Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “September, 2013”

Bitte lächeln!

Am Freitag gab es das erste Bild von unserer Minibohne. An 5+0 konnte man natürlich noch nicht allzu viel ausmachen. Hoffentlich ändert sich das am kommenden Freitag und wir können ein Herzchen blubbern sehen. Der hcG-Wert lag bei 1500 mIE, was wohl auch vollkommen im Rahmen ist. Außerdem wurden zwei fette Gelbkörperzysten entdeckt – die Übeltäter für das fiese Stechen in der rechten Seite. Frau Doktor meinte, die würden demnächst verschwinden, sobald die Plazenta ihren Vollzeitjob antritt.

Fruchthöhle SSW 5+0

Fruchthöhle SSW 5+0

Wie Frau in dieser Situation allerdings mit den bösen statistischen Fakten zum Thema Fehlgeburt umgehen soll, ist mir nach wie vor rätselhaft. Dafür gibt es einfach kein Patentrezept. Mein Mantra für die dunklen Stunden, wenn mich mitten in der Nacht die Angst überfällt, ist: „Es liegt nicht in meiner Hand!“ Und so ist es nun mal. Ich ernähre mich schwangerschaftsgerecht, spritze artig Heparin und lasse meinen Mann die Einkäufe schleppen. Mehr kann ich momentan nicht tun. Und je mehr ich darüber nachdenke, um so bewusster wird mir, wie unnütz die ganzen medizinischen Errungenschaften derzeit für mich sind.  Natürlich beruhigt ein schönes Ultraschallbild und ein guter hcG-Wert. Für den Moment! Die Zeit zwischen den Kontrollen muss ich einfach vertrauen. Mir vertrauen. Meinem Körper. Mutter Natur. Das fällt nicht leicht, nachdem einem die körperlichen Unzulänglichkeiten schwarz auf weiß bestätigt wurden. Mir hilft es gerade sehr, wenn ich mich so richtig scheiße fühle. Da denke ich mir, so muss das sein in der Schwangerschaft! Die Symptome sind allerdings nicht immer spürbar. Es gibt Tage, da fühle ich mich fit, wie ein Turnschuh und anstatt es zu genießen, mache ich mir….na was wohl? SORGEN! Zum Glück ändert sich das aber meist am nächsten Tag 🙂

Hier die Neuigkeiten aus dem Schwangerschaftszeichen-Kuriositäten-Kabinett:

  • Brustspannen meist abends und nachts
  • Müdigkeit, manchmal bleiern, manchmal latent
  • großen Appetit, häufig auf Süßkram
  • trockener Mund in der Nacht

Und hier noch meine Fieberkurve aus diesem überraschend erfolgreichen Zyklus:

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

2. Stimu-Zyklus mit Gonal f und 1. Insemination

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hCG 112

Soeben kam der Anruf aus der Kinderwunschklinik: Laut Blutergebnis bin ich schwanger. Meine Werte sind vollkommen in Ordnung. Und dann hagelte es auch schon wieder ein ganzes Bataillon Anweisungen: Ab heute muss ich – wegen einer Thrombophlebitis in der Vergangenheit, Heparin spritzen. Am Montag wird dann geschaut, ob ich die Spritzen vertrage und am Freitag ist voraussichtlich Ultraschall.

Für alle, die heiß auf visuelle Stimulation sind, gibt es ein paar Fotos meiner Testreihe. Der letzte Test von heute sieht im nassen Zustand schwächer aus. Getrocknet sieht man dann die Linie aber extrem stark.

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstest, noch nass

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Nadal Schwangerschaftstests, getrocknet

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 in getrocknetem Zustand.

Testreihe mit Nadal-SST von ES+6 bis ES+16 im getrockneten Zustand.

Da ich mich all die Jahre des Übens und bereits davor, als mir eine Schwangerschaft noch nicht Recht gewesen wäre, gefragt habe, wie sich denn nun anfühlt schwanger zu sein, habe ich hier mein Schwangerschaftsanzeichen-Kuriositäten-Kabinett zusammen gestellt:

  • Mensartige Bauchkrämpfe ab ES+9
  • Brustspannen kommt meist abends, Brustspannen geht, wann es lustig ist
  • Übelkeit, von der man nicht weiß, ob sie aus dem Kopf oder dem Magen kommt und die einen zu jeder Tages- und Nachtzeit überfallen kann
  • Tagsüber frieren; zur Simpsons-Zeit auf dem Sofa bekomm ich dann heiße Ohren
  • Verdauungsstörungen als wäre Prüfungszeit
  • nächtliche Nervosität mit Herzrasen
  • immer müde, nur nicht Nachts
  • Joe Cocker hat mich zum Weinen gebracht

Und all das nehme ich gerne in kauf 🙂

Wer ist es und wenn ja, wie viele?

Puh…wo soll ich anfangen?

