Frauenbauch

femi-biotische Themen querbeet

Archiv für den Monat “Januar, 2012”

Kinderwunsch-Koller

Als ich mich mit meinem Freund dazu entschlossen habe, die Verhütung einfach in der Schublade zu lassen, war es schlichtweg das Gefühl, damit das Richtige zu tun. Es gab keinerlei äußere Umstände, die den Zeitpunkt zum Rechten oder Falschen erklärten. Trotz aller Unbefangenheit, konnte ich mir den Gedanken „Jetzt machen wir ein Baby“, beim ersten vorsätzlich ungeschützten Akt, nicht verkneifen. Die Harmonie dieses Moments war so unbeschreiblich, dass mir nichts anderes in den Sinn kam, als dass es in diesem Augenblick passieren musste. Auch wenn die anfängliche Euphorie zwischenzeitlich dem nüchternen Blick, den Naturwissenschaftler auf das Wunder des Lebens zu werfen vermögen, weichen musste, hätte es mich keineswegs überrascht, wenn es sofort geklappt hätte. Und so ertappte ich mich dabei, wie ich meine favorisierten Vornamen abwechselnd mit meinem und seinem Familiennamen arrangierte, den eventuellen Geburtstermin ausrechnete und nach schicker Umstandskleidung Ausschau hielt. Nach beinahe einem Jahr des vergeblichen Übens, ist die rosa-rote Plüschfantasie vom trauten Baby-Glück verpufft und die Höhen und Tiefen aus Hoffnung und Verzweiflung haben mich mürbe gemacht. Ganz plötzlich steckt frau tief drin im Kinderwunsch-Wahnsinn. Was ganz harmlos mit Temperaturmessen begonnen hatte, entwickelte sich über kurz oder lang zum gynäkologischen Crashkurs. Die Kontrolle unseres Körpers kontrolliert unseren Verstand und darüber haben wir sie auch schon längst verloren. Zu allem Überfluss gibt es das Internet mit seinem schier unerschöpflichen Pool aus Foren zum Thema Kinderwunsch. Dort reden Frauen, die genau so gepeinigt vom Schicksal sind wie ich, ganz offen über ihren roten, gelben, grünen oder floureszierenden Ausfluss, über Eier, die nicht springen wollen, Blutungen, die nicht sein sollen und Gefühle, die mächtig Achterbahn fahren. Wer bis dahin noch optimistisch der Zukunft entgegen gesehen hat, bekommt spätestens nach einer Stunde Forum-Intensiv-Input den Kinderwunsch-Koller. Dabei suchen wir verhinderten Schwangeren eigentlich nur die Antwort auf eine Frage: „Wann darf ich endlich schwanger sein?“ Dieses Verhalten nimmt beinahe schon zwanghafte Züge an und, dass ich damit nicht allein dastehe, zeigen die beinahe 500.000 Einträge in nur einem Forum, was sich diesem Thema widmet. Ich möchte gerne zu meinem ursprünglichen Aggregatzustand zurück finden. Beinahe unvorstellbare diese Zeit, in der ich noch nicht in meiner Scheide  nach spinnbaren Zervikalschleim wühlte, mit meinem Freund eine Wanne nahm, ohne über Denaturierung menschlicher Proteine nachzudenken, ein Cocktail bestellte, ohne mir Neugeborene mit Alkoholembryopathie vorzustellen. Immer öfter sehne ich mir mein nicht-kinderwünschendes Ich zurück. Doch den Kinderwunsch zu verdrängen ist genauso unmöglich, wie  das Bild eines seiltanzenden Elefanten aus dem Bewusstsein zu verbannen, sobald dieser Satz dort hinein dringt. Trotzdem sollte man sich nach Monaten des Messens und Testens einfach eine Auszeit gönnen. Denn anstatt über Kontrolle mehr Sicherheit zu erlangen, fühlt sich der eigene Körper schnell unzulänglich an. Ob an dem Mythos psycho-induzierter Unfruchtbarkeit etwas dran ist, darüber streiten sich die Wissenschaftler bislang. In einigen Studien konnte bisher kein Zusammenhang zwischen erhöhtem Stresspegel und Fruchtbarkeit hergestellt werden. Auch meine Erfahrungen, die ich während der Ausbildung im Kreißsaal sammeln konnte, spricht eher dagegen. Die wenigsten Frauen wurden während eines Karibik-Urlaubs schwanger. Vielmehr bekam ich den Eindruck als würde sich das Leben trotz widrigster Umstände seinen Weg bahnen.

