Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “Februar, 2014”

Abschaffung der Hebammenhilfe

Eigentlich hatte ich vor, mich schon einige Tage früher zu diesem Thema zu äußern. Da wir aber nun immernoch ohne DSL-Anschluss in der neuen Wohnung sitzen, muss das Bloggen warten, bis ich mit dem Laptop unterm Arm in eine vernetzte Umgebung gereist bin.

In der vergangenen Woche wurde wieder vermehrt über das Thema Berufshaftpflicht für Hebammen in den hiesigen Medien berichtet. Wie nun hinlänglich bekannt sein müsste, dürfen Hebammen nur dann ihrer Arbeit nachgehen, wenn sie für Schadensfälle abgesichert sind. Nun sind in den vergangenen Jahren die Beiträge derartige gestiegen, dass freiberufliche Hebammen vor dem existentiellen Aus stehen. Viele Schwangere dürften die Auswirkungen bereits gespürt haben: Ein Geburtshaus nach dem anderen macht die Schotten dicht, Beleghebammen in kleineren Krankenhäusern werden abgeschafft, eine Hebamme zu finden, die Hausgeburten betreut, ist beinahe unmöglich. Wenn es so weiter geht, dann wird die Geburtshilfe immer mehr zentralisiert, da sich nur noch große Kliniken Geburtshilfe leisten können. Für Frauen, die auf dem Land leben, fallen Fahrtwege von 100 km oder mehr an, was einer Drittgebärenden sicher den Schweiß auf die Stirn treten lässt. Besonders wütend machen mich allerdings die unqualifizierten Kommentare, mancher Leser, die ihrem verschrobenen Weltbild Ausdruck verleihen:

„…hat irgendein Mensch einfach einmal nachgedacht WARUM die Prämien so irre hoch sind? Weil es eben bei Hebammenhausgeburten schlicht häufiger zu schweren Geburtsfehlern kommt…“ (Zitat von Kommentator robeuten)

„Es ist mir unverständlich, warum Frauen bei einer Geburt nicht dorthin gehen, wo eine ärztliche Betreuung gewährleistet ist. Bei derartigen Dingen geht man in ein Krankenhaus…“ (Zitat von Kommentator SPONaqua)

Daneben ist von Luxusdienstleistung die Rede, Esoterik und Räucherstäbchen. Offensichtlich besteht hier einiges an Klärungsbedarf, was das Tätigkeitsfeld einer Hebamme eigentlich umfasst.

Tatsächlich ist die Arbeit der Hebammen in Deutschland mit einem eigenen Gesetz geregelt, dem „Hebammengesetz“. Dieses sagt uns, dass „Die Ärztin oder der Arzt verpflichtet sind, dafür Sorge zu tragen, dass bei einer Entbindung eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger zugezogen wird.“ (Heb-G §4 Abs.1). Ein ärztliche Versorgung ist also im Falle einer normalen Geburt überhaupt nicht notwendig und laut Gesetz auch nicht vorgesehen. Vielmehr unterliegen Ärzte der Pflicht, eine Hebamme bei der Geburtshilfe hinzuziehen. Zu dieser Geburtshilfe zählt die Überwachung und Betreuung der Gebärenden von Beginn der Wehen an, während des Geburtsvorganges bis zum Ende des Wochenbettes. Die Ausbildung zur Hebamme wird übrigens auch nicht an einem Wochenende runtergebrochen, sondern umfasst drei Jahre, in denen die Azubis relevante Arbeitsbereiche durchlaufen. Dabei spielt die Arbeit im Geburtshaus und bei freiberuflichen Hebammen eine eher untergeordnete Rolle (es sind gerade einmal vier Wochen). Viel mehr Zeit müssen angehende Hebammen auf der Wochenbettstation und im Kreißsaal verbringen und dort auch eine gewisse Anzahl an Risikoschwangerschaften mit patholgischen Verläufen betreuen. Daneben gilt es, sich in den Schulwochen, die man also fernab vom 8-Stunden-Krankenhausalltag verbringt, theoretischen Stoff über Anatomie, Physiologie, Pflege, Kinderheilkunde, Arzneimittellehre usw. einzutrichtern, bis man jeden einzelnen Beckenbodenmuskel, jeden Schädelknochen, jedes Nebennierenhormon im Schlaf nach einem 10-Tagesschichtdient-Marathon herbeten kann. Abgeschlossen wird die Ausbildung dann mit einem Staatsexamen, in dem Theorie und Praxis geprüft werden. Ja, ich muss zugeben, ab und an wurde uns auch etwas über Kräuterheilkunde gelehrt und ich habe viele Hebammen kennengelernt, die Moxibustion, Akupunktur und Aromatherapie eingesetzt haben. Dass dadurch jedoch eine Mutter oder ein Kind zu Schaden gekommen wäre, ist mir in meiner Ausbildungszeit nicht untergekommen. Dafür habe ich erlebt, wie ein Arzt, der sich in der sogenannten „äußeren Wendung“ von Beckenendlagen üben wollte, einer Frau nach der anderen einen Notkaiserschnitt beschert hat. Ich weiß nicht, ob er es mittlerweile kann… Eine Hebamme versucht es stattdessen mit Akupunktur und „Moxen“ mit dem Resultat, dass es entweder funktioniert und die Frau spontan ein Kind in Schädellage entbinden kann oder sich das Kind einen Dreck um den gemoxten Zeh schert und in aller Ruhe per geplanten Kaiserschnitt geholt wird.

