Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “Januar, 2015”

Ein Wort zu PEGIDA

Es ist wird mal Zeit aus dem Familien-Mikrokosmos aufzutauchen und sich gesellschaftspolitischen Themen zu widmen. Wir Mamis verbringen eh viel zu viel Zeit mit dem Lesen, Erstellen, Anwenden von DIY-Tutorials. Dabei passiert so viel um uns herum und doch zu wenig, wie ich finde. Ehrlich, ich war überrascht, wie viele Leute ihren fetten Hintern in den vergangenen Wochen in Dresden hoch bekommen haben und auf die Straße gegangen sind. Enttäuscht war ich, welcher Beweggrund der kleinste gemeinsame Nenner dieser Proteste vorgeblich ist. Die „Islamisierung des Abendlandes“? What the…? Ausgerechnet die „Islamisierung des Abendlandes“ wird gefürchtet? Meiner Meinung nach, kann man sich vor vielen Sachen fürchten: vor der Verdummung, der atomaren Verstrahlung, der imperialistischen Auswüchse des Abendlandes oder auch vor TTIP, einem neuen kalten Krieg mit Russland, dem ungeheuren Einfluss der Wirtschaft auf das Denken und Handeln unserer Politiker. Es gibt tausend gute Gründe auf die Straße zu gehen. Und tatsächlich äußerten viele Demonstranten existentielle Ängste, übten Kritik an Politikern und unserem „System“. Hinterhergelatscht sind sie jedoch Plakaten und Parolen, die „Ausländer“ im Allgemeinen und Moslems im Speziellen als Sündenböcke abstempeln. Kann unseren Politiker eigentlich nur recht sein. Dann entlädt sich die Wut der Menschen an jenen, die ohnehin wehrlos sind. Während die Medien und Politiker dann die Hände über den Kopf zusammenschlagen und die Ursachen für diese neuen Ausländerhass suchen, kann man im Hintergrund schön die Verträge unserer Deutsch-Amerikanischen-Freundschaft aushandeln. Das Wahlvieh ist ja anderweitig beschäftigt. Entweder, um als PEGIDA spazieren zu gehen oder um eine Gegendemo zu organisieren. So stark entzweit hat sich Deutschland für mich noch nie angefühlt. Und dann sind da wahrscheinlich noch Millionen, denen es so geht wie mir. Die zu Hause sitzen und sich weder pro- noch anti-PEGIDA positionieren wollen.Wie viele Millionen könnten wir auf die Straße bringen, wenn sich alle drei vereinten?! Als gemeinsamen Feind schlage ich das geplante Freihandelsabkommen mit den USA vor. Wenn DAS durchkommt, dann sind alle unseren sozialen, demokratischen Errungenschaften der letzten 100 Jahre passé. Dann werden wir zurückkatapultiert ins industrielle Mittelalter. Also Leute, lasst uns gemeinsam für was Vernünftiges auf die Straße gehen.

Menschen aller Nationen, jeden Glaubens, vereinigt euch!

 

 

