausschreibung seine Gehaltsvorstellungen formulieren soll. Spricht jedoch keiner über sein Gehalt, kann der Bewerber nur seine realitätsfernen Wünsche äußern. Ich hätte gerne eine Million Dollar!

Ich habe den Vertrag also nicht unterschrieben. Durch die Vertragsstrafe, die ich bei Nichtantritt der Arbeit oder nicht Einhalten der Kündigungsfrist hätte zahlen müssen, wäre ich einfach nicht dazu gekommen, mich für andere Jobs zu bewerben. Nach ein paar Tagen meldete ich mich bei der Firma und teilte denen meine Entscheidung mit. Beim abgesprochenen Gehalt muss ich den Personaler missverstanden haben und alle weiteren Klauseln sind vollkommen üblich. Abschließend meinte er noch, es sei also das Gehalt, was mich abschreckt. Ja, so ist es. Ich bin ein geldgieriges Arschloch und möchte gerne, dass sich meine fünf Jahre Studium, die Investitionen meiner Eltern, die Jahre, die ich nicht in die Altersvorsorge gesteckt habe, rentieren. Gut, mein Mann und ich werden uns trotz akademischen Werdegangs nie ein Eigenheim leisten können, die Pflege unserer Eltern wird uns finanziell ruinieren und im Gegensatz zu ihnen werden wir unserem Kind wohl niemals mit ein paar Scheinen unter die Armen greifen können. Aber deshalb muss man sich nicht in einer der teuersten Gegenden Deutschlands mit ein paar Kröten abspeisen lassen, die dann gerade einmal die Mehrausgaben für Kita und PKW decken. Respekt gegenüber Mitarbeitern fängt beim Gehalt an.

PCOS forever

Zwei Jahre ist es nun schon her, als ich das Brevactid und Puregon im Kühlschrank stehen hatte und kurz davor war, mir meine erste Hormonspritze zu setzen. Wie sieht es nun aus mit meinem Körper nach der Schwangerschaft? Ich muss zugeben, die leise Hoffnung gehabt zu haben, nach der Schwangerschaft würden sich meine Hormone normalisieren und ich bekäme einen 28-Tage-Traumzyklus. Schließlich habe ich schon des öfteren von Frauen gehört, die nach der Geburt ihres Kindes ein Reset ihres Zyklus´ erhalten haben. Plötzlich war dann nicht mehr das schwanger werden das Problem, sondern das nicht-schwanger bleiben. Nun, das soll wohl niemals meine Baustelle werden, wie es scheint. Anfangs sah es noch ganz gut aus. Kaum hatte ich die Stillmahlzeiten auf ein Minimum reduziert, hatte ich auch schon meinen ersten Eisprung post partum. Das kam für mich derart überraschend, dass ich mir zwei Wochen Sorgen gemacht habe, ob ich im September mit  einem Kleinkind UND einem Baby zu Hause hocken würde. Doch die gute alte Unfruchtbarkeit lässt mich nicht im Stich. Es ist nichts passiert, was mich darin motivierte auch die kommenden Monate unvorsichtig zu sein. Erst seit ein paar Monaten liegen frische Kondome im Nachttisch. Seit einiger Zeit ist mein Zyklus jedoch wieder komplett im Eimer. Ich scheine nun überhaupt keine produktiven Eisprünge mehr zu haben. Ein paar Tage nachdem Zervikalschleim und Mittelschmerz auf einen Eisprung hin deuten, bekomme ich Schmierblutungen, die kurz darauf in meine Menstruation über gehen. Obwohl ich momentan wirklich kein zweites Kind haben möchte, stimmt mich das ganz traurig. Es reißt irgendwie die alten Wunden wieder auf, keine vollwertige Frau zu sein. Die Unfruchtbarkeit ist das eine, die optischen Zeichen der PCOs das andere. Ich habe nun in ein IPL-System investiert, mit dem ich versuche der Behaarung zu Leibe zu rücken. Bei dieser Methode werden die Haare mittels eines starken Lichtimpulses zerstört. Der Farbstoff, der in den Haaren enthalten ist, absorbiert dabei die Lichtenergie und wandelt sie in Wärme um. Diese Hitze soll dann den Haarfollikel zerstören. Je dunkler das Haar und je heller die Haut, desto besser soll es funktionieren. Laut Hersteller, ist die Prozedur anfangs wöchentlich und später zwei- bzw. vierwöchentlich zu wiederholen. Bisher bin ich noch nicht sehr häufig dazu gekommen, mich mit der Blitzlampe hinzusetzen, weshalb ich auch keine nennenswerten Ergebnisse vorweisen kann. Mich würde allerdings stark interessieren, ob diese Haarentfernungsmethode überhaupt bei uns PCO-Frauen hilft. Schließlich sorgt der hohe Gehalt an männlichen Hormonen im Blut dazu, dass aus den feinen Härchen, die unseren Körper bedecken, starke, schnell wachsende Borsten werden, wie sie normalerweise nur bei Männern vorkommen. Zerstöre ich also die Haare, die bereits durch das Testosteron transformiert wurden, sucht sich das Hormon vermutlich einen anderen Angriffspunkt, und das Haar in der Nachbarschaft nimmt diese erschreckenden Auswüchse an. Bisher habe ich nicht viel im Netz darüber gefunden, ob es für den Erfolg der Haarentfernung eine Rolle spielt, welche Ursache der Bewuchs hat. In englischsprachigen Blogs gibt es einige Frauen mit PCOs, die von guten Ergebnissen mit IPL sprechen. Eine deutschsprachige Website hingegen behauptet, anhand einer Studie hätte man herausgefunden, dass Lasern besser funktioniert als IPL. Auch die Bewertungen diverser IPL-Geräte bei Amazon liegen teilweise Welten voneinander entfernt. Bei einigen scheint´s zu helfen, andere sind mehr als enttäuscht.