Auch habe ich erlebt, wie ein Kind per Ultraschall von einer unerfahrenen Ärztin falsch vermessen wurde und dann im Becken fest steckte. Damals habe ich mich gefragt, ob das einer Hebamme passiert wäre, die ihre Hände statt eines Gerätes benutzt und dabei Größe und Umfang der kindlichen Teile tastend abschätzt. Hätte die sich auch um 1000 Gramm vertan?

Abgesehen davon, dass die Versicherungsprämien für Hebammen nicht etwa deshalb in exorbitante Höhen klettern, weil es häufiger zur Fehlern kommt – tatsächlich sind Schadensfälle leicht rückläufig. In Wirklichkeit haben wir es dem medizinischen Fortschritt zu verdanken, dass die Lebenserwartung geschädigter Kinder stetig steigt und  damit eben auch höhere Kosten verbunden sind.

Keine Frage, es werden immer dort Fehler passieren, wo Menschen sehr schnell, sehr weitreichende Entscheidungen treffen müssen. Dennoch ist eine Niederkunft im Krankenhaus unter ärztlicher Überwachung kein Garant für eine „unfallfreie Geburt“. Auch oder gerade dort lauern systemimmanente Fehlerquellen, wie zum Beispiel störanfällige Kommunikationsketten. Und auch die Keimbelastung darf nicht vergessen werden. Das Runterreißen der Hebammenarbeit auf „esoterische Kuschelgeburten“ und „Luxusdienstleistung“ im Räucherstäbchendunst kommt in meinen Augen einer Hexenjagd gleich, wie sie bereits im Mittelalter stattgefunden hat. Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Nachsorge gehören seit jeher in Hebammenhand und das sollten wir uns bewahren und uns dafür einsetzen.

Zum Thema belesen kann man sich hier:

http://www.hebammenfuerdeutschland.de/hintergrundwissen

Liebster Award

Surprise, suprise! Dank meines Internet-Anbieters, der den Umzug des DSL-Anschlusses ins neue Heim vermasselt hat, sitze ich nun immernoch ohne Zugriff auf die vernetzte Welt herum. Umso überraschter war ich, als ich gerade gesehen habe, dass mich die Bloggerinnen Iris (Petite Marie Fleur) und dasstinknormaleleben.wordpress.com für den  Liebster Award nominiert haben. Vielen herzlichen Dank dafür!

Nun bin ich an der Reihe, die von ihnen gestellten 11+11 Fragen zu beantworten. Los gehts:

1. Lieber glücklich oder lieber zufrieden?
Zufrieden
2. Lieber Regen oder Schnee?
Schnee
3. Lieber draussen oder drinnen?
die Mischung machts
4. Was kommt nach dem Leben?
ein Danach
5. Was machst Du wenn Du wütend bist?
Fluchen
6. SMS oder Anruf?
Kommt auf den Empfänger an
7. Fernsehen oder Lesen?
Leider Fernsehen
8. Brief oder E-Mail?
E-Mail
9. Vorlesen oder lieber Spielen?
Aus Erfahrung mit meinen Neffen würd ich derzeit Vorlesen antworten
10. Dein Lieblingsspiel mit Deinen Kindern?
An den Bauch klopfen und auf Antwort warten
11. Liebstes Spielzeug Deiner Kinder?
Unsere Nabelschnur

1. Urlaub klassisch im Hotel/Club oder Camping im Wohnwagen ?

Camping im Wohnwagen finde ich jedenfalls besser, als im Zelt. Wenn mein Göttergatte dann noch jeden Tag den Abwasch an den Wasserstellen übernimmt und niemand hinter unseren Stellplatz uriniert, bin ich glücklich. Was gar nicht geht, ist Camping, bei dem die Herren der Schöpfung ihre Urtriebe nach Natur und Wildlife ausleben dürfen und den ganzen Alltagsdreck ihren Frauen überlassen…wie daheim. Dann lieber All-inclusive mit Rundum-Sorglos-Paket im Hotel!