Trotzdem kann es für das Vertrauensverhältnis zwischen Körper und Seele ganz sinnvoll sein, sich für wenigstens einen Zyklus zu zwingen sein normales Leben wieder aufzunehmen. Es muss ja nicht sein sich zur feierwütigen Partymaus zu entwickeln. Vielleicht reicht es schon, das Thermometer im Schrank zu lassen und statt des Sex nach Plan jedes Mal endlich das Kamasutra abzuarbeiten. Ab und an habe ich mir auch selbst ein kleines Trostgeschenk gemacht, wenn die Mens einsetzte. Mittlerweile  ist mir das allerdings zu kostspielig geworden. Manchmal, wenn dann wieder eine Freundin, Verwandte oder Nachbarin freudestrahlend von ihrer Schwangerschaft berichtet hat, half das allerdings auch nichts mehr. Als ich merkte, dass ich mich extrem auf den Kinderwunsch fixierte, bestellte ich mir das Buch „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“ von Birgit Zart. Das Nützlichste an Frau Zarts psycho-esoterischer Kinderwunsch-Bibel ist das Gefühl, einen völlig normalen Prozess zu durchlaufen. Sie erklärt sehr gut und verständlich, warum wir uns so auf schnellen Erfolg versteifen und gibt mit kleinen Gedankenreisen Anstöße sich wieder auf ein gesundes Denken zu programmieren. Von eher technokratisch orientierten Frauen wird dieses Buch oft als weltfremder Humbug abgetan. Auch Frauen, denen tatsächlich alle Gelassenheit der Welt niemals ein Kind bescheren wird, fühlen sich mitunter bevormundet. Ich finde, selbst Frauen bei denen akut kein Kinderwunsch besteht, können einige interessante Informationen für sich heraus nehmen und Strategien entwickeln ihr Gedanken-Karussell  anzuhalten.

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Codewort KiWu

Obwohl es heißt „Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ , lieben wir es uns mit Fakten zu konfrontieren. Zahlen suggerieren Sicherheit und lassen wenig Spielraum für Interpretationen. Meine neueste Entdeckung auf diesem Gebiet ist folgende Seite http://www.meinkinderwunsch.de/FruKiWuInt.pdf Hier steht ganz klar, 80% aller Frauen, die zur hochfruchtbaren Zeit Sex haben, werden nach 6 Monaten schwanger. Da scheine ich offenbar zu den übrigen 20% zu gehören. Dabei bin ich mir sicher, gäbe es einen Preis zu gewinnen, bei dem die Gewinnwahrscheinlichkeit bei 20% läge, würde ich ihn nicht bekommen. Durch diese Daten fühle ich mich  in meiner Überzeugung bestärkt, so fruchtbar wie ein Knäckebrot in der Wüste zu sein und wende mich mit meinen Problemen an das Fachpersonal auf diesem Gebiet: meinen Frauenarzt. Auch Ärzte lieben Statistiken. Die meisten Behandlungen erfolgen nach dem Prinzip der höchsten Wahrscheinlichkeit. Wer mit Halsschmerzen zum Arzt geht, hat zu 80%* einen viralen und zu 19%* einen bakteriellen Infekt. Da alles über 5% noch zu hoch ist, um eher unwahrscheinlich zu sein, wirft der Arzt einen Blick in den Rachen. Sieht er dort gelbe Punkte oder Stränge, handelt es sich zu 90%* um eine Bakterienart, die mit Penicillin behandelbar ist.

Im Prinzip ist dagegen auch nichts einzuwenden. Zeigt die Behandlung doch in der Mehrheit der Fälle Erfolg. Schwieriger wird es, wenn  Ärzte beginnen nur noch das betroffene Körperteil zu behandeln, anstelle des Menschen, zu dem es gehört.