Aaaalso: Nachdem meine Erkältung so einigermaßen überstanden war, fing mein Bauch plötzlich an zu rumoren. Das ging dann soweit, dass ich morgens von Luftblasen, die meine Darmschlingen auf und ab gewandert sind, wach wurde. Darauf folgten Durchfall mit Bauchkrämpfen. Außerdem hatte ich ein fieses Stechen in der rechten Seite, auf Höhe der Nieren, wie ich es nur von meinem letzten Crohn-Schub kenne.  Für meine Selbstdiagnose habe ich mir zwei Möglichkeiten zurecht gelegt: Entweder meldet sich der Morbus Crohn zurück oder ich habe eine Überstimulationsyndrom. Letzteres ist eigentlich bei IUI extrem selten…dennoch erfülle ich alle Parameter eine Überstimulations-Kandidatin zu sein. Deshalb habe ich so viel getrunken, wie möglich und mir alle Eier reingeknallt, die der Kühlschrank hergab. Jede Menge Eiweiß und Flüssigkeit sollen helfen das OHSS (Ovarielles Hyperstimulationssyndrom) in Schach zu halten und Rührei verträgt sich bestens mit einer darmschonenden Diät.

Am Sonntag hatte sich das Problem auch schon erübrigt und in Wohlgefallen aufgelöst. Stattdessen bekam ich Menskrämpfe und -obwohl ich mir vorgenommen hatte, es frühestens am Montag wieder zu tun, habe ich noch am Nachmittag getestet. Und da war definitiv ne Linie zu sehen. Aus Angst, wieder an ES+11 meine Tage zu bekommen, habe ich mir ne ordentliche Portion Utrogest gegönnt. Zum Glück….denn die Linien werden deutlich stärker. Da es den meisten nach Bildern dürstet, habe ich da mal was vorbereitet:

Testreihe_September

 

Sieht doch bisher ganz gut aus. Für ES+11 sogar ziemlich stark….so stark, dass wir bereits von den „Vierlingen“ sprechen. Und nun fängt das große Zittern an.

Meine bisherigen Anzeichen: Ich schaffe morgen nur noch ein Brötchen und erwache mit dem Sonnenaufgang…und das ist überhaupt nicht romantisch. Außerdem ziept und drückt es Im Unterleib, was mich -zugegebener Maßen- in verhaltene Panik versetzt.

 

Rotz und Wasser

Nur einen Tag nach Eisprung hat es mich voll erwischt. Am Samstag Halsschmerzen, am Sonntag starke Halsschmerzen, am Montag derbe Schnupfen und Fieber, gestern Kopf und seit heute gehts wieder bergauf. Meine Temperaturkurve, die einen vierlingsmäßigen Anstieg gezeigt hat, kann ich natürlich nun in die Tonne kloppen. 

Angeblich soll ein ordentlicher Schnupfen während der Einnistungszeit ja sogar begünstigend für eine Schwangerschaft sein. Denn -so wird es von den Pseudoexperten im Web behauptet- würde das Immunsystem vom sich einnistenden Fremdkörper abgelenkt. Und nichts anderes als ein Eindringling ist so eine befruchtete Eizelle… zu immerhin 50 %. Trotzdem habe ich mir zwei Paracetamol rein gepfiffen als die Temperatur an der 38°C Marke gekratzt hat. Fieber ist nämlich alles andere als förderlich. 

Optimismus muss sich allerdings anders anfühlen. (Keine Ahnung, wie, denn ich bin kein Optimist.) Vielmehr fühlt es sich an, als hätte ich einen 300 € teuren Lottoschein für die Ziehung am übernächsten Freitag gekauft und weiß jetzt schon, ich kann nicht gewinnen. Einfach unvorstellbar…warum es bei uns so einfach sein sollte. Wenn es nur an ein bisschen lahmen Spermien und einer bisschen lahmen Eizellreifung liegen sollte, warum hat es dann in den letzten Jahren nicht wenigstens ein Mal geklappt???

Free Willy

Diese Woche geht es richtig rund. Beim Follikel-Kino am Montag wurden drei Potentielle Kandidatinnen gesichtet, die ich mit einer einmalig höheren Dosis Gonal f noch mal anschupsen sollte. Nach dem gestrigen Hormoncheck stand schließlich fest: heute wird Inseminiert. Also habe ich noch Mittwochnachmittag mit Brevactid ausgelöst, obwohl ich am Morgen noch Stimulanz gespritzt habe. Laut diverser Foren scheint das jedoch unproblematisch zu sein.

Der Ablauf der Insemination ist recht unspektakulär. Das spannendste waren die kleinen Flitzer meines Mannes, die ich mir vorher durchs Mikroskop anschauen durfte. Im Vergleich zu unseren heimischen Beobachtungen waren sie eindeutig flotter unterwegs! Selbst der Arzt war positiv über Menge und Beweglichkeit überrascht. Um Verwechslungen zu vermeiden, musste ich noch einen Blick auf die Beschriftung des Röhrchen werfen…denn die Ähnlichkeiten sind in diesem Stadium der Entwicklung noch nicht besonders groß. Und dann folgte das übliche Gyn-Prozedere: Es sich auf den Stuhl gemütlich machen, Spekulum rinn, um den Muttermund erreichen zu können, Einführen eines Inseminationsschlauches in den Zervikalkanal und dann Platzieren der Spermien.  Währenddessen Small-Talk mit dem Mann, der mir grad versucht ein Kind zu machen. Keine Kerzen, keine Kuschel-Rock-LP. Als kleine Entschädigung dürfen wir heute trotzdem noch romantisch werden. Um die Menge zu erhöhen und damit das ganze einen natürlicheren Touch bekommt, wie der Arzt meinte.

Eine weitere Untersuchung ist vorerst nicht geplant. Auch kein Progesteron-Check. Erst, wenn die Regel ausbleibt, muss ich wieder hin. Es bleibt also spannend.

Und jetzt schwimmt ihr Kleinen!

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