2. In welchem Raum Deiner Wohnung bist Du am liebsten ?

Im Flur, da dort am wenigsten von der umzugsbedingten Baustelle zu merken ist.

3. Was machst du derzeit am liebsten wenn Du “kinderfrei” hast ?

Da ich zum ersten Mal schwanger bin, habe ich praktisch gesehen nie „kinderfrei“. Die Kleine ist schließlich immer dabei. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass mir später die Zeit für mich, in der ich in Ruhe Gitarre spielen oder Blogge oder sinnloses Zeug im Fernsehen gucke, fehlen wird.

4. Dein Lieblingscocktail im Sommer ?

Gurken-Limo, die ich zum ersten Mal im Sol y Mar in Leipzig getrunken habe.

5. Könntest Du Dir vorstellen in einem fremden Land zu leben ?

Bis jetzt ist Deutschland  noch ein Land, in dem es eine ordentliche Gesundheitsversorgung und ein einigermaßen anständiges Sozialsystem gibt. Sollte der (akademische) Mittelstand hier allerdings weiterhin mit Füßen getreten werden, ziehen wir einen Umzug ins Ausland in Erwägung.

6. Fisch oder Fleisch, was isst Du lieber ?

Beides gleich gern.

7. Wenn Du 3 Wünsche frei hättest, welche wären das ?

Bedingungsloses Grundeinkommen, Erfindung des Replikators, eine Woche lang Wahrheitspflicht für alle Politiker

8.  Wenn Du alt bist möchtest Du ….. ?

In Würde altern, umsorgt von lieben Menschen und einem Toy-Boy :-p

9. Mit welchem Promi würdest Du gerne mal Abendessen?

Tom Cruise und ihm ins Essen spucken.

10. Warum hast Du mit dem Bloggen angefangen ?

Als ich für einige Wochen für ein Praktikum nach Chicago geflogen bin, um meine Freunde und Verwanden auf dem Laufenden zu halten.

11. Was machst Du nun als nächstes ?

Leute für den Liebster Award nominieren und mir 11 Fragen ausdenken.

Hiermit nominiere ich (auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob jeder unter 200 Follower hat):

wickelmanie storchenlandeplatz mamaimamaj

mamakinderkram wortman cuchikind emiliaunddiedetektive robobaby

buddelschiff maedchenfuerallefaelle.com sollbruch

Folgende Fragen dürft ihr gerne mit drei Augenzwinkern oder voll des Ernstes beantworten:

1. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Sorte Brötchen gäbe es zum Frühstück?

2. Öffentlich Rechtliches oder Private Sender: Was steht bei dir auf dem Programm?

3. Glaubst du, Schambehaarung wird ihr Comeback feiern?

4. In wiefern wird sich deiner Meinung nach der Kimawandel auf Europa auswirken? 

5. Sollte China der EU beitreten?

6. Sollten Gene gegessen  oder vorm Verzehr aus dem Gemüse entfernt werden?

7. Wer hat die bessere Schwiegermutter: Du oder dein/e Partner/in? Begründe!

8. Mal Hand aufs Herz: Ab wann kaufst du die ersten Schokoosterhasen?

9. Wie hoch müsste ein Lottogewinn für dich sein, damit du deine Pläne verwirklich kannst?

10. Wenn du König/in von Deutschland wärst, welche drei Dinge würdest du ändern?

11. Für welches Lied, dass du gerne hörst, schämst du dich in der Öffentlichkeit?

Hier noch die Spielregeln:
1. Verlinkt die Person, die Euch verlinkt hat (mich! :))
2. Beantwortet die 11 Fragen, die Ihr ganz unten findet
3. Findet 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie
4. Denkt Euch 11 neue Fragen für diese Blogger aus
Viel Spaß!
liebster2

Die pürierte Nahrungspyramide

Ernährung in der Schwangerschaft ist ja eine Wissenschaft für sich. Das fängt bei den Dos und Don´ts an -wobei die Verbote zu überwiegen scheinen und endet schließlich bei einer nicht enden wollenden  Liste guter Ratschläge. Heute habe ich einen Tipp mehr, mit dem ihr eure grüne Liste erweitern könnt. Das Rezept dazu habe ich vor einer halben Ewigkeit auf der Website der Amerikanischen Bioladen-Kette „Whole Foods“ entdeckt und nach meinen Bedürfnissen abgewandelt. Es handelt sich dabei um eine Art Smoothie, der meines Erachtens nicht alles, aber jede Menge guter Dinge enthält, die in der Schwangerschaft wichtig sind, weshalb er -in Anlehnung an das Buch „Soul Kitchen“, durchaus den Namen „Pürierte Nahrungspyramide“ verdient hat.