Nach einem ähnlichen Prinzip werden auch Frauen abgescannt, die seit Monaten vergeblich versuchen schwanger zu werden. In einem Drittel der Fälle sind unzureichende hormonelle, organische oder andere physiologische Voraussetzungen die Ursache für „Unfruchtbarkeit“. Zu wiederum einem Drittel, trägt ein schlechtes Spermiogramm die Schuld am unerfüllten Kinderwunsch und das letzte Drittel dürfen sich Mann und Frau teilen. Dann harmonieren sie eventuell immunologisch nicht miteinander oder etwas träge Spermien treffen (bzw. treffen nicht) auf etwas unterversorgte Eizellen oder, oder, oder… Da ein Frauenarzt – das liegt in der Natur der Sache – vorerst keinen Zugriff auf das männliche Ursachen-Drittel hat, wird er die Frau genauer unter die Lupe nehmen. Bevor er sich allerdings dazu bemüht, unserer Fruchtbarkeit auf die Sprünge zu helfen, muss der Schalter in seinem Kopf umgelegt werden. Das Zauberwort dafür heißt „Kinderwunsch“ und damit öffnen wir uns die Tür des in einer Frauenarztpraxis zur Verfügung stehenden Behandlungsspektrums und die Kostenübernahme der Krankenkasse. In einem ausführlichen Gespräch sollte der Zyklus analysiert und ausgewertet werden. Wer sich schon auf das hochkomplexe Terrain der „Kurvendiskussion“ begeben hat, kann seine bisher geführten Zyklusblätter ruhig mitbringen. Werden Zyklus und die darin befindlichen partnerschaftlichen Intermezzi als akzeptabel erklärt, führt an einem Zyklusmonitoring wohl kein Weg vorbei. Dabei wird die Tätigkeit der Geschlechtsorgane, wozu die Reifung eines Follikels zum Leitfollikels und das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut gehören, an verschieden Zyklustagen per Ultraschall beobachtet. Zusätzlich wird auch Blut abgenommen, um die verschiedenen Hormone zu bestimmen. Anhand dieser Untersuchungen lassen sich schon etliche Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches ausschließen. Einige sind hier nach meinem besten Wissen und Gewissen zusammengefasst:

Gelbkörperschwäche:

Hier ist der Corpus luteum das Corpus delicti: Während der zweiten Zyklushälfte (ZH), also nachdem der Eisprung stattgefunden hat, wird zu wenig Progesteron durch den Gelbkörper produziert, ohne das es der befruchteten Eizelle nicht gelingt sich einzunisten. Anzeichen dafür können Zwischenblutungen während der 2. ZH sein, eine zu kurze 2. ZH oder ein geringer Temperaturanstieg in der 2. ZH. Häufig werden in diesem Zusammenhang Präperate, wie Utrogest u.a. verabreicht, die oft bis weit in das 1. Trimenon der Schwangerschaft hinein genommen werden müssen.

Schilddrüsenunterfunktion:

Eine doch recht weit verbreitete und häufig unentdeckte Fehlfunktion des Hormonsystems. Wer sich häufig matt und unkonzentriert fühlt, blass und aufgedunsen wirkt und unerklärlicher Weise an Gewicht zugelegt hat, sollte seine Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Häufig weist ein erhöhter TSH auf eine Unterfunktion hin. Ab wann allerdings von einer Erhöhung gesprochen werden kann, darüber streiten sich die Experten. Während bis vor kurzem noch ein Wert bis 5 als akzeptabel galt, wird heute gerade bei Kinderwunsch ein deutlich niedrigerer TSH angestrebt. Kuriert werden mit der Gabe von L-Thyroxin letztlich nur die Symptome.  Neben den allgemeinen körperlichen Symptomen, treten vor allem lange Zyklen auf, da die Eizellreifung gestört wird. Wessen Schilddrüsenwerte eher im oberen Bereich des Akzeptablen pendeln, dem sei zu eine zusätzliche Einnahme von Zink, Selen und Iod geraten.

PCO-Syndrom:

Erfunden wurde diese endokrine Störung erst zu Beginn der 90er, deren Leitsymptom, die polyzystischen Ovarien, als Namensgeber fungierte. Von Erfindung spreche ich deshalb, weil es keine eigenständige Krankheit ist, der man eine spezifische Ursache zuordnen kann. Vielmehr treten hier eine ganze Reihe von Störungen in Erscheinung, zu denen unter anderem anovulatorische Zyklen und eine Überproduktion männlicher Hormone zählen.  Häufig geht das Ganze mit Insulinresistenz einher. Wer die Diagnose PCO-Syndrom gestellt bekommt – und das geht ziemlich fix, finden sich doch hier eine Reihe Medikamente, die ordentlich Absatz bringen – sollte sie in erster Linie kritisch hinterfragt und eventuell eine zweite Meinung eingeholt werden, bevor das Ovarien-Stimulationsarsenal aufgefahren wird. Mittlerweile verschreiben selbst Gynäkologen Metformin gegen die Insulinproblematik. Ein Medikament, was eigentlich Diabetikern verabreicht wird. Ohne eine Insulinresistenz tatsächlich festgestellt zu haben, ist dieses Vorgehen doch recht fragwürdig. Unter http://www.pco-syndrom.de sind weiterführende Informationen zu der komplexen Thematik PCO-Syndrom zu finden.

