Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “März, 2015”

Kita-Eingewöhnung Woche vier: 72 Stunden Fieber

Ich habe mich schon gewundert, als ich vergangenen Montag meine Tochter aus der Kita abgeholt habe und mir gesagt wurde, sie hätte anderthalb Stunden geschlafen. Haben die Erzieher etwa aufgehört Madame im Schlaf auf den Rücken zu drehen? Am Nachmittag wird mir dann klar, was los ist. C. stellt ihren persönlichen Fieberrekord mit 39,6 °C auf. Super, also fällt die Kita am Dienstag auf jeden Fall aus. Anders, als bei der Hand-Mund-Fuß-Seuche ist sie allerdings recht gut drauf. Sie isst, trinkt und meckert wenig. Also abwarten und zur Nacht Zäpfchen geben. Dienstag und Mittwoch das selbe Programm. Das Fieber schwankt zwischen 38 und 39,6°C. Am Mittwoch gehen wir dann doch zur Notaufnahme ins St. Joseph Spital, weil sie erst beim Füttern würgt und schließlich ihr Abendbrot wieder ausspuckt. Obwohl ich bisher auf das Drei-Tage-Fieber getippt habe, bin ich mir nun nicht mehr sicher. Könnte ja auch ne Angina sein….oder…oh Gott…Masern???? Bei der zur Zeit in Berlin grassierenden Epidemie kann man schon mal Paranoia schieben. Es ist ja auch nur noch eine Frage der Zeit bis es hier in Anthroposovistan ankommt. Tatsächlich hat Freiburg die schlechteste Impfquote in ganz Baden-Württemberg und ist sogar deutschlandweites Schlusslicht der Masernimmunisierung. Beim letzten Ausbruch an einer hiesigen Waldorfschule -wo sonst, wurden Impfpasskontrollen am Eingang der Schulen durchgeführt.

Die Kinderärztin in der Notfallsprechstunde meinte jedoch, die Kleine hätte einen fiebrigen Infekt, wie er nun mal bei Babys in dem Alter vorkommt. Ich soll das Fieber weiter senken, Nasentropfen geben und in zwei Tagen zum Kinderarzt gehen, wenn es nicht besser wird.

Am Donnerstag, fast auf die Stunde genau 72 Stunden nachdem das Fieber aufgetaucht war, ist die Temperatur gefallen und es zeigte sich der wohl typische Ausschlag. Also wohl doch das Drei-Tage -Fieber.

Eine Rest Verunsicherung blieb jedoch noch. Auf Kinderärzte im Netz kann habe ich mich über die Masern informiert und dabei festgestellt, wie ahnungslos ich doch tatsächlich bin. Was ich gar nicht wusste ist, dass Masern in zwei „Schüben“ verlaufen. Während des Vorläuferstadiums bekommen die Kinder mäßig hohes Fieber, haben Husten, Schnupfen, eventuell Halsschmerzen und einige bekommen weiße Punkte auf der Wangenschleimhaut. Bis auf die weißen Punkte hat Madame alle Symptome gezeigt. Nach einigen Tagen sinkt das Fieber wieder, um nach kurzer Zeit auf über 40°C anzusteigen und erst dann tritt der typische Masernausschlag auf. Das ist in der Tat problematisch, zum einen, weil viele Eltern glauben, ihr Kind wäre wieder gesund und es hochansteckend auf die Allgemeinheit loslassen und zum anderen sehen sich die Hautausschläge der Masern und des Drei-Tage-Fiebers sehr ähnlich.

Mein Kind ist jedoch bis heute fieberfrei geblieben. Hoffen wir, dass es hier masernfrei bleibt, bis sie endlich geimpft werden kann.

Woche vier in der Kita ist also praktisch ausgefallen. Ich bin gespannt, wie unsere Bilanz am Ende des Jahres aussehen wird. Mehr Zeit krank zu Hause oder in der Kita?

Beitragsnavigation