  • Hilft bei

Verstopfung, schlechter Laune, Niedergeschlagenheit, Heißhunger, Hunger, Appetit

  • Geräte und Chemikalien:

Pürierstab, Smoothiemaker, Mixer o.ä.

Mixgefäß

Säfte, die ihr mögt: Apfel, Orange, Birne etc

TK-„Beeren“ oder frische „Beeren“ (auch wenn es sich botanisch betrachtet zum Teil um Sammelstein- oder Sammelnussfrüchte handelt):

Heidelbeeren enthalten viele Antioxidantien, die entzündungshemmend wirken und die Zellen schützen. Man kann auch getrocknete Früchte nehmen, die es im Reformhaus oder im Hamburger Kräuterhaus zu kaufen gibt, sollte sie aber vor Verwendung in Saft einweichen.

Himbeeren sind, wie die meisten Beeren, gute Vitamin-C-Lieferanten. Daneben steckt in ihnen eine gute Portion Eisen, Calcium, Kalium und Magnesium. Die kleinen Kerne der Sammelsteinfrucht regen den in der Schwangerschaft oft trägen Verdauungstrakt an.

Erdbeeren sind nicht jederfraus Sache, da manche allergisch darauf reagieren. Wer´s verträgt wird mit viel Vitamin-C und reichlich Magnesium und Kalium belohnt. Zudem kann die Erdbeere mit Folsäure und Vitamin B2 aufwarten. Wer unter Wassereinlagerungen (Ödemen) leidet, könnte von der entwässernden Wirkung profitieren.

Brombeeren enthalten für meinen Geschmack zu große Steinchen. Wer auf kernige Smoothies steht, kann es trotzdem probieren. Auch hier sind Calcium-, Magnesium- und Kalium-Gehalt nicht von schlechten Eltern, daneben enthalten die dunklen Beeren Anthocyane.

Bananen zählen botanisch in der Tat zu den Beerenfrüchten. Ich verwende die vollreifen Exemplare gerne um die Sämigkeit meiner Smoothies zu gewährleisten. Außerdem sorgen sie für eine angenehme Süße, ohne zusätzlich Zucker verwenden zu müssen.

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Haferflocken gehören in meinen Augen zu den hochwertigsten Getreiden. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die unseren Fettstoffwechsel im Lot halten. Mit ihrem enorm hohen Gehalt an Mangan, sollte Tellerchen Haferschleim eigentlich zum täglichen Essensritual gehören. Mangan unterstützt den Fettstoffwechsel, ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, hilft dem Körper bei der Knochen- und Bindegewebsneubildung sowie der Insulinproduktion. Auch Eisen und Zink sind im wertvollen Haferkorn enthalten. Zwei Esslöffel in euren Smoothie erhöhen ebenfalls die Viskosität. Wer seine Nahrungspyramide nicht sofort verzehrt, sollte darauf gefasst sein, dass die Haferflocken Schleimstoffe freisetzen. Aber wer Babybrei mag, wird es lieben!

Ein Schuss Leinöl macht den Smoothie schließlich zum perfekten Nahrungsergänzungsmittel ohne Kapseln und Pülverchen. Es ist reich an alpha-Linolensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren zählt, und Vitamin E. In Kombination mit unseren Mineralstoffen und Vitaminen der übrigen Zutaten sind beste Voraussetzungen geschaffen, damit der Körper die besten Eigenschaften aus diesen Fetten rausholt.

  • Durchführung

Alle Zutaten, die euch zusagen, in einem Gefäß zusammenwerfen. Tiefgekühlte, große Früchte könnt ihr noch eine Weile im Obstsaft auftauen lassen, damit ihr euch den Mixer nicht zerstört. Anschließend alles schön klein und geschmeidig pürieren und bei Bedarf unter Zugabe von mehr Saft die Fließeigenschaften nach eurem Belieben einstellen.