Diese Auflistung ließe sich sicher noch ins schier Unendliche erweitern. Für jede findet sich praktisch die passende Krankheit oder Fehlfunktion. Schließlich ist es auch das, was wir oftmals von Ärzten erwarten. Sie sollen gefälligst raus finden, was mit uns nicht in Ordnung ist und gemeinsam mit uns etwas dagegen unternehmen. Leider lässt sich nicht für jedes Problem in unserem Leben einfach ein Rezept aus der Apotheke holen. Es kann auch vorkommen, dass keine Ursache gefunden werden kann oder, dass es einfach noch keine Behandlungsmöglichkeit gibt. Und vielleicht erleben manche Frauen zum ersten Mal während der Kinderwunschzeit diese Erfahrung, auf gewisse Vorgänge einfach keinen Einfluss zu haben, trotz aller Anstrengungen, trotz aller Bemühungen…

alle mit * gekennzeichneten Zahlen entsprechen keiner tatsächlich erhobenen Statistik, sondern sind meinem freien schöpferischen Geist entsprungen und dienen lediglich als stilistisches Mittel 😉

Test the Best

Mit der Anwendung eines Schwangerschaftstests mögen die meisten Frauen von Beginn ihrer Geschlechtsreife an vertraut sein. Egal, ob frau sich trotz Antibiotikaeinnahme nicht zügeln konnte oder, ob manche Erinnerungsfetzen nicht ausreichten, jedes Detail einer möglich verhängnisvollen Nacht zu rekonstruieren: Irgendwann interpretieren wir alle einmal ein saures Aufstoßen, eine plötzliche Weinattacke oder einen morgendlichen Schwindelanfall als vermeintlich frühes Schwangerschaftssymptom. Damals sind wir extra in den Drogeriemarkt außerhalb unserer Kleinstadt oder unseres kleinbürgerlichen Stadtteils gefahren, um dort minutenlang durch die Regalreihen zu schleichen. Schließlich fassten wir uns ein Herz und zogen den Test, natürlich den günstigsten, von seiner Halterung. Noch schnell ein paar Kleinigkeiten in den Korb gepackt, die dann sorgfältig auf dem Kassenband um das Corpus Delecti drapiert wurden. Zu Hause angekommen, wird der alltägliche Akt des Wasserlassens zum reinsten Nervenkrieg. Tausend Gedanken schießen zwischen den Hirnhälften hin und her, bis die fünfminütige Wartezeit verstrichen ist. Am Schluss zeigt der Test nichts, bis auf eine kräftige Kontrolllinie. Und wenn unsere Menstruation bis dahin noch nicht eingesetzt hat, wird sie es mit Sicherheit am nächsten Morgen tun. Und wir gestehen uns ein, etwas überreagiert zu haben und ärgern uns über die vergeudeten Ausgaben.

Heute lässt die Anwendung eines Schwangerschaftstests unseren Adrenalinspiegel immer noch in die Höhe schnellen. Doch die Umstände haben sich drastisch geändert. Die Vorstellung ein positives Testergebnis in den Händen zu halten, lässt uns in rosa Träume von kugelbäuchiger Glückseligkeit schwelgen. Statt mit dem Kauf bis zum erwarteten Tag der Periode zu warten, decken wir uns schon vorher mit Teststreifen ein. Und weil wir nicht schon pleite sein wollen, bevor die Familienplanung richtig begonnen hat, bestellen wir gleich ein Hunderter-Pack für kleines Geld im Internet. Und natürlich lässt es unsere Ungeduld nicht zu bis zum Tag X zu warten. Wozu auch? Schließlich sind die Anzeichen eindeutig! Dann starren wir also gebannt auf den Test. Sehen zu, wie sich die Flüssigkeit langsam nach oben saugt. Viel zu langsam übrigens. Die Kontrolllinie erscheint. Doch sonst passiert nichts. Wir starren weiter auf den Test, halten ihn ins Licht, drehen und wenden ihn, warten noch einmal fünf Minuten und starren weiter bis selbst die Fliesen im Bad streifen bekommen. Aber nichts tut sich. Zum Glück gibt es das Internet, was selbst Antworten auf Fragen bietet, die nie gestellt wurden. Dort begegnen uns allerdings auch die größten Irrtümer. Wenn man Glück hat, ist man nach seiner Google-Orgie genauso klug, wie vorher. Meistens jedoch ist die Verwirrung nur noch größer.