Eine effektivere Methode wäre, das Problem bei der Wurzel zu packen und die Quelle der männlichen Hormone quasi versiegen zu lassen. Eine Methode, die schon vielen geholfen hat, sind Pillen mit anti-androgenen Effekten. Diese Kontrazeptiva enthalten neben einem Östrogen auch ein Gestagen der vierten Generation, z.Bsp. Drospirenon, Chlormadinonacetat, Cyproteronacetat, Dienogest, Nomegestrolacetat. Als alleiniges Gestagen-Präparat können sie auch verwendet werden, besitzen dann jedoch keine verhütenden Eigenschaften. Für mich kommen die meisten Pillen nicht in Frage, da ich bereits unter Verwendung des NuvaRings eine Thrombophlebitis gehabt habe. Der Ring enthält im übrigen ein Gestagen der 3. Generation namens Etonogestrel, was keine antiandrogene Wirkung besitzt, jedoch das Risiko an einer Thrombose zu erkranken, deutlich stärker erhöht, als es andere Gestagene tun.

Leider ist noch nicht genug über die wahren Ursachen des PCO-Syndroms bekannt, weshalb von Seiten der Ärzte nur die Symptome behandelt werden können. Bei der Masse an Umweltgiften wundert es mich jedenfalls nicht, wenn die Hormone verrückt spielen. Weichmacher, Glyphosat, Plastik…alles der Struktur unserer Hormone so ähnlich, dass sie auch gerne mal deren Aufgabe übernehmen. Und dann wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt, der nicht wieder zu stoppen ist. Mal ganz abgesehen davon, dass es unmöglich ist, sich diesen Substanzen zu entziehen. Jedes Brötchen ist voll von dem Spritzmittel Glyphosat; es ist kaum noch möglich eine Sonnencreme ohne Nanopartikel zu erstehen und was wir alles mit dem Schluck aus der Plastepulle zu uns nehmen, das möchte ich gar nicht wissen.

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