Der Smoothie hält sich abgedeckt auf jeden Fall einen Tag im Kühlschrank und ist die ideale Alternative, wenn einen der Heißhunger auf was Süßes packt. Dank seiner breiigen Konsistenz müsst ihr ihn auch nicht mit eurem Mann teilen 🙂

 

Es hat sich ausgenotcht

Der gestrige Tag hielt gleich zwei positive Nachrichten für mich bereit: Gegen Nachmittag erhielt ich den erlösenden Anruf meiner Gyn, dass der kleine Zuckerbelastungstest vom Vortag unauffällig verlaufen ist. Obwohl ich nicht zur Risikogruppe gehöre, zählt der Gestationsdiabetes zu einer der häufigsten schwangerschaftsbedingten Erkrankungen, der die eine oder andere schließlich auch aus heiteren Himmel treffen kann. Und ich muss zugeben, seit Beginn der Schwangerschaft Milkaschokolade, getrockneten Mangos und Kinderriegeln verfallen zu sein. Zugenommen habe ich bisher übrigens 3-4 Kilogramm und konnte die magische „60“ auf der Waage noch nicht knacken. Und so, wie sich viele Schwangere über eine zu starke Gewichtszunahme sorgen, mache ich mir über meine handvoll Kilos natürlich auch Gedanken. Das Babygirl wurde selbstredend ebenfalls inventurmäßig erfasst und wog gestern zum Ende der 24. SSW 580 Gramm. Laut Ärzten ist sie zeitgerecht entwickelt und erfreut sich bester Gesundheit. Meine Gefäße haben sich nun endlich weit genug gestellt, so dass beim Doppler-Sono kein Notching mehr zu erkennen war.

Doppler-Sono der rechten Uterusarterie in der 24. SSW

Doppler-Sono der rechten Uterusarterie in der 24. SSW

Über diese zweite gute Nachricht habe ich mich richtig gefreut und so komme ich meinem Etappenziel, zumindest die 30. SSW zu erreichen langsam näher. Tatsächlich hilft es mir, meine übermäßigen Ängste in Griff zu bekommen, wenn ich mir die Schwangerschaft in kleine Strecken unterteile. So liegen die Überlebensraten Frühgeborener ab der 24. SSW und mit einem Gewicht von mehr als 500 Gramm schon deutlich im Grünen Bereich. Die Neonatologie der Uni-Klinik Leipzig hat auf ihrer Seite ein paar „Qualitätsdaten“ veröffentlicht. Demnach hätten von 2008-2012 94 % aller in der 25. SSW frühgeborener Kinder überlebt. Wirklich erstaunlich, welche Quantensprünge die Versorgung von Frühchen in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Allerdings vermute ich, dass sich die Zahlen nicht in allen Einrichtungen derart optimistisch lesen. Ich habe selbst während meiner Ausbildungszeit einige Wochen auf dieser „Neo“ verbracht und bin überzeugt, dass hier enorm viel Erfahrung und die Kooperation mit Kinderchirurgen und Co ihren Anteil an der vorbildlichen Versorgung der Frühgeborenen haben. Dennoch darf nicht vergessen werden, wie hart und nervenaufreibend die Zeit für Eltern ist, bis sie ihr Baby mit nach Hause nehmen dürfen. Von den nicht absehbaren Langzeitfolgen ganz zu schweigen. Welche Dramen sich hinter den Zahlen abgespielt haben, darüber gibt keine Statistik Auskunft.

Ich hoffe ja inständig -wie jede Schwangere, dass dieser Kelch an uns vorüber gehen wird. Immerhin sieht bis jetzt alles gut aus und selbst die Übungskontraktionen habe ich momentan in Griff. Im Übrigen habe ich dazu ein paar Beobachtungen gemacht. Von Anfang Januar bis letzte Woche wurde ich weitestgehend von harten Bäuchen verschont. Vergangenes Wochenende war es hingegen wieder recht häufig und definitiv öfter als 10 mal pro Tag. Allerdings glaube ich, dass meine Gebärmutter zu der Zeit wieder gewachsen ist. Ich weiß nicht, ob das jemand kennt: Wenn ich als Kind einen Wachstumsschub hatte, dann habe ich mich immer ein wenig elend gefühlt. Ein bisschen abgeschlagen und müde irgendwie. So ähnlich geht es mir jetzt, wenn ich die harten Bäuche habe. Es fühlt sich wie wachsen an. Ich hab mich dann ein paar Tage geschont und meine Magnesiumdosis wieder auf 800 mg angehoben. Im Laufe der Woche sind die Beschwerden abgeklungen, dafür hat die Kleine eine Verschnaufpause eingelegt und weniger herumgeturnt als sonst. Das erscheint für mich alles recht plausibel. Zuerst wächst die Gebärmutter und ich bekomme harte Bäuche, danach wird das Kind für ein bis drei Tage ruhiger, weil es nun selbst wächst.

Nächste Woche steht unser Umzug nach Leipzig an. Dazu meinte meine Frauenärztin: Die 5-Kilo-Regel gilt für Schwangere auch zu Hause!

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