Hier nun mein Versuch ein wenig Licht ins Dunkel über Schwangerschaftstest zu bringen:

  • Ab wann kann getestet werden?

Allgemein liegt der HCG-Wert im Blut zwischen 6 und 19 950 IU/l (Internationale Einheiten pro Liter) innerhalb der ersten vier Schwangerschaftswochen. Mit diesem extremen Beispiel eines obskuren Wertes soll gezeigt werden, wie stark die HCG-Konzentrationen von Frau zu Frau schwanken können. Grundsätzlich sollte also wirklich bis zum Tag der erwarteten Periode gewartet werden, auch wenn die beste Freundin bereits sieben Tage nach Empfängnis positiv getestet haben soll. Die Geduld zahlt sich auch insofern aus, als dass ein eventuell stattfindender früher Abgang nicht bemerkt wird. Dazu sei bemerkt, dass nahezu jede Frau in ihrem Leben von einem solchen Ereignis betroffen ist.

  • Welcher Test ist der Beste?

Prinzipiell funktionieren sie alle nach dem gleichen Prinzip: Im Urin befindliches HCG bindet an einen passenden Antikörper. Durch Anheftung an einen Farbstoff wird die Testzone schließlich gefärbt. Lediglich in ihrer Sensitivität sollen sie sich unterscheiden. Die als Frühtest deklarierten Streifen sollen schon ab einer HCG-Konzentration von 10 IU/l ein positives Ergebnis zeigen. In diversen Foren finden sich allerdings kontroverse Diskussionen über einige dieser Frühtests. Manche sind damit sehr unzufrieden, weil diese Tests selbst mehrere Tage nach NMT nicht oder nur unzureichend angeschlagen hätten, selbst als „25er“ oder gar „50er“ schon fette Linien zeigten. Möglicherweise liegt die Begründung in den zwei verschiedenen HCG-Arten, die vom Körper gebildet werden. Denn HCG ist nicht gleich HCG. So überwiegt in den ersten Wochen der Schwangerschaft das sogenannte H-HCG (hyperglysolated HCG), eine größere Variante des gängigen HCG-Moleküls. Manche Schwangerschaftstests besitzen auf ihrer Oberfläche allerdings nur Rezeptoren für das allseits bekannte Hormon. Somit kann selbst ein hochsensibler Schwangerschaftstest mitunter negative Ergebnisse liefern, wenn er lediglich auf „normales“ HCG reagiert.

Da für in Deutschland erhältliche Schwangerschaftstests keine Übersicht zu finden war, welcher Test auf welche HCG-Art reagiert, kann auch hier nur das Warten auf den NMT empfohlen werden.

Wer übrigens dazu neigt, in jeden Streifen eine Verdunstungslinie hinein zu starren, sollte auf digitale Tests ausweichen, die eindeutig „Schwanger“ oder „Nicht schwanger“ auf das Display schreiben. Die Ausgaben sind jedoch vergebens, wenn man das Plastikgehäuse auseinanderbaut, in dem Glauben, der Test hätte einen belogen.

  • Wie sicher sind die Ergebnisse?

Bei einem positiven Testergebnis kann sich schon einmal vorsichtig gefreut werden. Schließlich kann nur das detektiert werden, was auch da ist! Ausnahmen gibt es immer. Bestimmte Medikamente oder manche fiese Tumore können zu einem positiven Test führen. Grundsätzlich sollte dies als Anlass genommen werden, einen Termin beim Frauenarzt zu machen.

Negativ zu testen ist für alle Frauen mit Kinderwunsch immer wieder ein Schlag ins Genick. Schnell greift man nach jedem Strohhalm, der einen hoffen lässt, bis man mit Einsetzen der Menstruation damit unter geht. In der Tat muss ein negativer Schwangerschaftstest eine Schwangerschaft nicht ausschließen. Wie oben bereits erwähnt, schwanken die Schwangerschaftshormone in ihrer Art und Menge von Frau zu Frau und Bauch zu Bauch. Auch ein zu hoher Gehalt männlicher Hormone im Blut, kann wohl einen Test verfälschen. Sollte dennoch die Basaltemperatur mehrere Tage unter die Coverline sinken, die Periode einsetzen und ein Test wiederholt negativ sein, muss man wohl gedrungen in den nächsten Übungszyklus starten. Wie immer beseitigt der Besuch beim Frauenarzt letzte Zweifel.