Advertisements

Hand-Mund-Fuß….-Krankheit

Jetzt geht der Wahnsinn mit Kind erst richtig los. Der Nestschutz durch meine Immunglobuline scheint verflogen. Mein Blut, das einst durch Froilleins Adern rauschte ist verbraucht. Gestillt wird nur noch vorm Schlafengehen. Da muss ein so kleiner Körper schon Einiges leisten, bombardiert durch tausend Keime. Und ich mach es ihr auch nicht gerade leicht. Seit dem wir in Freiburg wohnen, sind wir dauererkältet. Ich konnte es halt nicht lassen und hab auf der verzweifelten Suche nach Anschluss unter anderem einen Babytreff besucht. Dort war dann gerade mal eine einzige Frau mit Kind und zwei Betreuerinnen. Das Kind war total verrotzt und fiebrig. Nicht gerade Traumbedingungen, um sein Kind auf andere loszulassen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Mama nicht mit weiteren Besuchern gerechnet hatte. Sie war wohl dort um sich bezüglich der Krankheit ihres Kindes Rat zu holen. Fünf Tage später begann es dann bei uns und ist bis heute nicht abgerissen. Alle Zwei Wochen streckt es uns seit dem nieder. Mal hat die Kleine Fieber, mal ich. Meist triefen unsere Nasen und wahrscheinlich haben wir schon mehrere Hektar Wald in Form von Zellstoff verschneuzt. Letzte Woche kam dann auch noch die Hand-Mund-Fuß-Krankheit dazu. Begonnen hat es am Mittwoch bei der Kleinen mit Fieber und wieder rotzig-schleimiger Nase. Da hatte sie bereits zwei kleine rote Punkte am Mund. Aber ich dachte, das käme vom Zahnen oder ihrem unstillbaren Appetit auf Orangen. Sie hat häufig leichten Ausschlag um den Mund herum. Am Abend war dann der Po ebenfalls total wund. Aber auch das ist nichts neues. Insgeheim habe ich meinen Mann und die zwei oberen Schneidezähne dafür verantwortlich gemacht. Am nächsten Morgen war das Fieber verschwunden, die roten Punkte im Gesicht nun jedoch zu Flecken herangewachsen. Auch der Po sah nicht hübscher aus. Kurz die allwissende Frau Google nach „Ausschlag Po Gesicht“ befragt und schon lieferte sie mir die Diagnose. Nachdem ich mir die Hände genauer angeschaut hatte, konnte ich dem Internet nur beipflichten. Während wir auf unseren Kinderarzttermin warteten bildeten sich dann auch noch weitere Blasen auf der Zunge. Die Ärztin rief uns dann auch schon auf drei Metern Entfernung „Das ist Hand-Mund-Fuß“ entgegen. Ausgestattet mit Ibuprofen-Zäpfchen sahen wir den nächsten Tagen entgegen.

Diese Seuche, die ursprünglich aus Asien stammt, verläuft hierzulande meist „harmlos“. So sagen es jedenfalls die Medien und die Ärztin behauptete nichts Gegenteiliges. Für meine Tochter war es trotzdem kein Spaß. Sie hatte große Beschwerden beim Essen und Trinken. Einen Tag lang hat meine zehnköpfige Raupe nichts anrühren wollen. Nur das Fläschchen ging noch rein. Die Nächte waren natürlich auch furchtbar. Ohne Schmerzmittel hat sie tagsüber ununterbrochen geweint. Seit Freitagabend geht es jedoch bergauf. Gestern ist sie das erste mal wieder lachend aufgewacht. Nun harren wir der Dinge, die da noch auf uns zukommen werden. Die HMFK ist hochansteckend und wird mittlerweile durch verschiedene Virustypen ausgelöst. Mindestens zwei davon machen auch vor Erwachsenen nicht halt. Angeblich sind es wohl jene Viren, die auch Blasen an Knien und Po (wahlweise auch Genitalbereich) verursachen, die auch Großen arg zu schaffen machen können. Mit einem kranken Kind in der Fremde ohne Hilfe durch Freunde und Familie zu hocken, ist schon schlimm genug. Wenn es mich nun aber entschärft, dann weiß ich wirklich nicht, wie der Laden hier am Laufen gehalten werden soll. Mein Mann kann sich an Arbeit krank melden. Ich nicht. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es ist mit Baby flach zu liegen hatte ich erst vor zwei Wochen.

Mich wundert es überhaupt nicht, dass Psychotherapeuten bis zum Lebensende ausgebucht sind, die Psychokliniken aus allen Nähten platzen und es tausende Frauen gibt, die mit gesenktem Haupt und schwarzer Wolke übern Kopf mit ihrem Baby durch den Park schieben. Kinder Aufziehen ist einfach ein Sippending.  Das schafft man nicht in trauter Zweinsamkeit. Zumindest nicht unter Erhalt seiner geistigen und körperlichen Gesundheit.

Beitragsnavigation