  • „Selbst der Apfelsaft ist Schwanger, nur ich nicht!“

Kuriose Stories, die die Zuverlässigkeit mancher Tests in Frage stellen, finden sich in Foren en mass. Über die molekularen Vorgänge beim Eintauchen eines Schwangerschaftstest in Apfelsaft, Cola oder Gesichtswasser sollen sich die Chemiker Gedanken machen. Sollten diese Heimexperimente in Erfolg münden, kann wohl von einer ähnlichen Struktur zwischen Bestandteilen des Nicht-Urins und HCG ausgegangen werden. Solange die Cola-getränkten Fake-Tests nicht eingesetzt werden, seinen Liebsten zu schocken, ist im Prinzip dagegen auch nichts einzuwenden.

  • Ist mein Hund der bessere Schwangerschaftstest?

In der Tat sind Tiere in der Lage Veränderungen zu spüren, während wir noch völlig im Dunkeln tappen. Mit spüren ist weniger eine übersinnliche Kraft gemeint, als vielmehr die extreme Ausprägung aller Sinne. Tiere können besser hören, bisweilen besser sehen und vor allem besser riechen. Gerade letzteres erklärt vielleicht das merkwürdige Verhalten unserer oder der anderen Vierbeiner, sobald sich eine Schwangerschaft einstellt. In einigen Foren ist von Hunden und Katzen zu lesen, die ihrem Frauchen lange vor einem positiven Test nicht mehr von der Seite weichen oder genau das Gegenteil tritt ein und Frauchen wird neun Monate wie Luft behandelt. Nicht zuletzt Hunde besitzen, neben ihres hervorragenden Gerruchssinns, eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, die sie jede Gemütsregung registrieren lässt. Vielleicht sollte beim nächsten Übungszyklus mehr auf die Frühzeichen beim Haustier geachtet werden. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, vom Hineinhorchen in den eigenen Körper abgelenkt zu werden und anstatt selber Scheinschwanger zu werden, wird es dann der Hund.

Der Kinderwunsch und Ich

Irgendwann gelangt wohl jede Frau an den Punkt, an dem sie morgens aufwacht und ein lautes Ticken vernimmt. Aber es ist nicht der Wecker auf der Konsole, der sie aus dem Schlaf reißt, sondern die biologische Uhr, deren Gong die Stunde des Kinderwunsches einläutet.

Natürlich ist die Vorstellung etwas übertrieben, der Wunsch nach einem eigenen Kind würde so plötzlich vor der Tür stehen. Vielmehr schleicht er sich so langsam von hinten an und nimmt von Tag zu Tag mehr Raum in unserem Bewusstsein sein ein. Für die eine war es schon immer im Lebensplan vorgesehen eines Tages eine eigene Familie zu gründen. Die andere hat solche Pläne weit von sich weg geschoben und der Karriere, Abenteuern oder Freunden mehr Platz in ihrem Leben eingeräumt. Was auch immer letztlich der ausschlaggebende Grund war, sich für ein Kind zu entscheiden, am Schluss stehen viele Frauen, denen der „glückliche Zufall“ bis dahin noch kein Baby beschert hat, vor dem manchmal steinigen Weg der Kinderwunschzeit.

Ich gehöre zu der Sorte Frau, für die eine Familie mit Kindern einfach zum Leben dazu gehört. Was das Thema Schwangerschaft betrifft, bin ich in vielfältiger Weise vorbelastet. So habe ich zwei Jahre lang eine Ausbildung zur Hebamme gemacht, mich dann aber für ein Biologie-Studium entschieden. Nun ist es für mich an der Zeit, selbst die Sache mit dem Kinderkriegen anzupacken. Meiner Ungeduld ist es zu verdanken, dass ich nach bereits zwei vergeblichen Versuchen, mich in den Wust an Informationen gestürzt habe, der vor allem im Internet zu finden ist. Dabei stoße ich immer wieder auf große Missverständnisse, die sich wie ein Virus über die zahlreichen Foren verbreiten. Mit diesem Blog möchte ich versuchen meine bisherigen Erfahrungen auf amüsante Weise umzusetzen.

Viel Spaß beim Lesen!

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